Google zeigt Händlern Traffic aus Lens-Suchen – aber nicht, wonach gesucht wurde
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Google zeigt Händlern Traffic aus Lens-Suchen – aber nicht, wonach gesucht wurde

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Wer bei Google mit einem Foto statt mit einem Suchbegriff sucht, hinterlässt in der Search Console jetzt eigene Spuren. Ein neuer Filter weist den Traffic aus Google Lens, Circle to Search und Bild-Uploads gesondert aus, allerdings nur pro Seite und ohne Suchbegriffe. Relevant ist das vor allem dort, wo Kundinnen und Kunden ein Produkt sehen, aber nicht benennen können.

Google hat die Leistungsberichte der Search Console um einen neuen Suchtyp erweitert. Wie das Unternehmen am 24. September im Search Central Blog ankündigte, lässt sich der Web-Traffic dort künftig nach „multimodalen“ Suchen filtern. Gemeint sind Suchanfragen, die von einem Bild, Foto oder Screenshot ausgehen. Nach Angaben von Google umfasst das Suchen über Google Lens, Circle to Search auf Android-Geräten, in die Google-Suche hochgeladene Bilder sowie die Chrome-Funktion „Search this image“ im Rechtsklick-Menü.

Die Funktion wird laut Google seit dem Tag der Ankündigung weltweit ausgerollt, also auch für Websites im deutschsprachigen Raum. Werte erscheinen nur für Properties, die tatsächlich Traffic aus solchen Suchen erhalten. Laut Search Engine Roundtable kann es dauern, bis der Filter in allen Konten sichtbar ist. Der SEO-Berater Brodie Clark beschreibt auf X, dass der Suchtyp „Web“ im Filter nun in „Text-based“ und „Multimodal“ aufgeteilt wird.

Bislang ließen sich klassische Websuchen und Bildsuchen nicht auseinanderhalten, erklärt Stephan Czysch, Head of SEO beim Fahrzeugmarktplatz mobile.de und Gründer des Analysetools searchanalyzer. In der Webanalyse seien diese Zugriffe als organischer Google-Traffic aufgetaucht, in der Search Console hätten sie vollständig gefehlt. „Diesen blinden Fleck behebt Google jetzt“, sagt Czysch. Daten liegen demnach seit dem 10. September 2026 vor, dasselbe Datum nennt auch der SEO-Blog SEO Südwest. Eine längere Vergleichsreihe gibt es damit vorerst nicht.

Seiten ja, Suchbegriffe nein

Die wichtigste Einschränkung nennt Google selbst: Weil multimodale Suchen überwiegend von Bildern ausgehen, seien für diesen Traffic keine textbasierten Suchanfragen verfügbar, zitiert Search Engine Journal aus der Ankündigung. Ausgewiesen werden demnach nur Werte pro Seite. Der Tab mit den Suchanfragen ist bei diesem Filter nicht verfügbar. Händler erfahren also, welche Produkt- oder Kategorieseite über eine Bildsuche angeklickt wurde, aber nicht, welches Motiv dahinterstand.

Das Fachmedium PPC Land kritisiert das als Widerspruch: In Google Ads werden für Lens-Suchen angenäherte Suchbegriffe angezeigt, in der Search Console dagegen gar keine. Die organische Auswertung sei damit die einzige der genannten Oberflächen, auf der die Eingabe der Suchenden überhaupt nicht auftaucht. Laut PPC Land fallen außerdem Bildeingaben in Search Live und im AI Mode nicht eindeutig unter den neuen Filter.

Czysch misst den fehlenden Suchbegriffen weniger Gewicht bei: „In der Regel reicht es, die Einstiegsseite zu wissen, wenngleich sich jeder so granulare Einblicke wie möglich wünscht.“ Suchmaschinen verbänden immer das Gesuchte mit dem Gefundenen, als Treffer kämen nur relevante Seiten in Frage. Vom Einstieg lasse sich deshalb auf das Suchbedürfnis zurückschließen, ohne die exakte Suchanfrage zu kennen.

Google hat die Aufteilung auch in den separaten Bericht zu den generativen KI-Funktionen übernommen. Dort fehlen laut Search Engine Land aber weiterhin Klick- und Suchanfragedaten. Welche Seiten Klicks aus visueller Suche erhalten, lässt sich also nur aus dem regulären Leistungsbericht für die Suchergebnisse ablesen.

Wann Bildsuchen eine Rolle spielen

Im Vergleich zur klassischen Suche sei der Anteil multimodaler Suchen gering, sagt Czysch. Wie relevant visuelle Suche für ein Unternehmen ist, hänge von den eigenen Inhalten ab. Als Beispiel nennt er seinen Arbeitgeber und dessen Leasingportal Null-Leasing.com, das mobile.de 2022 übernommen hat: „Wir sehen, dass Nutzer mehr über ein Auto wissen wollen, das Auto aber nicht benennen können. Deshalb wird das Handy gezückt, ein Bild gemacht und dieses als alternativer Suchstart verwendet.“

Welche Seiten dabei als Einstieg dienen, sei gemischt. Entscheidend sei, welche Seite das Bedürfnis beantworten kann, das über das Bild ausgedrückt wird. Bei einem handwerklichen Problem könne das ein Ratgeber sein, bei einem Auto die passende Modellvorstellung.

Was Händler jetzt prüfen können

Auf die Neuerung aufmerksam gemacht hat etailment die auf E-Commerce spezialisierte DTC SEO Agency. Ihr Gründer Thomas Phillips empfiehlt in einer Pressemitteilung drei Prüfschritte:

  1. Seiten mit Traffic aus visueller Suche identifizieren. Im Leistungsbericht den Suchtyp „Multimodal“ wählen und prüfen, welche Produkt- und Kategorieseiten erscheinen, und mit den Produkten abgleichen, bei denen man Sichtbarkeit erwartet hätte.
  2. Bilder auf diesen Seiten prüfen. Zeigt das Hauptbild das Produkt eindeutig? Helfen weitere Bilder, Merkmale wie Farbe, Form, Material oder Passform zu erkennen?
  3. Produktdaten auf Seite und im Feed abgleichen. Namen, Varianten, Verfügbarkeit und weitere Attribute sollten einheitlich sein, vor allem bei Produkten, die sich optisch ähneln.

Phillips warnt davor, die Neuerung zu überschätzen: „Das ist kein Grund, die SEO-Strategie eines Händlers durch eine Bild-Checkliste zu ersetzen“, sagt er (Zitat aus dem Englischen übersetzt). Es sei vielmehr eine Gelegenheit zu sehen, ob visuelle Suche bereits Kundschaft auf die Website bringe und welche Produkte davon profitierten.

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