Amazon, Digitales Bezahlen, Selbständige, Marks & Spencer, Temu + Shein, Tiktok, Meta, OpenAI, Cybercrime, Walmarts „Sparky“

Amazon, Digitales Bezahlen, Selbständige, Marks & Spencer, Temu + Shein, Tiktok, Meta, OpenAI, Cybercrime, Walmarts „Sparky“

Aktuelle E-Commerce-News: Amazon, Digitales Bezahlen, Selbständige, Marks & Spencer, Temu + Shein, Tiktok, Meta, OpenAI und weitere Themen im Überblick.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Amazons deutsche Werbetochter wächst um 23,6 Prozent
Amazons deutsche Werbetochter steigerte im letzten Jahr ihren Umsatz um 23,6 Prozent auf 3,62 Mrd. Euro, wie Textilwirtschaft.de aus dem Jahresabschluss zitiert. Das Wachstum habe sich damit gegenüber dem Vorjahr (20,6 Prozent) beschleunigt. Als Treiber gelte der Start der Prime-Video-Werbevermarktung im Februar 2024, die 17 Mio. Kunden erreiche. Trotz des Rekordumsatzes falle der Jahresüberschuss mit 42,2 Mio. Euro allerdings noch bescheiden aus. Gleichzeitig baue „Amazon Online Germany“ Personal ab: Die Belegschaft sei von 455 auf 419 Mitarbeitende geschrumpft.

Deutsche Online-Shopper werden zu Schnäppchenjägern
Deutsche Verbraucher entwickeln sich zu Schnäppchenjägern, zeigt der „BCG Consumer Sentiment Survey“. Bis zu 70 Prozent der Kaufentscheidungen seien mittlerweile rabattgetrieben – 60 bis 75 Prozent wechselten für bessere Angebote bereitwillig die Marke. Überraschend führten die Deutschen beim Online-Bekleidungskauf mit 31 Prozent Hauptnutzung digitaler Kanäle – Europaspitze. Gestiegen seien aber lediglich die Lebensmittelausgaben und das ausschließlich inflationsbedingt. In allen anderen Kategorien hätten deutsche Online-Shopper ihre Bestellungen zurückgefahren.

Digitales Bezahlen erreicht die Senioren
Mobile Bezahlung gewinnt in Deutschland rasant an Boden: 64 Prozent zücken inzwischen Smartphone oder Smartwatch an der Kasse, wie eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt. Besonders bemerkenswert sei der Wandel bei den Senioren – 29 Prozent der über 65-Jährigen würden mittlerweile digital bezahlen, fast dreimal mehr als 2022. Insgesamt nutzen 98 Prozent aller Deutschen hin und wieder kontaktlose Bezahlmethoden, wenn man die klassischen Debit- und Kreditkarten mitzähle.

KI-Nutzung bei Selbständigen verdoppelt sich
Das Geschäftsklima bei Selbständigen hellte sich im Mai deutlich auf, der Jimdo-Ifo-Index kletterte von minus 23,8 auf minus 19,0 Punkte. Parallel entwickle sich eine regelrechte KI-Revolution: Binnen eines Jahres verdoppelte sich der Anteil der Künstliche Intelligenz nutzenden Selbständigen von 14,4 auf 30,4 Prozent. Weitere zehn Prozent planten den Einsatz. Besonders der Dienstleistungssektor treibe diese Entwicklung voran, dort nutzen bereits 41,2 Prozent KI-Tools. Im Einzelhandel steige die Quote auf 22,2 Prozent.


HANDEL INTERNATIONAL

Marks & Spencer öffnet Online-Shop nach Ransomware-Debakel
Marks & Spencer startet seinen Online-Shop nach einer verheerenden Cyberattacke Ende April schrittweise neu, wie Fashionunited.com berichtet. Mode sei ab dem 10. Juni zunächst für England, Schottland und Wales bestellbar, weitere Sortimente würden täglich ergänzt. Der vermutete Ransomware-Angriff habe den Konzern zur kompletten Schließung des digitalen Verkaufs gezwungen und 1,2 Mrd. Pfund Marktwert vernichtet. Persönliche Kundendaten seien entwendet worden, Zahlungsinformationen blieben jedoch verschont – der Vorfall dürfte den Gewinn um geschätzte 300 Mio. Pfund drücken.

Temu und Shein flüchten nach Europa
Temu und Shein verlagern ihren Schwerpunkt nach Europa, nachdem ihre US-Umsätze durch neue Zölle drastisch eingebrochen sind, berichtet CNBC.com. Während Temus amerikanische Verkäufe um 36 Prozent und Sheins um 13 Prozent sanken, explodierten die Europa-Zahlen regelrecht: Temu wuchs um 63 Prozent in der EU und 38 Prozent in Großbritannien – Shein um 19 respektive 42 Prozent. Die Expansion erfolge strategisch durch massiven Lagerausbau und Werbeoffensiven in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Doch auch Europa bereitet den Plattformen Kopfzerbrechen: Die EU plant eine Zwei-Euro-Zollgebühr auf Kleinpakete, Frankreich diskutiert ein Anti-Fast-Fashion-Gesetz, und Verbraucherschützer reichten bereits zahlreiche Beschwerden wegen fragwürdiger Geschäftspraktiken ein.

Tiktok baut UK-Team auf 3.000 Mitarbeiter aus
Tiktok investiert 140 Mio. Pfund in ein neues Londoner Büro und schafft über 500 Arbeitsplätze, berichtet Scmp.com. Das 12.540 Quadratmeter große Büro im Barbican-Viertel solle Anfang 2026 öffnen und die britische Belegschaft auf 3.000 Mitarbeiter vergrößern. Mit über 30 Mio. aktiven Nutzern sei Großbritannien Tiktoks größter europäischer Markt. Die Expansion erfolge parallel zur anhaltenden Ungewissheit in den USA, wo Bytedances Videoplattform – theoretisch – bis zum 19. Juni verkauft werden müsse oder ein Verbot drohe.

Meta verdient am meisten mit Nutzern über 45
Meta verdient hauptsächlich mit Nutzern über 45 Jahren, nicht mit der Gen Z, berichtet Businessinsider.de. Facebook-Nutzer zwischen 45 und 54 Jahren sähen mit 22 Prozent die meisten Anzeigen, während 18- bis 24-Jährige nur etwa die Hälfte davon zu Gesicht bekämen. Teenager zwischen 13 und 17 Jahren würden mit 4,3 Prozent die wenigsten Werbeeinblendungen erhalten. Metas Algorithmus konzentriere sich gezielt auf kaufkräftige Nutzer, da ältere Generationen aufgrund ihrer höheren Ausgabenbereitschaft profitabler seien.

OpenAI verdoppelt Umsatz auf zehn Mrd. Dollar
OpenAI hat seinen Jahresumsatz auf zehn Mrd. Dollar verdoppelt, wie Techeconomy.ng berichtet. Die wiederkehrenden Einnahmen stammten aus Verbraucher-Abonnements, dem Enterprise-Geschäft und der API-Nutzung durch Entwickler. Auf der Ausgabenseite hätten allerdings zeitgleich rund fünf Mrd. Dollar gestanden, trotzdem peile das Unternehmen bis 2029 einen Umsatz von 125 Mrd. Dollar an. Nach einer Finanzierungsrunde über 40 Mrd. Dollar nutzen mittlerweile 500 Mio. Menschen wöchentlich die KI-Tools, während hingegen nur drei Mio. Geschäftskunden für die Dienste bezahlen.

Schweiz: Kauflaune wächst bei trüben Konjunkturerwartungen
Die Schweizer Konsumentenstimmung verbesserte sich im Mai auf minus 36,5 Punkte – ein Plus von 1,5 Punkten gegenüber dem Vorjahr, berichtet Handelszeitung.ch. Die Bürger blickten optimistischer auf ihre persönlichen Finanzen und bewerteten größere Anschaffungen positiver als zwölf Monate zuvor. Gleichzeitig trübten sich jedoch die Erwartungen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung deutlich ein.


Jeder dritte Deutsche geht fahrlässig mit Daten um
Deutschland belegt einen besorgniserregenden vierten Platz im europäischen „Cybercrime Risiko Index“ von Heydata, der die Schäden auf 80 Mrd. Euro beziffert. Vierzig Prozent der deutschen Verbraucher seien bereits Opfer von Cyberangriffen geworden – jeder dritte gehe fahrlässig mit sensiblen Daten um. Besonders dramatisch treffe es den Mittelstand: Jedes vierte Unternehmen melde IT-Sicherheitsvorfälle. Österreich schneide mit Platz neun etwas besser ab, verzeichne jedoch mit 335 Euro pro Kopf die höchsten finanziellen Schäden Europas. Die Schweiz rangiere auf Platz zehn, obwohl über die Hälfte der Verbraucher von Attacken betroffen sei – allerdings gingen nur 13 Prozent nachlässig mit Daten um.

Meta investiert zehn Milliarden in den AGI-Durchbruch
Mark Zuckerberg baut unter seinen persönlichen Leitung ein neues Team für „Superintelligenz“ auf und investiert über zehn Mrd. Dollar in „Scale AI“, berichtet Bloomberg News laut Reuters.com. Der Meta-Chef wolle etwa 50 Experten rekrutieren, darunter eine neue Leitung für die AI-Forschung. Antrieb sei die Frustration über die schwache Performance des Sprachmodells Llama 4. Meta habe bereits im vergangenen Monat die Veröffentlichung seines „Behemoth“-Modells wegen Bedenken über dessen Fähigkeiten verschoben.

Walmart startet KI-Assistenten „Sparky“ für personalisierten Einkauf
Walmart startet den KI-Assistenten „Sparky“, der Kunden beim personalisierten Einkaufen unterstützt, wie Retail-News.de berichtet. Die App-basierte KI liefere maßgeschneiderte Produktempfehlungen für verschiedene Anlässe, fasse Rezensionen zusammen und erstelle wetterabhängige Outfit-Vorschläge. Sparky erstelle auch komplette Wochenpläne mit automatisch befülltem Warenkorb, unterstütze bei Reparaturen und organisiere Events im gewünschten Budgetrahmen. Künftig solle die KI auch Bilder, Sprache und Videos verstehen sowie automatisches Nachbestellen ermöglichen.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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