
Insolvenzverwalter plant Deal mit Schlecker-Familie
Der einstige Drogeriekönig Anton Schlecker soll auf dem Weg in die Pleite viel Geld in Sicherheit gebracht haben. Im Ringen um das Privatvermögen gibt es nun offenbar Bewegung.
Björn BöerChefredakteurEin weiteres Grundstück soll an seinen Sohn gegangen sein. Schlecker führte das einstige Drogerieimperium als sogenannter eingetragener Kaufmann, weswegen er mit seinem gesamten Privatvermögen haftete. Insolvenzverwalter Geiwitz durfte daher auf Jahre zurück auch private Finanzströme analysieren und beanstanden.
Ein Vergleich als "vernüftigste Lösung"
Das "Manager Magazin" zitiert den Juristen mit den Worten: "Der Vergleich ist für die Gläubiger und die Familie die vernünftigste Lösung." Andere Wege könnten eine Lösung erschweren und verteuern. Ein persönliches Treffen mit Schlecker-Familienmitgliedern noch im Januar solle die Einigung perfekt machen. Geiwitz selber oder seine Sprecher waren zunächst für Stellungnahmen nicht erreichbar.
Laut dem Magazin liegt die Summe, um die es dem Verwalter geht, "dem Vernehmen nach bei etwa zehn Millionen Euro". Dazu zähle Geld in Millionenhöhe, das noch wenige Tage vor der Insolvenz bei einer Firma der Kinder Lars und Meike Schlecker eingegangen sein soll. Zuletzt stritten sich dem Bericht zufolge Verwalter und Familie um Details, etwa die Rückgabe von Geschenken an die Schlecker-Enkelkinder.
Sollte der Kompromiss zum Zurückholen übertragener beziehungsweise verschobener Vermögensteile doch noch scheitern, halte sich Geiwitz den Weg einer Klage offen. Heutzutage, ein Jahr nach Bekanntwerden der Pleite, ist Europas ehemals größte Drogeriemarktkette weitgehend abgewickelt.
Von den ehemals 25.000 Beschäftigten in Deutschland ist knapp die Hälfte noch auf Jobsuche. 2006 rühmte sich Schlecker noch als "Alleininhaber des größten Drogeriemarktunternehmens der Welt". Ende Juni 2012 klingelten dann die Schlecker-Kassen ein letztes Mal.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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