Conversion-Treiber: Webshop in Echtzeit personalisieren

Conversion-Treiber: Webshop in Echtzeit personalisieren

Das kann einem den Spaß am Einkauf bei Amazon auf Wochen verleiden: Für die entfernte Erbtante bei Amazon eine Häkeldecke bestellt und schon bekommt man für Wochen eigenartige Empfehlungen zu sehen. Dabei können personalisierte Empfehlungen beim Klick auf einen Online-Shop durchaus sinnvoll sein, wenn sie mehr bieten als einen Datenaufguss des letzten Warenkorbs. Genau dieses "mehr" verspricht RichRelevance, dessen Gründer David Selinger schon die Personalisierung bei Amazon.com etabliert hat...

OKOlaf KolbrückChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Genau dieses "mehr" verspricht RichRelevance, dessen Gründer David Selinger schon die Personalisierung bei Amazon.com etabliert hat. Nun eröffnet der Anbieter aus San Francisco seine erste Niederlassung in München und will auch hiesigen Webshops zeigen, wie sich individuelle Interessen der Kunden auf der Website spiegeln lassen - ohne dass immer wieder die Häkeldecke für die Erbtante zu sehen ist.

Die Software RichContent von RichRelevance analysiert dazu das Verhalten der Seitenbesucher auf Basis des aktuellen und vorhergehenden Verhaltens des Nutzers, (wie Klicks, Suchbegriffe, Views). Nicht weiter ungewöhnlich. Zusätzlich aber werden Informationen wie Page Views oder Hinweise aus sozialen Medien wie „Likes“ oder „Favoriten“ zur Verfügung gestellt. Das soll dann dem Nutzer ein persönlichen Erlebnis verschaffen und somit auch Interessen und Markenpräferenz berücksichtigen. All das natürlich in Echtzeit.

Individualisiertes Surfen

Hinzu kommen statistische Daten aus dem Verhalten spezifischer Konsumentengruppen, die ähnliche Eigenschaften oder Interessen teilen. Das Prinzip kennt man beispielsweise aus dem Predictive Behavioral Targeting, bei dem anonymisiert unter anderem Messdaten zu Surfverhalten und Produktinteressen mithilfe mathematischer Algorithmen passgenaue Werbung liefern sollen.

"Das Ergebnis ist individualisiertes Surfen, denn jeder Websitebesucher erlebt die Inhalte der Seite anders, nämlich passend auf seine eigenen Interessen zugeschnitten", sagt David Selinger, CEO von RichRelevance. Ein Umsatzwachstum von 3 bis 15 Prozent verspricht Selinger den Kunden laut Venture Beat. Das klingt nach konservativen Angaben.

Schätzungen nach der streng wissenschaftlichen PiMalDaumen-Methodik gehen davon aus, dass bis zu 30 Prozent des Umsatzes bei Amazon auf den Empfehlungen beruhen. Das dürfte aber auch von den Produktgruppen abhängen und inwieweit die Recommendations beispielsweise in das Newsletter-Marketing eingebunden werden und dann dort wiederum Top-Seller herauspicken. Amazon soll da sogar händisch nachhelfen.

Walmart, Sears, Target, Marks & Spencer gehören bereits zu den Kunden von Selinger. Aber auch ein Markenhersteller wie L’Oreal Paris USA, dass den Nutzern nun einen personalisierten Mix aus Produktempfehlungen sowie Artikeln, Videos, Slideshows, Angeboten anzeigt. Die Inhalte ändern sich dabei simultan während der Nutzer über die Seiten klickt.

Aufgebaut wird das Deutschland-Geschäft durch Senior Account Executive Theo Khoja, der zuvor bei Adobe und Omniture tätig war.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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