
Fairtrade erobert deutsche Supermarktregale
Fairtrade-Produkte werden in immer mehr Supermärkten angeboten. Die Siegelorganisation TransFair zog auf der Messe Biofach eine positive Bilanz - und zeichnete "faire" Azubis aus.
Björn BöerChefredakteur30 Prozent plus im vergangenen Jahr
Fair gehandelte Produkte gebe es nun in rund 18.000 Läden. Gleichwohl böten die meisten Supermarktketten nur einen Bruchteil der Fairtrade-Produkte an. 52 Prozent der Fairtrade-Produkte waren laut TransFair 2012 auch Bio-zertifiziert.
Im Jahr 2012 kletterte der Umsatz mit fair gehandelten Produkten um rund 30 Prozent auf rund 500 Millionen Euro, sagte Overath. Der Verein setzt sich für höhere Mindestpreise für die Produzenten in Entwicklungsländern ein sowie für bessere Arbeitsbedingungen vor Ort.
Dank der zunehmenden Nachfrage nach fair gehandelten Produkten mache inzwischen Fairtrade-Kaffee in Deutschland gemessen am Umsatz einen Marktanteil von 2 Prozent aus, der von Bananen von 3 Prozent, so Overath
Nehme man allein den Markt für Bio-Bananen, so werde in Deutschland inzwischen sogar jeder dritte Euro für eine Banane aus Plantagen mit hohen Sozialstandards ausgegeben. Noch höher sei der Marktanteil bei fair gehandelten Schnittblumen.
Preis für "faire" Azubis
Im Rahmen der Biofach verlieh TransFair den "FABI"-Award für "Deutschlands fairste Azubis". Gewonnen haben 22 Auszubildende des Discounters Penny. Sie überzeugten die Fachjury durch große Kreativität und Eigeninitiative.
Fünf Wochen lang veranstalteten sie Verkaufsaktionen in drei verschiedenen Märkten. Durch ihre Idee vom "Fairen Weg" konnten Kunden den Fairen Handel im Markt direkt erleben, geführt von Wegweisern und mit zusätzlichen Informationen zum Sortiment.
16 Azubi-Teams verschiedener Handelsunternehmen waren zum Wettbewerb angetreten. Mit Verkaufsförderungsaktionen, Unterrichtseinheiten und Kreativideen machten sie den Fairen Handel an ihren Verkaufsstandorten erlebbar. Der nächste FABI wird zusammen mit dem "Fairtrade-Award" im März 2014 in Berlin verliehen.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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