Keine Überlebenschancen für Schlecker XL-Filialen

Keine Überlebenschancen für Schlecker XL-Filialen

Und wieder heißt es, es gebe "keine wirtschaftlich vertretbare Perspektive" für eine Schlecker-Tochter. Diemal trifft es die Schlecker XL GmbH, zu der etwa 350 größere Filialen zählen.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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"Leider konnte kein Komplettverkauf von Schlecker XL zusammen mit IhrPlatz erzielt werden", erklärte Insolvenzverwalter Werner Schneider. Wegen der tariflichen Einheit mit der insolventen Muttergesellschaft sahen die Investoren "ein viel zu großes und nicht kalkulierbares Risiko im Zusammenhang mit den Kündigungsschutzklagen".

Schneider bedauerte, dass die Beschäftigen bei Schlecker XL nun auch ihre Arbeitsplätze verlieren würden. Die Kündigungen würden voraussichtlich bis Mitte Juli versandt.

Eine weitere Überlebenschance habe hingegen die Tochter IhrPlatz, teilte der Gläubigerausschuss nach einer Sitzung am Donnerstag in München mit.
Die Gespräche mit einem Investor für die IhrPlatz-Filialen würden am Montag fortgesetzt.

Angst vor Tausenden von Klagen

Eine Welle von Kündigungsschutzklagen spielte eine entscheidende Rolle im letztlich erfolglosen Ringen des Insolvenzverwalters um das Überleben von Schlecker.

Eine frühere Schlecker-Mitarbeiterin aus Baden-Württemberg hat nun vor Gericht erfolgreich gegen ihre Kündigung geklagt. Das Arbeitsgericht Heilbronn entschied, dass bei der Sozialauswahl für ihre Kündigung grobe Fehler gemacht wurden, wie das Landesarbeitsgericht am Donnerstag in Stuttgart mitteilte.

"Die Kündigung ist unwirksam und das Arbeitsverhältnis besteht weiter", sagte ein Gerichtssprecher.

Urteil mit weitreichenden Folgen

Die Heilbronner Entscheidung könnte weitreichende Folgen für die Insolvenzverwaltung haben. Wird weiteren Ex-Mitarbeitern Recht zugesprochen, hätten diese rückwirkend Anspruch auf die Gehälter der vergangenen Monate. Ihren Arbeitsplatz können sie wegen der Auflösung von Schlecker jedoch nicht zurückerhalten.

Laut Geiwitz spiegelt die Entscheidung die größten Bedenken möglicher Investoren wider: "Der Fall zeigt das Problem sehr klar: Der Anspruch der Frau auf einen Arbeitsplatz geht auf einen Investor über. Aus diesem Grund sind auch alle Insellösungen gescheitert."

"Wenn jemand zum Beispiel 50 Filialen übernähme, könnten sich die bisherigen Schlecker-Mitarbeiter in diese Betriebsstätten einklagen oder es jedenfalls versuchen», sagte Geiwitz der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Dies gab nun anscheinend auch beim Aus für die XL-Filialen den Ausschlag.

Das endgültige Aus von Schlecker in dieser Woche hat noch eine weitere Konsequenz: Auch die bereits im Frühjahr entlassenen Mitarbeiter bekämen nun noch einmal eine Kündigung, betonte Geiwitz. "Wir müssen jetzt aus formalen Gründen allen noch einmal kündigen - weil es nun definitiv keine Betriebsstätten mehr gibt."

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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