
Amazon, Bio Company, Novomind, ChatGPT + Gema, Mollie, Mediamarkt-Saturn + Otto, Singles Day, Ecoparcel, Südostasien, Passwörter
Aktuelle E-Commerce-News: Amazon, Bio Company, Novomind, ChatGPT + Gema, Mollie, Mediamarkt-Saturn + Otto, Singles Day und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Kundenzufriedenheit steigern durch digitales Filialmanagement per App
Administrative Aufgaben, aufwendige Warenprozesse oder manuelle Bestandssuchen kosten Store-Mitarbeitende wertvolle Zeit, die für Kundenberatung fehlt. Abhilfe schafft die Mobile Store Management App, die sämtliche Filialprozesse digitalisiert und relevante Daten auf der Fläche bereitstellt. Wie das funktioniert, zeigt das REMIRA-Webinar am 24.11. um 10 Uhr. Jetzt kostenfrei anmelden
HANDEL NATIONAL
Amazon fordert teure Spielzeug-Zertifikate
Amazon verlangt zur Weihnachtszeit Prüfzertifikate für Spielzeug, die die Einhaltung der EU-Normen EN 71 und EN 62115 bestätigen sollen, berichtet Onlinehaendler-News.de. Die Testberichte müssten direkt von Dienstleistern übermittelt werden und kosteten rund 100 Euro pro Produkt. Dabei sei das CE-Kennzeichen entgegen verbreiteter Annahme keine offizielle Zertifizierung, sondern eine Herstellererklärung nach eigener Konformitätsprüfung. Amazons Anforderungen gingen somit über die gesetzlichen Vorgaben hinaus und belasteten Händler in der umsatzstarken Saison mit unnötiger Bürokratie und Mehrkosten.
Ihr Leitfaden für Amazon Ads während der Haupt-Shopping-Saison
Die Feiertags-Shopping-Saison rückt näher und Amazon Ads bietet Lösungen an, die dazu beitragen können, dass deutsche Unternehmen aller Größen zu diesen Haupt-Shopping-Zeiten Kunden erreichen. Shopping-Events in der Feiertagssaison wie Black Friday und Cyber Monday eröffnen Werbetreibenden wertvolle Chancen, Kunden zu erreichen, die aktiv einkaufen und bereit sind, neue Marken zu entdecken. Mehr
Bio Company gibt eigenen Online-Shop auf
Die Berliner Bio Company stellt Ende November ihren eigenen Online-Shop ein und verkauft künftig ausschließlich über die finnische Lieferplattform Wolt, berichtet Retail-News.de. Der knapp einjährige Test mit der „Frischen Kiste“ habe gezeigt, dass Wolt mit 35 Minuten Lieferzeit deutlich schneller sei. Zudem biete die Plattform rund 4.000 statt bisher 1.000 Produkte an. Vorstandsmitglied Nicole Korset-Ristic spreche von einer „Verbindung zweier Stärken“ – Bio-Kompetenz treffe auf Plattform-Expertise. Der stationäre Handel bleibe weiterhin das Kerngeschäft.
Novominds neue Plattform setzt auf agentische KI
Die Hamburger Novomind hat laut Pressemitteilung zum 25. Geburtstag ihre neue KI-Plattform vorgestellt, die unterschiedliche KI-Modelle orchestriert, um Prozesse im Digital Commerce zu automatisieren. Die Lösung setze dabei auf KI-Agenten – vom Chatbot bis hin zum Shopping-Assistenten. Unternehmen könnten ihre Agenten auch ohne Programmierkenntnisse selbst erstellen. Diese würden nicht nur Kundeninteraktionen vereinfachen, sondern auch intern beispielsweise bei Texterstellung und Übersetzungen helfen.
Amazon bringt KI-Video-Generator nach Deutschland
Amazon Ads führt seinen KI-Video-Generator in Deutschland ein, berichtet Meedia.de. Das Tool verwandle Produktbilder binnen weniger Minuten in professionelle Videoanzeigen – für Sponsored Brands ohne Zusatzkosten. Werbetreibende müssten lediglich Bilder oder Produktseiten hochladen und erhielten prompt sechs mehrszenige Videos mit Übergängen, Textanimationen und Musik. Die KI setze Produkte in Alltagssituationen in Szene und optimiere bestehende Videos automatisch für verschiedene Formate. Seit dem US-Start Anfang 2025 habe sich die Nutzung im dritten Quartal vervierfacht.
ChatGPT verliert Urheberrechtsstreit um Songtexte
Die Verwertungsgesellschaft Gema hat vor dem Landgericht München gegen OpenAI gewonnen, weil ChatGPT neun deutschsprachige Liedtexte nahezu vollständig wiedergegeben habe, berichtet Heise.de. Die Texte – darunter „Atemlos“ und „Männer“ – seien im System memoriert worden, entschieden die Richter. OpenAI behaupte zwar, die Ausgabe entstehe neu durch gelernte Parameter, doch das Gericht halte eine zufällige exakte Wiedergabe für ausgeschlossen. Nachträglich ließen sich keine Daten aus KI-Modellen entfernen, technisch bleibe also nur die nachgelagerte Sperrung durch Richtlinien. Das noch nicht rechtskräftige Urteil gelte prinzipiell für alle KI-Anbieter mit ähnlichem Training.
BLACK FRIDAY
Mollie empfiehlt kleineren Händlern Abkehr vom Black Friday
„Black Friday war früher der Höhepunkt des Verkaufsjahres. Heute leben Händler:innen in einem Dauerzustand von Rabattaktionen“, schreibt Annett Polaszewski-Plath, Managing Director DACH beim Finanzdienstleister Mollie, in einem Statement zum Black Friday. Das Dauerfeuer an Deals führe dazu, dass der schwarze Freitag vor allem für kleine und mittelgroße Unternehmen an Relevanz verliere. Sie schlägt daher vor, „eigene Peaks“ aufzulegen, beispielsweise Produkt-Launches, lokale Events oder individuelle Kundenaktionen. Und: „Wer das ganze Jahr über den richtigen Preis bietet, ist erfolgreicher als derjenige mit dem niedrigsten Preis am Black Friday.“
Mediamarkt-Saturn und Otto schweigen zu Black-Friday-Start
Während Amazon seine Black-Friday-Aktionen bereits für den 20. November bis 1. Dezember angekündigt habe, halten sich große deutsche Online-Händler bislang noch bedeckt, berichtet T3N.de. Mediamarkt und Saturn – dieses Jahr mit identischem Angebot – würden zwar bis zum 13. November erste Black-Deals anbieten, aber keinen offiziellen Starttermin nennen. Otto kommuniziere ebenfalls nur den 28. November – eben den Black Friday – als Datum, habe aber in den Vorjahren jeweils rund eine Woche vorher mit seinen Aktionen begonnen.
HANDEL INTERNATIONAL
US-Online-Handel wächst solide, KI-Traffic konvertiert besser
US-Konsumenten gaben im Oktober 88,7 Mrd. Dollar online aus, ein Plus von 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, berichtet Adobe.com. Besonders interessant sei die Kehrtwende bei generativer KI: Der Traffic von KI-Quellen habe sich gegenüber dem Vorjahr verzwölffacht und konvertiere mittlerweile 16 Prozent besser als herkömmliche Kanäle. KI-Nutzer blieben 44 Prozent länger auf den Seiten, erzeugten acht Prozent mehr Umsatz pro Session und verließen Shops seltener ohne Aktion. Außerdem lege Social-Media-Werbung um 28 Prozent zu – ein deutlicher Sprung nach zuvor mageren 5,6 Prozent Wachstum im Vorjahresmonat.
Singles Day spielt Black Friday an die Wand
Der Singles Day erreichte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 202 Mrd. Dollar und übertrifft damit die amerikanische Cyber Week um das Fünffache, berichtet SRF.ch. Was 1993 an der Universität Nanjing als Junggesellen-Feiertag begann, habe Alibaba seit 2011 zum größten Shopping-Event der Welt ausgebaut. Diesjährig dauere das Festival vom 9. Oktober bis zum eigentlichen Singles „Day“, dem 11.11. Wirtschaftliche Unsicherheit und Rabattmüdigkeit würden aber wahrscheinlich die Kauflust bremsen, weshalb beispielsweise Alibaba mit sieben Mrd. Dollar an Subventionen gegengesteuert habe.
Ecoparcel macht EU-Versand für zwei Euro möglich
Die Versandplattform Ecoparcel ermöglicht Online-Händlern EU-weiten Paketversand ab zwei Euro, berichtet Diepresse.com. Das System vernetze 300.000 Paketschließfächer mit über hundert Kurierdiensten und wähle automatisch die optimale Versandroute. Durch Direktversand ohne physisches Zwischenlager entfielen Lagerkosten und Transportunterbrechungen. Die Plug-and-Play-Integration in gängige Shop-Systeme erlaube auch kleinen und mittleren Händlern den Zugang zu 750 Mio. potenziellen Käufern in der EU. Die Kosten für die letzte Meile sänken so um durchschnittlich 30 Prozent.
Österreich: 120 Mio. Umsatz zum Singles Day
Der österreichische Handel erwartet vom diesjährigen Singles Day 120 Mio. Euro Umsatz – das meiste Geld fließt jedoch an ausländische Online-Händler, berichtet ORF.at. Nur sieben Prozent der heimischen Online-Händler rechneten mit einem Plus. Konsumentenschützerin Ulrike Weiß von der Arbeiterkammer Oberösterreich warne vor fiktiven Rabatten: Die beworbenen Preisnachlässe von bis zu 50 Prozent würden meist auf unrealistischen Listenpreisen beruhen. Die Produkte seien nicht wirklich billiger – stattdessen zahlten Konsumenten indirekt für Werbung und Rücksendungen mit. Entscheidend sei der Preisvergleich vor dem Kauf.
Südostasien übertrifft digitale Umsatzziele drei Jahre früher
Die digitale Wirtschaft Südostasiens überschreitet Ende 2025 die Marke von 300 Mrd. Dollar und übertrifft damit ein ursprünglich für 2028 anvisiertes Ziel von 200 Mrd. Dollar drei Jahre früher, berichtet Channelnewsasia.com. E-Commerce bilde mit erwarteten 185 Mrd. Dollar Verkäufen das größte Segment, wobei Video-Commerce davon mittlerweile 25 Prozent ausmache – ein rasanter Anstieg von unter fünf Prozent im Jahr 2022. Singapur habe zwischen Mitte 2024 und Mitte 2025 mit 1,31 Mrd. Dollar 55 Prozent aller KI-Investitionen der Region angezogen und beherberge fast 500 der rund 700 aktiven KI-Startups in Südostasien.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Deutsche werden nachlässiger beim Passwortschutz
Nur noch 44 Prozent der Deutschen verwenden starke Passwörter – ein deutlicher Rückgang gegenüber 53 Prozent vor zwei Jahren, wie Spiegel.de unter Berufung auf den aktuellen BSI-Lagebericht berichtet. Die Sicherheitsbehörde warne vor einer wachsenden Sorglosigkeit, die besonders jüngere Nutzer zwischen 16 und 22 Jahren betreffe. Parallel dazu hätten Ransomware-Angriffe auf kleinere Unternehmen zugenommen, wobei die Gesamtsumme der Lösegeldzahlungen sinke. Das BSI registrierte im Berichtszeitraum 461 Datenleaks mit deutschen Daten sowie täglich über 350.000 Spammails in Regierungsnetzen.
Jeder dritte Deutsche würde mit seinem Gesicht bezahlen
39 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, Online-Einkäufe durch KI-Agenten erledigen zu lassen, zeigt die GfK-Studie Mastercard Payment Pulse. Bei den 30- bis 39-Jährigen seien es bereits 56 Prozent. Mehr als jeder Dritte würde Einkäufe auch per Gesichtserkennung zuordnen und abrechnen lassen – ganz ohne Kassiervorgang. Mastercard habe mit „Agent Pay“ eine agentische Plattform vorgestellt und bereits erste autonome KI-Käufe über das eigene Netzwerk abgewickelt.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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