
Prime Now-Partner Feneberg geht zu Bringmeister - Freshfoods am Ende
Der Edeka-Lieferdienst Bringmeister bekommt mehr Schub. In München steigt der Regionalfürst Feneberg als Partner ein. Der Webshop Freshfoods von Feneberg und der eigene Logistikdienst werden gleichzeitig eingestellt. Die neue Partnerschaft ist pikant: Denn der süddeutsche Lebensmittelhändler ist auch bei Amazon Prime Now noch mit im Boot.
Das Bündnis liegt nahe. Schließlich kooperiert die traditionsreiche Supermarkkette aus dem Allgäu mit 76 Filialen in Süddeutschland seit langem mit der Bringmeister-Mutter Edeka. Bringmeister, von schwarzen Zahlen weit entfernt, braucht zudem dringend mehr Umsatz und Ware. In Berlin beispielsweise werde Bringmeister von der hohen Nachfrage überrollt, schreibt die LebensmittelZeitung. In München wird Bringmeister das Feneberg-Bio-Sortiment "VonHier" listen. Nachdem Bringmeister und das Bio-Unternehmen Alnatura erst im September ihre bestehende Partnerschaft zu einer langfristig angelegten strategischen Kooperation in Berlin erweitert haben, gewinnt der Edeka-Lieferdienst damit nun in München einen neuen starken Partner hinzu. Das Kemptener Lebensmittel-Unternehmen hat drei Filialen im Stadtgebiet München. In einer dieser Filialen wird weiterhin für Amazon Prime Now gepickt. Die weitere Distribution besorgt dann Amazon. Bei Feneberg, wo man alternativ über Click & Collect-Lösungen nachdenkt, mag man den Abschied vom eigenen Lieferkonzept gegenwärtig vielleicht wie eine Niederlage empfinden. Womöglich darf man sich bald aber schon als Vorreiter sehen. Angesichts der Kosten und der Komplexität des Managements der letzten Meile und unter dem Druck des immensen finanziellen Aufwands bei der Kundengewinnung haben auf mittlere Sicht im Mittelstand wohl nur Kooperationen mit Finanzpolster und entsprechend großen Teams für Planung und Entwicklung Aussicht auf Erfolg.Ob dazu - nicht nur für Feneberg - auf Dauer die Zusammenarbeit mit Amazon zählen wird? Unklar. Denn etliche Kooperationspartner sind inzwischen enttäuscht ausgeschieden. Zuletzt die Biokette Basic. Feneberg bleibt dem Onlineriesen aber noch treu.
Noch.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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