
Aldi, Ebay, Mollie + Ivy, Geschäfts- und Konsumklima, Belgien, Amazon, Digital River, KI im Job, Markentreue, Online-Beauty
Aktuelle E-Commerce-News: Aldi, Ebay, Mollie + Ivy, Geschäfts- und Konsumklima, Belgien, Amazon, Digital River, KI im Job und weitere Themen im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Aldis gemeinsamer Online-Shop schließt nach vier Jahren
Aldi beendet sein E-Commerce-Experiment und schließt den gemeinsam von Nord und Süd betriebenen Online-Shop Ende September, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Das seit 2021 existierende Joint Venture sei nie profitabel gewesen und habe 2023 bei einem Umsatz von 33,9 Mio. Euro einen Verlust von 4,8 Mio. Euro verbucht. Rund 80 Mitarbeiter verlören ihre Jobs. Die Discounter scheuten die immensen Investitionen, die nötig wären, um gegen digitale Giganten wie Amazon mit seinem 60-Prozent-Marktanteil zu bestehen.
Ebay nutzt künftig Kundendaten für KI-Training
Ebay räumt sich ab dem 21. April weitreichende Rechte zur Nutzung personenbezogener Daten für KI-Trainings ein, berichtet Onlinehaendler-News.de. Der Marktplatz werde künftig sensible Informationen wie Namen, Adressen, Bankdaten und sogar Selfies für eigene und externe KI-Modelle verwenden. Diese Datensammlung solle unter anderem KI-Assistenten, Produktrezensionen und die Betrugserkennung verbessern. Wer dem digitalen Ausschlachten seiner Daten widersprechen wolle, müsse seine Kontoeinstellungen selber aktiv umstellen.
Mollie entscheidet sich für Ivy
Finanzdienstleister Mollie wählt laut aktueller Pressemitteilung Ivy als Partner für seine neue Instant-Payment-Lösung. Ausschlaggebend für die Entscheidung seien Ivys Anbindung an 5.000 Banken, hohe Konversionsraten und die integrative API. Händler profitierten von niedrigeren Transaktionskosten und blitzschnellem Zugang zu Geldern. Die Technologie des Berliner Start-ups erlaube Sofortzahlungen von einem Konto zum anderen und ermögliche es im E-Commerce auf Karten und digitale Wallets zu verzichten.
Händlerstimmung vor Ostern minimal gebessert
Das Ifo-Geschäftsklima im Einzelhandel zeigt zaghafte Erholungszeichen und stieg im März auf minus 22,6 Punkte. Besonders die Lebensmittelhändler schnupperten vor dem Osterfest Morgenluft, während die Laune bei Bekleidung und Fahrzeugen weiterhin im Keller verweile. Auch wenn die Geschäftserwartungen überwiegend pessimistisch blieben, hätten sie sich doch etwas aufgehellt.
Wahleffekt verpufft: Sparneigung bremst Konsumerholung
Das GfK-Konsumklima verharrt mit minus 24,5 Punkten nahezu unverändert auf niedrigem Niveau. Die Erhebung nach den Bundestagswahlen zeige zwar verbesserte Konjunkturerwartungen, dennoch bremse die auf 13,8 Punkte gestiegene Sparneigung eine deutlichere Erholung aus. Konsumexperte Rolf Bürkl vom NIM erkenne darin den „Ausdruck einer beträchtlichen Verunsicherung“ und fordere eine zügige Regierungsbildung, um den privaten Konsum wiederzubeleben.
HANDEL INTERNATIONAL
Belgier geben jeden vierten Euro online aus
Belgiens Verbraucher haben im vergangenen Jahr ein Viertel ihrer Gesamtausgaben in digitale Einkaufskörbe gelegt – insgesamt 17,4 Mrd. Euro, berichtet Ecommercenews.eu. Dies entspreche einem Zuwachs von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders in der zweiten Jahreshälfte sei ein massiver Anstieg zu verzeichnen gewesen, wobei die Zahl der Online-Transaktionen um 5 Prozent auf 179 Mio. zugelegt habe. Kleidung nehme mit 32,3 Mio. Käufen die Spitzenposition ein, am meisten Geld sei jedoch ins Reisen geflossen – satte 4 Mrd. Euro.
Amazon stellt seine Version von „Photoshop“ vor
Amazon verwandelt Fotobibliotheken seiner Nutzer in virtuelle Marktplätze, berichtet Businessinsider.com. Mit der neuen Funktion in „Amazon Photos“ könnten Anwender ihre gespeicherten Bilder durchsuchen, um abgebildete Produkte zu erkennen und ähnliche auf der Plattform zu finden und zu kaufen. Die Bilderkennungstechnologie analysiere dafür die Fotos und stelle passende Kauflinks bereit. „Amazon Photos“ biete Prime-Mitgliedern unbegrenzten Cloud-Speicherplatz für Fotos. Bislang sei noch unklar, ob sich die Shopping-Link-Funktion ausschalten lässt.
Digital Rivers Untergang bedroht Herstellershops
Der E-Commerce-Dienstleister Digital River reduziert nach Insolvenzeinleitung den Betrieb auf ein Minimum, berichtet Heise.de. Die Firma betreibe Online-Shops für namhafte Unternehmen; mehrere dieser Shops seien bereits offline oder führten keine Produkte mehr: Bei Asus ist der Shop vorübergehend geschlossen, der Verkauf von Hardware-Komponenten werde über Plentysystems weiterbetrieben, während der Webauftritt von AMD und Crucial zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch unverändert funktioniere.
TRENDS & TECHNOLOGIE
KI im Job: Deutsche sehen Gefahr – aber nicht für sich selbst
Deutsche Arbeitnehmer blenden KI-Risiken für den eigenen Job aus, zeigt eine Umfrage für den TÜV-Verband. Obwohl bereits jeder dritte Beschäftigte generative KI-Systeme wie ChatGPT beruflich nutze, hielten sich bemerkenswerte 72 Prozent bei ihrer Tätigkeit für nicht ersetzbar. Die digitale Dichotomie offenbare sich darin, dass jeder zweite Erwerbstätige zwar Jobverluste durch KI erwarte, aber nur sieben Prozent sich selbst gefährdet sähen.
57 Prozent der Briten scheren sich nicht um Marken
57 Prozent der britischen Verbraucher kümmern sich beim Einkaufen nicht um Markennamen, zitiert Channelx.world eine Studie von SAP Emarsys. Die Markengleichgültigkeit wachse in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten rapid; 62 Prozent der Briten seien bereits auf günstigere Eigenmarken umgestiegen, die sie qualitativ als ebenbürtig einschätzten. Das wüssten auch die Führungskräfte im Marketing: 82 Prozent wollten ihre Kundenansprache 2025 grundlegend umkrempeln, wobei erstaunlicherweise nur 44 Prozent glauben, dass ihr Unternehmen Kundendaten für eine personalisiertere Ansprache nutzen könne.
Beauty-Branche zu mehr als 50 Prozent digital
E-Commerce und Social Commerce verantworten inzwischen mehr als 50 Prozent der globalen Beauty-Verkäufe. Der weltweite Umsatz der Branche sei um sieben Prozent gestiegen, wobei Lateinamerika und der Nahe Osten die stärksten Zuwächse verzeichneten. In China würden bereits 87 Prozent aller Haar- und Hautpflegeprodukte online verkauft, in den USA wären es bereits 41 Prozent. Für den klassischen Einzelhandel bestehe laut Forbes.com aber weiterhin die Chance, durch besondere Einkaufserlebnisse relevant zu bleiben.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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