
Innenansichten à la Google
Mit Google Places baut der Internetgigant seine lokale Suche weiter aus. In einem Pilotprojekt werden nun sogar eigene Fotografen in Läden und Restaurants geschickt.
Björn BöerChefredakteurUSA, Australien und Japan
Zunächst schickt Google seine Fotografen in ausgewählten Städten in den USA, Australien und Japan in die Ladenlokale. "Deutschland ist momentan nicht in der Planung", heißt es auf Anfrage von Der Handel aus der Google-Pressestelle.
Veröffentlicht werden die Fotos dann im Rahmen von Google Places, einer Art Branchenbuch, das dem Suchenden bei der Suche in Google Maps weitere Auskünfte etwa über Händler, Hotels oder Kinos in der Nähe gibt.
Mit dem Angebot will der Suchmaschinengigant sein lokales Engagement vorantreiben: Immerhin stehe eine von fünf Suchanfragen bei Google mit einem Ort in Verbindung. „Deshalb wollen wir sicherstellen, dass Unternehmen gut gefunden werden und gleich ihre Schokoladenseite präsentieren können“, heißt es.
Google Places
Die Ortsseiten Google Places wurden im September 2009 für mehr als 50 Millionen Orte rund um die Welt eingeführt – um den Kunden zu helfen, "informiertere Entscheidungen darüber treffen zu können, wohin sie gehen wollen", formuliert es Google in seinem deutschen Blog. "Von Restaurants über Hotels, Reinigungen und Fahrradläden, bis zu interessanten Orten wie Museen, Schulen und Parks."
Die Ortsseiten zeigen Fotos, Beurteilungen und Angebote der lokalen Geschäftsleute.
Jeder Unternehmer kann dabei sein eigenes Profil hinterlegen und die Einträge um Details wie Öffnungszeiten, Fotos und Videos ergänzen – und das sogar kostenlos. Mehr als vier Millionen haben dies inzwischen getan.
Seit Kurzem gibt es auch die Funktion so genannter Echtzeit-Updates auf den Ortsseiten. Wenn ein Händler beispielsweise eine Verkaufsveranstaltung besonders bewerben will, kann er dies mit einem "Post", also einer Mitteilung auf seiner Firmenseite direkt kommunizieren.
Kostenlose Auswertung für Unternehmen
Google bietet den Unternehmern sogar eine Auswertung an – ebenfalls kostenlos. Das personalisierte "Dashboard" im Google Places-Konto zeigt dem Unternehmer, wie oft Nutzer ihn bei Google gefunden und welche Suchwörter sie dazu benutzt haben.
Und so will Google dann letztlich auch Geld verdienen: Wenn ein Händler sieht, wie Google Places das Interesse an seinem Laden beeinflusst, könne er "besser informierte Entscheidungen" darüber treffen, wie er am besten in Google gefunden wird. Das heißt im Klartext: Er schaltet hoffentlich bei den entsprechenden Suchschlagworten kostenpflichtige AdWords-Anzeigen.
Sybille Wilhelm
Dieser Artikel ist in der Juni-Ausgabe von Der Handel erschienen.
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Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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