Kartellamt macht Edeka Stress

Kartellamt macht Edeka Stress

Ein großer Deal im Lebensmittelhandel droht zu platzen: Das Bundeskartellamt hat schwere Bedenken gegen die Übernahme der Tengelmann-Märkte durch Edeka.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Nach einem Bericht der "Lebensmittel Zeitung" kündigte die Wettbewerbsbehörde in der den Unternehmen zugestellten Abmahnung an: "Wir beabsichtigen, das am 6. November 2014 angemeldete Zusammenschlussvorhaben zu untersagen."

Kartellamtspräsident Andreas Mundt betonte, nach Überzeugung der Wettbewerbshüter führe ein Zusammenschluss zu einer Verdichtung der ohnehin stark konzentrierten Marktstrukturen. Außerdem drohe eine erhebliche Behinderung des Wettbewerbs auf verschiedenen Beschaffungsmärkten des Lebensmitteleinzelhandels.

Die Behörde befürchtet, dass die mittelständischen Handelsunternehmen, die bislang versuchen, ihre Wettbewerbsfähigkeit im schwierigen Wettbewerbsumfeld des Lebensmitteleinzelhandels durch eine Einkaufskooperation mit Tengelmann zu stärken, diesen Partner verlieren würden.

Neun Tage Zeit, Stellung zu beziehen

In vielen der betroffenen Regionalmärkte oder Stadtbezirke würden mit Edeka und dem Konkurrenten jeweils einschließlich ihrer markenorientierten Discounter Netto und Penny nur noch zwei Nahversorger verbleiben, die dem Kunden ein umfassendes Warensortiment mit einem hohen Anteil von Markenartikeln anbieten können, teilt die Behörde mit. "Dabei liegen die Marktanteilszuwächse von Edeka bei einer Übernahme von Kaiser's Tengelmann in den problematischen Märkten, insbesondere in Berlin und München, im Regelfall weit über 10 Prozent", heißt es weiter.

Das Kartellamt befürchtet zudem, dass durch den Zusammenschluss von Edeka und Tengelmann vielen Herstellern eine bedeutende Absatzalternative wegbrechen würde.

Die ablehnende Haltung der Wettbewerbshüter muss allerdings nicht das letzte Wort sein. Die Unternehmen haben nun bis zum 26. Februar die Möglichkeit, zu dem Entscheidungsentwurf Stellung zu nehmen und Vorschläge zu machen, um die Bedenken des Kartellamts auszuräumen. Diese Frist kann auch verlängert werden.

Schon vor einiger Zeit hatte Präsident Mundt eine "Verkrustung" im Lebensmitteleinzelhandel beklagt.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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