„Um anspruchsvolle Kunden langfristig an einen Shop zu binden, sollten sie bei jedem Besuch neu inspiriert und begeistert werden“, so das Resümee von Holger Lendner, Geschäftsführer von Hermes Nextec, zur Auswertung. „Dies lässt sich etwa über mindestens wöchentlich wechselnde Onsite-Kampagnen mit neuen Produkten, Stories mit passenden Produktverlinkungen sowie personalisierten Produktempfehlungen erreichen. Speziell die Vernetzung von spannenden Content-Stories mit direkten Produkten kann hierzu einen guten Beitrag leisten.“ Sagt sich leicht, ist aber in der Praxis mit einem hohen Aufwand verbunden.
Die wichtigsten Faktoren der Kundenzufriedenheit hat aktuelle die Managementberatung Bearing Point im Rahmen einer Befragung von 30 führenden deutschen Onlinehändlern für die Studie "Logistik im Onlinehandel" ermittelt. Es sind vor allem fehlerfreie Abwicklung, Problemlösungsfähigkeit uind Kundenkommunikation. Um diese sicherzustellen, halten 92 Prozent der befragten Händler ein möglichst multilinguales Call-Center für unverzichtbar. Fast ebenso wichtig sind laut Aussage der Studienteilnehmer zuverlässige und zeitnahe Informationen zum Status des konkreten Kundenauftrags.
Natürlich verlangt der Kunde selten etwas, was er nicht schon irgendwo kennengelernt hat. Daher sind es die Onlinehändler selbst, die mit entsprechenden Innovationen die Latte ständig etwas höher hängen - absolut verständlich, wenn man sich vom Wettbewerb abheben will. Das nächste große Thema dürfte Same-Day-Delivery werden. Im Rahmen einer Erhebung von ibi Research gaben über die Hälfte der befragten Verbraucher an, die Zustellung am selben Tag nur zu nutzen, wenn sie kostenlos ist. Die Refinanzierung dürfte also schwierig werden. Und dennoch wird es auch bei diesem Thema marktanteilsfixierte Händler geben, die ohne Rücksicht auf die Marge vorpreschen. Dann vergeht noch etwas Zeit, und auch Same-Day-Delivery gehört zum Standardkatalog der Kundenansprüche.
Gibt es einen Ausweg aus der Anspruchsspirale? Nein. Die Grenze müsste eigentlich dort liegen, wo die Margen negativ werden. Aber damit können diverse Anbieter - zumindest zeitweise - sehr gut leben.
(Illustration oben: Morburre/Wikimedia)
Redakteur
Klaus Janke ist freier Autor und Journalist mit dem Schwerpunkt Marketing und Medien. Daneben betreut er Corporate-Publishing-Projekte. Von 2000 bis 2008 arbeitete er für HORIZONT, zunächst als Ressortleiter Internet, dann als Ressortleiter Marketing. Davor war er unter anderem für die „WAZ“, für „Prinz“, seine eigene PR-Agentur und als Chefredakteur für das „Journal Frankfurt“ aktiv. Klaus Janke lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und bloggt unregelmäßig auch hier: www.jankesbuntewelt.com.
Alle Beiträge