
Puma, Flaschenpost, Deutsche Post, Studio Retail, Fairsale.at, BintanGo, Mirakl, Frachtdiebstahl, Cyberversicherung, Lidl, Paypal, MediaMarktSaturn + Like2drive
Aktuelle E-Commerce-News: Puma, Flaschenpost, Deutsche Post, Studio Retail, Fairsale.at, BintanGo, Mirakl, Frachtdiebstahl und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Puma geht mit KI gegen Plagiate vor
Der deutsche Sportartikelhersteller Puma setzt online beim Kampf gegen Plagiate und Betrugsversuche auf Software von Red Points, wie SAZsport berichtet. Diese durchsucht Blogs, Marktplätze, Social Media, Suchmaschinen, Videoplattformen und ganze Domains nach Hinweisen auf Fälschungen oder rechtsverletzenden Veröffentlichungen und bereitet automatisch die erforderlichen Unterlagen vor, um die Löschung einzuleiten. So konnte der Konzern gemäß eigenen Angaben in den letzten 16 Monaten 760.000 Plagiate entfernen lassen, was einem Warenwert von über 500 Mio. Dollar entsprechen soll.
„Paket weg? Paket beschädigt? Systemgestützte Nachforschung mit FIEGE.
Die Bearbeitung von Klärfällen impliziert für den Customer Service eine mühsame und lästige Auseinandersetzung mit den Carriern. Das bindet Zeit und Ressourcen. Viele Online-Akteure schreiben daher ca. 0,2 % ihres Online-Umsatzes einfach ab. Das muss nicht sein. Sparen Sie bares Geld.“ Mehr lesen
Flaschenpost kombiniert Standard-Software und eigene Tools
Aufgrund steigender Kundenzahlen und einem erweiterten Sortiment strukturiert der Lebensmittel-Liefer-Service Flaschenpost seine Software neu, wie Lebensmittelzeitung.net berichtet. Wichtige Eigenentwicklungen wie das Frontend des Shops, die App zur Unterstützung der Kuriere, das Lagerverwaltungssystem oder die Software zur Koordination der Mitarbeiter-Arbeitszeiten bleiben erhalten. Neu eingeführt werden Commercetools für das Backend, Microsoft Dynamics 365 für die Finanzen, Databricks für die Analyse und Factfinder für die Suchfunktion.
Deutsche Post darf Porto nicht erhöhen
Die Deutsche Post, die innerhalb der DHL Group das Briefgeschäft abwickelt, ist mit einem Antrag bei der Bundesnetzagentur gescheitert, die Portogebühren ein Jahr früher als vorgesehen zu erhöhen. Der Antrag war mit höheren Kosten für Personal und Energie begründet, wie das Handelsblatt erklärt. Laut Bundesnetzagentur seien diese aber nicht hinreichend nachgewiesen worden. Durch diese Entscheidung müsse die Deutsche Post auf einen niedrigen, dreistelligen Millionenbetrag verzichten.
HANDEL INTERNATIONAL
Angestellte von Studio Retail fürchten um ihre Arbeitsplätze
Die Angestellten des britischen Multi-Channel-Einzelhändlers Studio Retail, der letztes Jahr von der Frasers Group übernommen wurde, fürchten, laut FashionUnited, um die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze. Ein englischer News-Dienst hatte von einem Brief berichtet, in dem Frasers-CEO Paul Kendrick von „erheblichen Kosteneinsparungen“ gesprochen habe. Die Einsparungen entstünden durch die Fusion von Studio Retail mit den beiden E-Commerce-Modeplattformen I Saw It First und Missguided, die auch durch die Frasers-Gruppe erworben wurden. Momentan verfügt Studio Retail über 2700 Mitarbeiter.
Umfrage: Was wünschen Sie sich für das Bezahlen der Zukunft?
Welche Wünsche haben Sie als Händlerin und Händler an das Bezahlen der Zukunft? Euro Kartensysteme hat dazu eine Umfrage aufgelegt. Nehmen auch Sie daran teil und beteiligen sich so an der Weiterentwicklung der girocard.
Fairsale.at – Tickethandel mit Gütesiegel
Die österreichische Ticketbörse oeticket.com, eine Tochter der CTS Eventim Austria, ermöglicht Privatpersonen den geprüften Handel mit Konzertkarten. Die Angebote auf fairsale.at werden auf ihre Echtheit geprüft und mit den regulären Preisen auf oeticket abgeglichen. Verkäufe, die den Originalpreis nicht übersteigen, erhalten auf der Website ein Fair-Deal-Siegel. Der Schwarzhandel und die Fälschung von begehrten Karten, berichtet der ORF, nehme kontinuierlich zu, wie die steigende Anzahl an Beschwerden beim Europäischen Verbraucherzentrum belege.
BintanGo erhält Investitionen in Höhe von 2,3 Mio. Dollar
Der indonesische Influencer-Marketer BintanGo erhält in einer dritten Finanzierungsrunde weitere 2,3 Mio. Dollar, um sein Geschäft auszubauen. BintanGo bietet seinen Kreativen Werkzeuge, um Videos zu planen, zu gestalten und zu monetarisieren. Damit sollen Unternehmen bei der Auswahl der geeigneten Werbebotschafter unterstützt werdeb, berichtet Tech in Asia. Die 75.000 registrierten Videogestalter hätten so im letzten Jahr auf Plattformen wie TikTok, YouTube oder Instagram insgesamt 2,3 Mio. Dollar verdient. Mit der neuen Finanzierung will man die bespielten Kanäle auf den Live-Commerce ausweiten.
Finanzierung: Mirakl sichert sich weitere 100 Mio. Dollar
Der französische Anbieter von Marktplatz-Software Mirakl konnte sein Kapital bei einer weiteren Finanzierungsrunde um 100 Mio. Dollar aufstocken, wie ECommerce News berichtet. Seit der Gründung 2012 hat sich die Kapitalisierung des Software-as-a-Service-Anbieters somit auf knapp eine Milliarde Dollar erhöht. Mirakl hat über 350 Kunden im Portfolio, darunter Boots, Macy’s, Carrefour, Conrad Electronic und Toyota Material Handling.
Der organisierte Frachtdiebstahl nimmt um 57 Prozent zu
Laut Statistiken des US-amerikanischen Frachtdienstleisters Cargonet hat in den Vereinigten Staaten der organisierte Frachtdiebstahl im zweiten Quartal um 57 Prozent zugenommen, wie Business-Insider berichtet. Der Wert der gestohlenen Waren erreichte dabei 44 Mio. Dollar. Die Diebe stehlen Zugangsdaten aus Logistikunternehmen oder fälschen Abholadressen, um ihre Raubüberfälle zu organisieren, und fliehen manchmal sogar mit komplett beladenen Anhängern. Die Strafverfolgung ist rechtlich komplex, sodass es selten zu Verhaftungen kommt. Eine Art von Fracht ist besonders begehrt: Nike. Auf Sammlerbörsen lassen sich seltene Modelle für ein Vielfaches des Ladenpreises verkaufen, ohne Spuren zu hinterlassen.
TRENDS & TECH
Falsche Angaben: Cyberversicherung muss trotzdem zahlen
Eine sogenannte Cyberversicherung ist, laut einem Urteil des Landgerichts Tübingen, auch dann zur Zahlung verpflichtet, wenn die Sicherheitsfragen vom Versicherungsnehmer grob fahrlässig falsch beantwortet wurden. Eine Unternehmerin hatte beim Abschluss vergessen zu erwähnen, dass einige der verwendeten Server auf Betriebssystemen liefen, die keine Sicherheitsupdates mehr erhielten. Im durch Ransomware eingetretenen Versicherungsfall trat der Versicherer aus diesem Grund vom Vertrag zurück, wurde aber vom Gericht zur Auszahlung verpflichtet, da die falsche Auskunft der Versicherungsnehmerin nicht arglistig erfolgt sei.
Lidl verschickt in Belgien Prospekte per WhatsApp
Als erster Händler in Belgien verschickt Lidl seine Aktionsprospekte per WhatsApp an seine Kunden, berichtet Lebensmittelzeitung.net, während man gleichzeitig die Papierversion zurückfährt und in Namur, Lüttich, Antwerpen und Gent bereits eingestellt hat. In Deutschland nutzen Rewe, Aldi und Kaufland WhatsApp bereits als Werbekanal.
Paypal stellt eigenen Stablecoin vor
Der Zahlungsdienstleister Paypal hat mit „Paypal USD“ seinen eigenen Stablecoin vorgestellt. Der ERC-20-Token basiert auf der Ethereum-Blockchain und soll vollständig durch US-Dollar-Einlagen, kurzfristige US-Staatsanleihen und ähnliche Zahlungsmitteläquivalente abgedeckt sein, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Somit kann die digitale Währung jederzeit 1:1 in US-Dollar eingelöst werden und bildet mit seiner Verwendungsfähigkeit in allen gängigen Wallet-Systemen eine Brücke zwischen klassischen und digitalen Währungen. Der Paypal USD steht momentan nur Benutzern in der USA zur Verfügung.
NACHHALTIGKEIT
MediaMarktSaturn und Like2drive lancieren Online-Abo für E-Autos
MediaMarktSaturn und der Auto-Abo-Anbieter Like2drive bieten vom 7. August bis zum 7. September ihren Kunden die Möglichkeit, verschiedene E-Autos zu abonnieren, wie MediaMarktSaturn in einer Pressemeldung vermeldet. Die Laufzeiten der Verträge liegen zwischen zehn Monaten und drei Jahren, das Abonnement umfasst auch alle Nebenkosten wie Zulassung, Wartung, jahreszeitgerechte Bereifung sowie Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung. Die passende Wallbox, sozusagen „Steckdose“ und deren Einbau, um das E-Auto auch zu Hause laden zu können, kann man online mitbestellen.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
Alle Beiträge