
Kartellamt ermittelt im Lebensmittelhandel
Das Bundeskartellamt untersucht die "Machtstrukturen" bei der Beschaffung von Lebensmitteln - und hat nun an 21 Handelsunternehmen und rund 200 Hersteller Fragebögen versandt.
David WöllensteinRedakteurWarengruppen werden untersucht
In der nun angelaufenen ersten Stufe der Untersuchung will das Bundeskartellamt die Machtstrukturen im Bereich der Beschaffung von Lebensmitteln anhand zahlreicher Kriterien ermitteln.
Untersucht werden dabei größere Warengruppen, aber auch in Stichproben neun Produktmärkte. Dazu gehören Gemüsekonserven, Milch, Butter, gekühlte (Milch-)Kaffeegetränke, Ketchup, Tiefkühlpizza, Röstkaffee und Schaumwein. Auch die Ergebnisse aus bereits abgeschlossenen Fusionskontrollverfahren sollen bei der Untersuchung berücksichtigt werden.
Die Wettbewerbshüter rechnen mit einem erheblichen Datenaufkommen. Diese große Datenmenge sei erforderlich, um ein genaues Bild der Machtverhältnisse zwischen Händlern und Herstellern im untersuchten Bereich nachzeichnen zu können.
Zweite Stufe im Januar
In der zweiten Stufe der Untersuchung geht es darum, ob die führenden Handelsunternehmen Einkaufsvorteile gegenüber ihren Wettbewerbern genießen und worauf diese Vorteile im Einzelnen beruhen. Zudem soll dann aufgezeigt werden, welche Auswirkungen das auf den Wettbewerb hat.
Die Fragebögen für die zweite Stufe sollen im Januar 2012 verschickt werden. Einen Zwischenbericht will das Bundeskartellamt noch 2012 vorlegen.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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