About You, HDE, Flaschenpost, Lieferando, Autodoc, Stella Zürich, Blck, Google, Online-Generationen, KI, Emojis

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Aktuelle E-Commerce-News zu About You, HDE, Flaschenpost, Lieferando, Autodoc, Stella Zürich, Blck, Google und weiteren Themen des Tages im Überblick.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

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HANDEL NATIONAL

About You wächst nach Zalando-Übernahme um sechs Prozent
About You steigerte im ersten Quartal 2025/26 den Umsatz um sechs Prozent auf 549,4 Mio. Euro, berichtet Fashionunited.de. Das Hamburger Unternehmen profitiere von der Offline-zu-Online-Verschiebung und günstigen Wetterbedingungen, wodurch die Kundenzahl um 8,4 Prozent auf 13,3 Mio. geklettert sei. Obwohl die Bruttomarge auf 42,2 Prozent sank, schnellte das bereinigte Ebitda um 53,9 Prozent auf 23,2 Mio. Euro hoch. Strikte Kostenkontrolle und Skaleneffekte glichen höhere Marketingausgaben mehr als aus.

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HDE unterstützt Bundesratsinitiative für fairen Wettbewerb
Der Handelsverband Deutschland unterstützt laut Pressemitteilung die Bundesratsinitiative für schärfere Verbraucherschutzpflichten bei Onlineplattformen aus Drittstaaten. Die vorgeschlagenen Maßnahmen würden zentrale Schwachstellen im aktuellen System adressieren und faire Wettbewerbsbedingungen schaffen, erklärt der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp. Aktuell herrsche ein massives Ungleichgewicht zwischen europäischen Unternehmen und Drittstaaten-Händlern, die sich kaum an hiesige Regeln halten müssten. Der HDE dränge auf schnelles Handeln von Bundesregierung und EU.

Flaschenpost verdrängt lokale Konkurrenz
Oetkers Getränkelieferdienst Flaschenpost entwickelt sich laut Tagesschau.de im zweiten Jahr in Folge zu einem Wachstumstreiber des Konzerns. Kleine Mittelständler könnten jedoch nicht bei den Kampfpreisen mithalten, die der 2020 für eine Milliarde Euro übernommene Service praktiziere: Ein Hamburger Getränkedienst müsse etwa für einen Jever-Kasten 13,80 bis 16,80 Euro im Großhandel zahlen, während Flaschenpost denselben für 14,99 Euro verkaufe. Oetker gehöre zudem die Radeberger-Brauereigruppe und die Gruppe sei Mitbetreiber der Plattform Wir-liefern-getränke.de, über die unabhängige Lieferdienste ihre Dienste anböten. Das Bundeskartellamt sehe jedoch keine marktbeherrschende Stellung.

Tarifkonflikt eskaliert: NGG bestreikt Lieferando-Standorte
Die Gewerkschaft NGG ruft für heute zu einem Warnstreik bei Lieferando in Frankfurt, Offenbach, Mainz und Darmstadt auf, berichtet FFH.de. Die Aktion sei Teil einer bundesweiten Streikwelle, mit der ein Tarifvertrag für die 6.000 Lieferando-Mitarbeiter durchgesetzt werden solle. Die NGG fordere einen Grundlohn von mindestens 15 Euro pro Stunde plus tarifliche Zuschläge. Just Eat Takeaway verweigere seit zwei Jahren entsprechende Verhandlungen. Besonders brisant: Motorisierte Kuriere würden ab August ihre Leistungsboni verlieren – das betreffe rund die Hälfte der Fahrer und könne womöglich mehrere hundert Euro weniger Verdienst monatlich bedeuten.

Autodoc eröffnet seinen Marktplatz in Deutschland und Österreich
Autodoc weitet seinen Marktplatz laut Pressemitteilung auch auf Deutschland und Österreich aus. Drittanbieter erhielten dadurch Zugang zu Mio. Kunden des Ersatzteil-Riesen. Das Sortiment wachse über klassische Autoteile hinaus: Neue Kategorien umfassten Fahrzeugelektronik, Lifestyle-Produkte und Mobilitätslösungen. Die 2008 in Berlin gegründete Plattform sei bereits in Frankreich, Italien, Spanien und den Benelux-Staaten aktiv. Deutschland als Heimatmarkt mit der größten Kundenzahl markiere daher laut CFO Lennart Schmidt einen besonderen Meilenstein der europäischen Expansion.


HANDEL INTERNATIONAL

Stella Zürich: Billig-Ware hinter Swissness-Fassade
Über 40 Personen beschwerten sich beim SRF-Konsumentenmagazin „Espresso“ über den Online-Shop „Stella Zürich“, der mit falscher Schweizer Identität billige China-Ware als hochwertige Kleidung verkaufe, berichtet SRF.ch. Das Schweizer Kreuz im Logo und 50 Prozent Rabatt dienten als Lockmittel. Aber: Die angebliche Zürcher Gründerin existiere nicht, angebliche Baumwoll-Jacken entpuppten sich als Polyester-Modelle mit falschen Größen; Reklamationen müssten Kunden auf eigene Kosten nach China zurücksenden. Behörden könnten die ausländische .com-Domain jedoch nicht abschalten, der Provider habe laut des Staatssekretariats für Wirtschaft den Webshop trotz Anfrage nicht gesperrt.

Blck startet den „ersten Live-Shopping-TV-Kanal“
Die E-Commerce-Plattform Blck startet laut eigenen Angaben den „ersten Live-Shopping-TV-Kanal“ der USA auf Streaming-Plattformen wie Roku, Fire TV, Apple TV oder Google TV. Über 100 Mio. Smart-TV-Geräte sollen erreicht werden. Das Format kombiniere Live-Shows, Creator-Content sowie Werbeclips und werbe mit einer Preisgarantie von zehn Prozent unter dem besten Online-Preis: „Jeder Tag ist Black Friday!“. Geshoppt wird über das Scannen eines eingeblendeten QR-Codes – der entscheidende Unterschied zu Homeshopping-Kanälen im guten, alten Fernseher.


Google übersetzt deutsche Newsletter fehlerhaft ins Deutsche
Googles automatische Übersetzung manipuliert deutsche Newsletter in Gmail-Konten durch fehlerhafte Rück-Übersetzung ins Deutsche, berichtet Onlinehaendler-News.de. T-Online kämpfe seit Wochen mit diesem Problem, bei dem harmlose Begriffe entstellt würden – aus „Ass im Ärmel“ werde „Arsch im Ärmel“, aus „um Hilfe bitten“ werde „um Hilfe gebissen werden“. Die KI interpretiere vermutlich den Deutsch-Englisch-Mix im Quellcode als englischen Text. Weniger erklärbar und brisanter seien politische Verfälschungen: „ukrainische Stellungen“ verwandelten sich in „amerikanische“, die „israelische Armee“ in die „russische“. Google hoffe, das Problem noch im Juli zu lösen.

Im E-Commerce schwinden Generationsunterschiede
Eine aktuelle Studie von Pymnts widerlegt gängige Annahmen über digitale Generationenunterschiede im amerikanischen Online-Handel. Die Untersuchung zeige, dass sich die E-Commerce-Nutzung generationsübergreifend angleiche: So tätigten 23 Prozent der Gen Z ihren letzten Einkauf online, sowie 25 Prozent der Gen X und 26 Prozent der Millennials, während die Baby Boomer mit 27 Prozent sogar am regsten online shoppen würden. Markante Unterschiede bestünden jedoch bei Restaurant- und Lebensmittelbestellungen: Hier orderten Gen Z-Konsumenten 72 Prozent häufiger digital als die älteren Generationen.

Amerikas Konzerne entdecken die Schattenseiten der KI
Drei Viertel der im S&P-500-Index gelisteten Unternehmen haben in ihren Jahresgeschäftsberichten die Risiko-Erwartungen durch KI erweitert und ausgebaut, berichtet Theregister.com. Besonders der IT-Sektor fühle sich verstärkt durch kriminelle KI-Nutzung bedroht – die Sorge vor Schäden durch Deepfakes habe sich branchenunabhängig verdoppelt. Elf Prozent der Konzerne befürchteten, ihre bereits getätigten KI-Investitionen niemals zu amortisieren. Überraschenderweise sorgten sich nur 19 Prozent um Datenschutz- oder Urheberrechtsrisiken, obwohl diese für Unternehmen, die auf KI-Anbieter wie OpenAI oder Anthropic angewiesen sind, als „besonders akut“ gelten.

Deutsche Emoji-Vorlieben entschlüsselt: Herz schlägt Hand
Jeder fünfte Deutsche schmückt jede seiner Nachrichten mit Emojis, ermittelte der Bitkom. Frauen würden dabei beherzter zu den bunten Symbolen greifen als Männer. Tatsächlich stünden Herzen und Küsschen in der Beliebtheitsskala ganz oben, dicht gefolgt von ausgelassenen Lach-Emojis und den verschiedenen Handgesten. Kurios: Obwohl die digitalen Stimmungsbarometer eigentlich das Verständnis fördern sollen, würden sie jeden Zweiten regelmäßig eher verwirren. Vielleicht ist deshalb die Gruppe der Emoji-Ermüdeten mittlerweile genauso groß wie die der Bildchen-Besessenen.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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