
IhrPlatz entlässt rund 900 Mitarbeiter
Die insolvente Schlecker-Tochter IhrPlatz will ein knappes Viertel der Filialen schließen und mehr als 900 Mitarbeiter entlassen. Bundesministerin von der Leyen fordert Klarheit über die geplante Schlecker-Transfergesellschaft.
Thomas RehmRedakteurZu starke Abhängigkeit von Muttergesellschaft
IhrPlatz hatte kurz nach Schlecker aus dem schwäbischen Ehingen Ende Januar Insolvenz angemeldet - weil die Kette sehr abhängig von der Mutter ist, etwa bei der Belieferung. Am 26. März soll das Insolvenzverfahren eröffnet werden, erklärte Schneider, der Partner in der Kanzlei des Schlecker-Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz ist.
Er strebe einen Interessensausgleich mit den Beschäftigten an. IhrPlatz hatte bereits 2005 Insolvenz angemeldet und wurde Ende 2007 von Schlecker übernommen.
Ministerin von der Leyen fordert Klarheit über Schlecker
Unterdessen will Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bis Ende nächster Woche Klarheit über eine Transfergesellschaft für die Schlecker-Mitarbeiter schaffen. Die insolvente Drogeriekette will rund 12.000 Mitarbeitern kündigen. In einem Gespräch mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und Verdi-Chef Frank Bsirske sei klar geworden, dass alle Beteiligten eine solche Gesellschaft anstrebten, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag in Berlin.
Wenn alle rechtlichen Hürden genommen worden seien, könnten die Betroffenen bis zu zwölf Monate lang Transfer-Kurzarbeitergeld erhalten. Damit werde aber keine Beschäftigungsgesellschaft geschaffen - Ziel sei eine schnelle Jobvermittlung. Ende März soll das Schlecker-Insolvenzverfahren eröffnet werden. Ab April soll die Kette durch den Stellenabbau und die Schließung von rund 2.400 Filialen mit schwarzen Zahlen arbeiten.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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