
Lebensmittelhandel dreht an der Preisschraube
Der Preiskampf im Lebensmittelhandel wird nach dem Ende der Hauptferienzeit mit harten Bandagen fortgesetzt: Aldi, Edeka, Norma und Penny kündigen Preissenkungen an.
Thomas RehmRedakteurBilligere Rohstoffe als Hintergrund
Edeka, Deutschlands größter Lebensmittelhändler, zückt ebenfalls den Rotstift. Die Preissenkungen beträfen aber nicht Markenprodukte, sondern Artikel im Preiseinstiegsbereich. Wegen billigeren Rohstoffen seien die Preise in diesem Jahr stark gesunken. "Der Einzelhandel ist das tagtägliche Konjunkturprogramm für den Verbraucher - nachhaltiger als die Abwrackprämie", sagte die Sprecherin.
Auch die Edeka-Tochter Netto Marken-Discount macht mit: "Wir nehmen den Branchentrend auf und werden die Preisen für Weine, Geschirrspülmittel, Tiernahrung und weitere Produkte ebenfalls senken", sagte eine Sprecherin.
2009 sei rund 860 mal der Rotstift bei Produkten angesetzt worden.
Beim Milchpreis ist der Tiefpunkt erreicht
Die Rewe-Discounttochter Penny kündigte ebenfalls Preissenkungen von Joghurt über Käse und Fisch bis hin zu Wein und Champagner an. Der Discounter Norma erklärte, dass pünktlich zum Herbstanfang die Preise fallen - angefangen bei Käse bis hin zu Tiernahrung.
Handels-Experte Boris Planer vom Forschungsunternehmen Planet Retail verwies darauf, dass die Rohstoffpreise gegenüber dem Tiefpunkt Ende 2008 wieder merklich angezogen haben. Dies spürten die Verbraucher aber nur zeitversetzt, da die Verträge zwischen der Lebensmittel-Industrie und dem Lebensmittel-Handel oftmals Laufzeiten von mehreren Monaten hätten.
Bei Milch sei der Preistiefpunkt inzwischen sicherlich erreicht. Bei anderen Produkte gebe es möglicherweise noch Spielraum.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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