
5 Tipps für die Marktplatz-Logistik
Das Verkaufen auf großen Marktplätzen bietet große Chancen, erfordert aber auch eine durchdachte - und flexible - Logistik. Denn E-Commerce und insbesondere Marktplätze entwickeln sich ständig weiter. Etailment-Gastautor Fabian Sedlmayr, Gründer von Warehousing1, gibt Tipps, die Händlern und Marken helfen, die Logistikanforderungen von Amazon, Otto und Co. zu erfüllen.
1. Anforderungen verstehen
Jeder Marktplatz hat seine eigenen Anforderungen und Optionen für die Logistik. Amazon bietet beispielsweise Fulfillment by Amazon (FBA) an, ermöglicht Händlern aber auch, die Logistik selbst abzuwickeln – Fulfillment by Merchant (FBM) und Seller Fulfilled Prime (SFP). Anforderungen, die Marktplätze stellen, sind umfassend und betreffen alles, von der Produktetikettierung bis zur Verpackung. Onlinehändler sollten sich vorab informieren, um zusätzliche Kosten oder Abmahnungen zu vermeiden. Wer mit externen Logistikanbietern arbeitet, sollte die Anforderungen und Service-Levels genau besprechen.
2. Lagerhaltung optimieren
Ein effizientes Bestandsmanagement hilft dabei, unnötige Kosten zu vermeiden. Überbestände binden Kapital und erhöhen Lagerkosten, während zu wenig Inventar zu verpassten Verkaufschancen führt. Händler sollten daher stets einen Blick auf ihr Lagerverwaltungssystem haben und bei Bedarf Bestände anpassen. Datenanalysetools und Predictive-Inventory-Management helfen Marken dabei, frühzeitig zu reagieren.
3. Schnelligkeit und Skalierbarkeit
Kunden von Marktplätzen wie Amazon sind schnelle Lieferzeiten gewohnt. Das bedeutet, dass Verkäufer oder deren Logistikpartner in der Lage sein müssen, Bestellungen zügig zu bearbeiten und zu versenden. Ein perfekt aufgestelltes Fulfillment-Set-up ist hier essenziell. Als Ziel sollten Versandzeiten von unter 48 Stunden angepeilt werden – unter 24 Stunden ist sogar noch besser.
Außerdem müssen Unternehmen darauf achten, dass die Marktplatzlogistik skalierbar aufgestellt ist. Ihre Inhouse-Logistik oder ihr externer Anbieter sollte Kapazitäten schnell und kurzfristig zur Verfügung stellen können. So können Auftragsspitzen problemlos abgefangen werden und Pakete kommen selbst in der Hochsaison immer rechtzeitig an.
4. Multichannel-Logistik richtig aufstellen
Ob eigene Website oder stationärer Einzelhandel: Für viele Onlinehändler sind Marktplätze nur ein Verkaufskanal von vielen. Damit es im Hintergrund nicht zum Logistikchaos kommt, sollten Unternehmen darauf achten, dass ihr Fulfillment für mehrere Kanäle aufgestellt ist. Dafür müssen die diversen Shopsysteme und das Warehouse-Management-System richtig integriert sein. Mit dem passenden Set-up ist dies heutzutage zum Glück kein Problem mehr.
5. Flexibilität bewahren
Der E-Commerce und insbesondere Marktplätze entwickeln sich ständig weiter. Onlinehändler sollten daher ihre Logistik flexibel aufstellen. Denn es kann sein, dass einer ihrer Hauptverkaufskanäle die Anforderungen an das Fulfillment innerhalb kurzer Zeit signifikant ändert. Mithilfe von Logistikpartnern können Marken ihre Logistik agil und zukunftssicher aufstellen. Logistiknetzwerke erlauben ihnen, notfalls reibungslos zu einem passenderen Partner zu wechseln, der auch neue Anforderungen erfüllen kann.
Fazit
Das Verkaufen auf großen Marktplätzen bietet große Chancen, erfordert aber auch eine präzise, durchdachte Logistik. Unternehmen, die danach handeln, haben gute Chancen, auf Amazon, Otto und Co. erfolgreich zu sein.
Gastautor
Fabian Sedlmayr ist Gründer und Geschäftsführer von Warehousing1, der Plattform für E-Commerce-Fulfillment und Warehousing. Er studierte Betriebswirtschaftslehre und Innovationsmanagement in Vallendar, Hongkong und Cambridge und arbeitete in diversen Stationen in der Strategieberatung.
Alle Beiträge