
"Technische Innovationen kommen nicht mehr aus den USA"
Metro-IT-Chef Timo Salzsieder über die Anforderungen an einen internationalen Konzern, die Zusammenarbeit mit Google und Dauerbrenner bei dem Thema Innovation.
In China gibt es schon viele autonome Supermärkte, also komplette Selbstbedienung. Wie ist die Metro da in Europa aufgestellt?
Bei dem Thema müssen wir uns nicht verstecken. Zum Beispiel haben wir in Tschechien Möglichkeiten zum Self-Checkout installiert, die es so in China noch gar nicht gibt.
Sie arbeiten eng mit Google zusammen. Wie kann man sich das vorstellen?
Mit Google vernetzen wir uns sehr stark, schicken Leute nach Kalifornien zu Google-Konferenzen und haben direkten Kontakt mit deren Entwicklungsabteilung. Wir nutzen inzwischen auch einen großen Teil der Google-Infrastruktur, in Form der Google Cloud, flächendeckend. Wir sind sowohl mit Industriepartnern als auch Dienstleistern im intensiven Austausch, um Innovation voranzutreiben, Methoden auszutauschen und gemeinsam Produkte zu entwickeln.
Wie sieht Ihre IT-Strategie für die Zukunft aus?
Wir wollen uns weiter ausdehnen, zum Beispiel kommen in China und Rumänien weitere Standorte hinzu. Wir werden Standorte wie Berlin und Düsseldorf mit weiteren Mitarbeitern stärken. Wir investieren zudem stark in Innovationsthemen, um die Zukunft des Handels mitzugestalten, und wollen ein sehr gut ausgestatteter Omnichannel-Händler werden.
Welches ist das derzeit wichtigste Innovationsthema?
Immer noch Daten. Wir sitzen auf einem Schatz von Daten. Aufgrund unseres Prozesses, dass man sich am Eingang mit der Metrokarte identifizieren muss, wissen wir viel über unsere Kunden und wollen dies nutzen. Zum Beispiel mit personalisierter Kommunikation und bedarfsgerechter Aussteuerung des Sortiments. In dem Umfeld können wir noch sehr viel machen.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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