Ikea will wachsen, wachsen, wachsen

Ikea will wachsen, wachsen, wachsen

Krise? Welche Krise? Ikea hat durch die weltwirtschaftlichen Turbulenzen keinen Schaden genommen. Die Schweden melden Umsatz- und Gewinnsprung - und haben ein ehrgeiziges Ziel.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Es sei ein gutes Jahr für Ikea gewesen in einer wirtschaftlichen Lage mit Herausforderungen, sagte der neue Konzernchef Peter Agnefjäll am Dienstag der dpa. "Wir wachsen weiter und gewinnen Anteile auf fast allen Märkten." Deutschland bleibt mit einem Umsatzanteil von 14 Prozent wichtigster Einzelmarkt vor den USA. Nach Verzögerungen will Ikea dieses Jahr neue Häuser in Hamburg-Altona und Lübeck eröffnen.

305 Einrichtungshäuser in 26 Ländern

Bei dem weltweiten Expansionskurs soll es bleiben: "Wir haben das sehr ehrgeizige Ziel, 2020 einen Umsatz von 50 Milliarden Euro zu erreichen", erklärte Agnefjäll. Der frühere Assistent des Firmengründers Ingvar Kamprad hat die Leitung des Möbelhauses im September von Mikael Ohlsson übernommen. Ikea betreibt derzeit 305 Einrichtungshäuser in 26 Ländern. Vergangenes Jahr wurden 684 Millionen Besucher gezählt. "Ich denke, dass wir in diesem Jahr zehn weitere Läden eröffnen", sagte Agnefjäll.

Das Möbelhaus ist unbeschadet durch die Finanz- und Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre gekommen. Der Umsatz wuchs, weil Verbraucher ihr Geld lieber in die eigene Wohnung steckten. Nun trägt die anspringende Weltkonjunktur die Entwicklung bei Ikea. "Wir sind im vergangenen Jahr in den USA stark gewachsen, die ein etablierter Markt für Ikea sind." Auch in Europa läuft es besser als zuvor, ebenso in den Schwellenländern: "China und Russland sind unsere größten Wachstumsmärkte mit zweistelligen Zuwächsen im vergangenen Jahr", sagte Agnefjäll.

Mehr als einfache Möbelhäuser

Gerade in China kommt Ikea gut an. Bei der Mittelschicht in den Großstädten sind die Möbel beliebt. Zwar sind sie im Vergleich zu chinesischen Möbel nicht unbedingt billiger, aber sie gelten als modern. Bei der Eröffnung einer weiteren Filiale vergangenen August in Peking standen Tausende Chinesen Schlange.

Zudem sind Ikea-Filialen in China mehr als einfache Möbelhäuser. Das Staatsfernsehen CCTV lobte kürzlich: "Ein Besuch bei Ikea ist mehr als das Einkaufen von Möbeln. Es ist eine Erfahrung, die oft einen ganzen Tag dauert." Menschen lassen ihre Kinder dort spielen. Andere schlafen in der Bettenabteilung oder essen auf den Sofas. Das sei kein Problem, sagte Angela Zhu von Ikea China dem Sender: "Sie sollen heute unsere Produkte testen, und morgen sollen sie etwas kaufen."

Mehr Serviceangebote und ein Ausbau des Online-Einkaufs

Für Deutschland bleibt Ikea bei seiner Klage, dass Bürokratie das Wachstum bremst. "Es ist nicht immer leicht, Genehmigungen oder gute Standorte zu bekommen", sagt Agnefjäll. Trotzdem bedeutet auch der Deutschland-Umsatz 2013 von fast vier Milliarden Euro einen Rekord. Währenddessen büßte die Branche nach Angaben des Fachverbandes BWB insgesamt etwa 1,2 Prozent Umsatz ein.

Agnefjälls Wachstumsziel würde fast eine Verdoppelung des Umsatzes bedeuten. Das will er mit bewährten Ikea-Methoden wie ständiger Produktverbesserung bei niedrigeren Preisen erreichen. Dazu sollen mehr Serviceangebote und ein Ausbau des Online-Einkaufs kommen. Das starke Wachstum hat Tradition. Noch vor zehn Jahren lag der Umsatz bei 11,4 Milliarden Euro.

Allerdings veröffentlicht Ikea als nicht börsennotiertes Unternehmen nur ausgewählte Zahlen. Das komplizierte Firmengeflecht wird von einer Stiftung in den Niederlanden gesteuert, Gründervater Kamprad hat immer noch Einfluss auf die Strategie.

Friedemann Kohler/Stephan Scheuer, dpa

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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