
Konversion: Warum Amazon wirklich zum fürchten ist
6,8 Milliarden Euro hat Amazon im vergangenen Jahr in Deutschland umgesetzt. Die Branche war von den Socken. Seitdem wird gegrübelt , wie sich der Umsatz zwischen physikalisch und digital vertriebenen Produkten aufschlüsselt und wie sich die Summe auf eigene Produkte, Marketplace und Provisionen, Werbung und Web-Services verteilt. Da hofft mancher auf beruhigende Erkenntnisse. Wenn man da mal nicht die Lösung an der falschen Stelle sucht. Amazon ist nämlich vor allem eines: Ein König der Konv...
Die Finanzanalysten von Cowen and Company haben für ihren Consumer Tracking Survey 2.500 US-Verbraucher befragt. Ergebnis: 75 Prozent der Besucher der Amazon-Website haben dann auch online eingekauft. Weit abgeschlagen sind selbst US-Riesen wie Wal-Mart (36 Prozent). Weitere Zahlen bei eCommerce-Bytes.
Nun ist das eine ziemlich eigenartige Zahl. Das US-Ergebnis dürfte methodische Gründe haben.
Eigentlich ist man bei den Werten, die man hier gemeinhin vergleicht ganz, ganz andere Größenordnungen gewohnt. Schließlich bleibt die Mehrheit der deutschen Händler unter einer Konversionsrate von 1,5 Prozent .
Trotzdem bestätigen die Zahlen einen Trend. So sind die deutschen Konversionsraten im internationalen Vergleich eher mau. Von 2-3 Prozent im Schnitt geht beispielsweise eine Studie der britischen Analysten von E-Consultancy aus.
Und Amazon?
Bei Quora gibt ein ehemaliger Amazon-Mitarbeiter (Glaubwürdig? Das mag jeder selbst entscheiden) die Konversionsrate mit 4 Prozent im Schnitt und in der Spitze mit 8 Prozent an.
Sollte die Zahl stimmen, dann zeigt sie, wie gut es Amazon gelingt, Besucher in bare Münze zu verwandeln. Auch wenn es gruselt: Manch ein Shop mag sogar noch bessere Zahlen schaffen. Doch die Zahl für Amazon soll für alle Segmente gelten. Da sind dann auch Totalausfälle dabei.
Das kann man alles noch alles Zahlenmystik abtun, nackte Konversionsraten als wenig aussagekräftig ablehnen. Kann man machen.
Was dem stationären Handel - und einigen Online-Playern - aber wirklich sorgen machen sollte, ist die Kundenzufriedenheit. Die macht den Klick. Und da schlägt in einer aktuellen US-Studie zum American Customer Satisfaction Index (ACSI) Online den stationären Handel um Längen und Amazon, trotz kleiner Formschwäche, alle anderen. Das ist hierzulande kaum anders.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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