Visuelle Suche: Im Mobile Commerce kauft das Auge ein

Visuelle Suche: Im Mobile Commerce kauft das Auge ein

Während Teile der Kommunikationsbranche über die Sprachsuche als nächstes heißes Ding fabulieren, muss sich die Modewelt gerade einem anderen Trend stellen: der visuellen Suche. Die wird für den mobilen Auftritt immer relevanter. Die nächste Evolutionsstufe aber steht schon in den Startlöchern.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Google, Amazon und Pinterest bieten schon lange visuelle Suchwerkzeuge. Inzwischen gewinnt die Mechanik auch für Retailer an Bedeutung, weil es für Kunden vielfach der leichteste Weg ist, schlicht ein Bild direkt in das Suchfeld hochzuladen und visuell ähnliche Artikel zu finden.

Das Foto von der Modepuppe im Schaufenster, der Screenshot einen Influencerin im schicken Outfit bei Instagram - mit der visuellen Suche lassen sich da denkbar einfach ähnliche Produkte oder der exakte Artikel finden.

Der Modehändler Asos, der rund 70 Prozent seiner Bestellungen auf mobilem Wege erhält, hat denn auch jüngst seine Fashion-App in Großbritannien mit einen visuellen Suche aufgehübscht. Auch Zalando, das fast 70 Prozent der Website-Aufrufe über mobile Geräte erhält, bietet eine entsprechende Option. Beide Apps liefern durchaus überzeugende Ergebnisse. Der Vorteil: die visuelle Suche liefert im Vergleich deutlich eingegrenzte und überschaubarere Ergebnisse. Vorteil für den Händler: Er kann durch die Bilderdaten lernen, welche Schnitte und Farbschattierungen von den Kunden derzeit favorisiert werden.

Visuelle Suche wird zum Standard-Feature

Für das Mode-Segment liegt die visuelle Suche nahe. Aber nicht nur dort macht sie Sinn. Auch Home Depot hilft beispielsweise auf diesem Weg bei der Suche nach einer passenden Bohrmaschine. Bilderkennungsfunktionen gehören auch bei JCPenney, Macy’s und anderen großen US-Ketten zum Feature-Portfolio. eBay, immer ein bisschen spät dran, hat bereits angekündigt, dass die Bildsuche im Herbst bei eBay.com kommt.Spannender ist ohnehin, was eBay in seinem neuen "The Enterainment Shop" in den USA vorexerziert.

Das digitale Medienregal promotet derzeit die 10. Staffel von “The Big Bang Theory”. Dort gibt es eines der der üblichen Szene-Bilder der Show zu sehen. Das ungewöhnliche daran: Fährt man mit der Maus über das Foto, werden viele der Kleidungsstücke, die die Schauspieler tragen, anklickbar. Der Link führt dann zu ähnlichen Artikeln bei eBay.

Ein interessanter Ansatz, der auch den eher nischig dahindümpelnden Buy Buttons auf Instagram, Pinterest und Co Schwung geben könnte, wenn diese nicht unter einem Produkt angezeigt werden, sondern über einen Layer direkt in das Foto integriert werden können.

Instagram macht das Shopping noch leichter

Instagram experimentiert mit den sogenannten „Photo-Tags“ zusammen mit Händlern seit Ende 2016 und hat die Funktion im Frühjahr 2017 ein Stück weit für den US-Markt geöffnet. Ein Klick auf den definierten Bereich mit dem Produkt liefert zusätzliche Infos. Der Doppelklick führt in den Shop direkt zu Handtasche, Hose, Schuh, Kleid oder Lippenstift.Ein Anfang. Der Durchbruch wäre es vermutlich, wenn die Technik auch massentauglich als Hebel im Influencer-Marketing eingesetzt wird. Dann braucht es den Screenshot von der Influencerin im schicken Outfit bei Instagram nicht mehr.
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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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