
Keine Chance für Bezahl-Nachrichten im Web
Konfrontiert mit rückläufigen Leserzahlen, einer Flaute auf dem Anzeigenmarkt und dem ständig wachsenden Wettbewerb im Netz geraten Zeitungen immer stärker unter Druck. Parallel zu fast täglich neuen Schreckensmeldungen aus dem US-Zeitungsmarkt kommt dort, aber auch in Europa neuerlich die Frage auf, wie die Printmedien ihr Überleben in Zukunft sicherstellen können.
Thomas RehmRedakteur"Die Diskussion um kostenpflichtige Online-News ist eigentlich durch, der Zug dafür ist längst abgefahren", meint Hannes Schopf, Sprecher des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ), im Gespräch mit pressetext. Worüber Verlage allerdings nachdenken würden, seien verschiedene kostenpflichtige Plattformangebote und Zusatzdienste, die dem Nutzer einen echten Mehrwert bieten. "Für Spezialangebote wären die Leser dann auch bereit zu bezahlen. Schlichte Nachrichten, die jetzt kostenlos sind, wird niemand mehr verkaufen können", so Schopf. Auch beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hält man das Bezahlen für Online-Inhalte, die bislang gratis waren, für sehr unwahrscheinlich. "Geld bezahlen werden Nutzer nur für Content, den sie sonst nirgends oder schwerlich finden - wie zum Beispiel Themen-Dossiers, Archivdienste oder Fotorecherche", erklärt Anja Pasquay, Sprecherin des BDZV, gegenüber pressetext.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
Alle Beiträge