
Ministerin Aigner will Milchbauern finanziell helfen
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner dringt vor dem Milch-Spitzentreffen in Wien darauf, die Milchbauern schnell mit mehr Geld zu unterstützen. Dafür kämpft sie auch um EU-Mittel.
Björn BöerChefredakteurEU-Staaten wollen mehr Exporthilfe
Der österreichische Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich hat seine europäischen Kollegen für diesen Montag nach Wien eingeladen, um über einen Forderungskatalog an die EU-Kommission zu beraten.
Dabei sollen Deutschland, Frankreich und Österreich federführend sein. Zwanzig EU-Staaten verlangen mehr Exporthilfen und höhere Stützungspreise.
"Bei zwanzig Staaten ist der Druck schon größer"
Angesichts der Existenzsorgen vieler Milchbauern will Aigner den Druck auf die EU-Kommission erhöhen. "Die Forderung gegenüber Brüssel ist, die Absatzförderung und die Interventionspreise zu erhöhen, die eine faktische Untergrenze der Milchpreise sind", sagte die CSU-Politikerin.
"Entscheidend ist, dass sich zwanzig EU-Länder auf ein Programm geeinigt haben, auf höhere Interventionspreise, höhere Verfütterungsbeihilfen und eine Aufstockung des Schulmilch- Programms." Zwar seien nicht alle 27 EU-Länder dafür. "Aber bei zwanzig Staaten ist der Druck auf die EU-Kommission schon größer."
Schulmilch-Modell aus gutes Beispiel
Die Erfahrungen aus einem Schulmilch-Modellversuch in Nordrhein-Westfalen hätten gezeigt, dass höhere Beihilfen den Absatz wesentlich steigerten. "Das ist unser Ziel für die ganze Bundesrepublik", formulierte es Aigner. Für das Projekt "Schulmilch im Fokus"wurden 500 Grundschulen aufgerufen, teilzunehmen.
Für die Finanzierung der Aktion stellt die Bundesregierung 9,3 Millionen Euro zur Verfügung. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt das Projekt mit 400.000 Euro.
Preise steigen wieder leicht
Die Milchpreise für Bauern sind in den vergangenen Wochen tief gefallen. Die Tendenz ist mittlerweile leicht steigend. Aldi hatte in der vorigen Woche den Butterpreis bereits angehoben.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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