
Westwing, E-Rechnungen, ifo-Konjunkturumfrage, Gorillas, Global Fashion Group, Online-Umsatz UK, Alibaba, Amazon, John Lewis, Breuninger, Outfindo, Trove
Aktuelle E-Commerce-News: Westwing, E-Rechnungen, ifo-Konjunkturumfrage, Gorillas, Global Fashion Group, Online-Umsatz UK und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Westwing meldet drittes profitables Quartal in Folge
Die Münchner Home & Living Plattform Westwing verzeichnet im zweiten Quartal 2023 zwar einen leichten Umsatzrückgang von einem Prozent, bleibt aber mit einem bereinigten Ebitda von vier Millionen Euro profitabel. Die Zahl der aktiven Kunden blieb mit 1,3 Millionen stabil, das Warenvolumen pro Kunde stieg im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres um acht Prozent auf 376 Euro, meldet Möbelmarkt. Westwing betreibt seine Shops in elf europäischen Ländern und präsentiert sein Angebot im Stil einer digitalen Einrichtungs-Zeitschrift.
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Gesetzesentwurf bedroht den EDI-Standard für E-Rechnungen
Ein Entwurf des Wachstumschancengesetzes könnte bei seiner Umsetzung ab 2028 Rechnungen per EDI innerhalb Deutschlands verbieten, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Mit dem Gesetz würden elektronische Rechnungen zwischen deutschen Unternehmen zwar verpflichtend, allerdings unter Verwendung der europäischen CEN-Norm EN 16931, die nicht EDI-kompatibel ist. In vielen Branchen sind elektronische Rechnungen bereits Standard, etwa bei schnelllebigen Konsumgütern, wo die Unternehmen jährlich mehr als eine Milliarde E-Rechnungen austauschen. Die Wirtschaftsverbände HDE, BDI, BGA und Bitkom fordern das Finanzministerium auf, die Nutzung von EDI-Rechnungen unbefristet zuzulassen, wie dies in anderen EU-Staaten wie Belgien, Schweden oder Dänemark vorgesehen ist.
Lieferketten im Einzelhandel werden stabiler
Laut der aktuellen ifo-Konjunkturumfrage waren im Juli weniger Einzelhändler von Lieferengpässen betroffen als im Vormonat, der gemeldete Wert sank von 40,4 Prozent auf 36,6 Prozent. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Branchen groß: Während die Spielwarenhändler nur zu 10,4 Prozent über Nachschubprobleme klagten, waren es bei den Nahrungs- und Genussmittelhändlern 69,9 Prozent. Trotz dieser Verbesserung bleibe die Lage im Einzelhandel angespannt, diagnostiziert das ifo-Institut, der Einzelhandel mit Heimtextilien, Fahrrädern oder der Versand- und Internethandel habe zunehmend Schwierigkeiten, Kredite zu bekommen.
Gorillas hat Lieferprobleme
Der Schnelllieferdienst Gorillas hat in einigen Städten bestimmte Artikel nicht mehr im Programm, da es zu Zahlungsproblemen mit den Lieferanten gekommen ist, meldet das Handelsblatt. Milch, Brot, Aufschnitt, Eier, Produkte von Alnatura oder Rügenwalder sind einige der Lücken, die im Angebot der App klaffen. Gorillas hatte noch 2021 von Investoren 860 Mio. Euro Finanzmittel erhalten und wurde damals mit drei Mrd. Dollar bewertet. Im April war die Übernahme durch den türkischen Lieferdienst erfolgt. Eine neue Finanzierungsrunde ist im Moment nicht in Sicht.
HANDEL INTERNATIONAL
Global Fashion Group erleidet erhebliche Umsatzverluste
Der E-Commerce-Konzern Global Fashion Group hat für das zweite Quartal einen Umsatzverlust von 24,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gemeldet. Bereinigt sanken die Erlöse um 18,6 Prozent und das Nettowarenvolumen um 20,6 Prozent, teilt FashionUnited mit. Global Fashion Group betreibt seine Modeplattformen Dafiti, Zalora, Lamoda und The Iconic in Lateinamerika, Südostasien, Australien und Neuseeland.
Drei Faktoren, die nachhaltigem Konsum im Wege stehen
„Nachhaltigkeit“ ist mittlerweile Bestandteil von sämtlichen Kommunikationsmaßnahmen in Unternehmen. Doch Konsumenten sind skeptisch.Zu oft wurde der Begriff als Buzzword genutzt. Wie stehen Konsumenten also zum Thema? Und wie können Unternehmen den Konsum von umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungen fördern? Mehr lesen
Briten geben online mehr Geld aus
Wie der neuste Adobe Digital Economy Index informiert, haben britische Konsumenten im Juli online 11,3 Mrd. Euro ausgegeben, was einem Anstieg von 2,2 Prozent gegenüber dem Juli 2022 entspricht. Bereits im Juni war ein Anstieg von einem Prozent verzeichnet worden, so Ecommerce News. Trotz Inflation sind die Preise für nicht lebenswichtige Artikel wie Technologie, Spielzeug und Bekleidung im Vereinigten Königreich gefallen, so dass Verbraucher Rabatte zur Jahresmitte, wie zum Beispiel am Amazon Prime Day, mitgenommen haben.
Alibaba mit überraschend guten Zahlen
Die chinesische Alibaba Group konnte mit den Ergebnissen des letzten Geschäftsquartals die Erwartungen übertreffen, wie der E-Commerce-Player in einer Pressemitteilung bekannt gegeben hat. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 14 Prozent, der Nettogewinn verbesserte sich um 51 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar. Die Börse honorierte die Quartalszahlen und die Alibaba-Aktie legte um zwei Prozentpunkte zu.
Amazon reduziert Eigenmarken drastisch
Amazon hatte sein Angebot an Eigenmarken, vor allem im Modebereich, seit 2016 auf dreißig Labels ausgebaut, wie Textilwirtschaft.de erläutert. Nun sollen bis auf Amazon Essentials, Amazon Collection und Amazon Aware alle eingestellt werden, will das Wall Street Journal erfahren haben und vermutet, dass dies mit dem zu erwartenden Kartellverfahren zusammenhängt. Die US-Bundeshandelskommission FTC untersucht seit längerem, ob Amazon eigene Labels in den Suchergebnissen bevorzugt.
Amazon schränkt Heimarbeit weiter ein
Amazons Richtlinie für hybrides Arbeiten verpflichtet die Mitarbeiter an mindestens drei Tagen ins Büro zu kommen. Da dies offenbar nicht immer eingehalten wird, haben einige Mitarbeiter in dieser Woche eine Abmahnung per E-Mail erhalten, die nicht nur bei den Empfängern datenschutzrechtliche Bedenken ausgelöst hat, so Manager-Magazin.de. Vermutlich nutze das Unternehmen den Mitarbeiterausweis zur Überwachung. Nach der Pandemie haben die meisten Technologiekonzerne das mobile Arbeiten wieder eingeschränkt, so zum Beispiel Zoom, Google oder Apple.
TRENDS & TECH
John Lewis arbeitet mit Google Cloud zusammen
Das britische Einzelhandelsunternehmen John Lewis Partnership will in den nächsten fünf Jahren 116 Mio. Euro in seine Zusammenarbeit mit Google Cloud investieren. Zum einen soll, laut FashionUnited, ein größerer Teil der Unternehmens-IT in die Cloud verlagert werden, zum anderen sollen Google-Cloud-Dienste wie KI oder maschinelles Lernen genutzt werden. Das Unternehmen, dessen Geschichte bis ins Jahr 1836 zurückreicht, hatte vor zwei Jahren angekündigt, bis 2025 einen Online-Anteil von 60 bis 70 Prozent erreichen zu wollen.
Breuninger vermarktet seinen Online-Auftritt
Das Stuttgarter Einzelhandelsunternehmen Breuninger verstärkt seine Retail-Media-Aktivitäten und bietet seinen Markenpartnern im eigenen Shop neben klassischer Bannerwerbung auch Lower-Funnel-Kampagnen und ab September Sponsored Product Ads zur Sichtbarmachung ihrer Produkte an, schreibt Textilwirtschaft.de. Der im Premium- und Luxussegment angesiedelte Breuninger-Shop verfügt nach eigenen Angaben über 2,5 Mio. aktive Kunden und 200 Mio. Webseitenaufrufe.
Outfindo startet mit 900.000 Euro Finanzierung
Das Startup Outfindo hat eine Anschubfinanzierung in Höhe von 900.000 Euro erhalten, berichtet Tech.eu. Damit will das in Prag ansässige Technologie-Unternehmen seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ausweiten, um E-Commerce-Plattformen interaktive KI-Einkaufsberater zur Verfügung zu stellen.
NACHHALTIGKEIT
Troves Investoren stocken auf
Der kalifornische Resale-Spezialist Trove erhält in einer neuen Finanzierungsrunde weitere 30 Mio. Dollar, um seine Expansion zu unterstützen, informiert Retail Dive. Das Unternehmen bietet Marken wie Canada Goose, Patagonia, Lululemon und REI Komplettlösungen für den Wiederverkauf ihrer gebrauchten Artikel. Für das Jahr 2025 kündigte Trove in einer Pressemitteilung den Verkauf von Dutzenden Millionen Artikeln an.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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