
Konsumfreude bei Verbrauchern sinkt
Die neuesten Daten zur Konsumstimmung bei den Verbrauchern werden dem Einzelhandel nicht gefallen. Das Geld sitzt bei den Deutschen nicht mehr ganz so locker wie noch im Frühsommer.
Thomas RehmRedakteurGriechenland trübt Stimmung
Die Konsumforscher führen die leichte Abkühlung der Verbraucherstimmung vor allem auf den wochenlangen Schuldenstreit mit Griechenland zurück. Auch wenn inzwischen eine Einigung erzielt sei, wirke der Streit nach. Trotzdem könne nicht davon gesprochen werden, "dass der Konsummotor ins Stottern gerät oder sogar abgewürgt wurde", betonte die GfK. Er dürfte auch in diesem Jahr der Rolle als wesentlicher Konjunkturpfeiler gerecht werden.
Wie gut die Verbraucherstimmung weiterhin sei, zeigten auch die im Juli um 8,6 Prozent gestiegenen Steuereinnahmen. Sie wiesen nicht nur auf höhere Löhne und Gehälter hin, sondern auch auf gute Umsätze des Einzelhandels, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.
Sparneigung steigt - doch noch keine Trendwende
Ganz so euphorisch wie vor einigen Monaten seien deutsche Verbraucher aber dennoch nicht mehr, räumte Bürkl ein. Das zeige sich etwa an der seit März steigenden Sparneigung.
Der entsprechende Wert war noch im Februar auf ein Allzeittief gerutscht. Seitdem sei die Sparneigung der Deutschen von Monat zu Monat gewachsen. "Darin und in dem stagnierenden Konsumklimaindex eine Trendwende zu sehen, halte ich allerdings für verfrüht", unterstrich Bürkl.
Die Sorgen der Autoindustrie
Dennoch gebe es weiterhin Risiken. Dazu gehörten etwa die inzwischen schlechter laufenden Geschäfte deutscher Autobauer in China. Sollte die Entwicklung anhalten, könnten dadurch Arbeitsplätze bedroht sein, sagte der Konsumforscher. Das könnte auch bei Beschäftigten in anderen Branchen Jobängste auslösen und auf die Verbraucherstimmung drücken. Wer um seinen Arbeitsplatz bange, stelle in der Regel größere Anschaffungen erst einmal zurück.
Im August waren alle drei für das Konsumklima relevanten Faktoren unter Druck geraten: Neben der Konjunkturerwartung verzeichneten die Konsumforscher auch bei der Einkommenserwartung und der Anschaffungsneigung einen Abwärtstrend, der sich bei zwei Faktoren zu verfestigen scheine, urteilt die GfK. Dagegen könnte die im August etwas skeptischere Einkommenseinschätzung nur ein Ausreißer gewesen sein. Viele Bundesbürger rechneten im Großen und Ganzen weiterhin mit stabilen Löhnen und Gehältern.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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