Amazon, Händlerbund, Amazon Business, Payermax, Sportshoes.com, Tuffnells, JD.com, Zalando, Upp, Paypal, Start-ups, Otrium

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Die Datenschutzbehörden weltweit wollen die Grenzen für die Künstliche Intelligenz klar definieren. Auf einer Tagung in Seoul stellte der deutsche Datenschutzbeauftragte Ulrich Kelber die Transparenz in den Vordergrund. Jede Verordnung für die Künstliche Intelligenz solle sie von den entsprechenden Systemen einfordern. Nur mit Transparenz könne der Schutz der Grundrechte gesichert werden. In den Rechtsvorschriften müssten Beschwerdemechanismen und die Möglichkeit zur Einleitung geeigneter rec...

WMWolfram MarxRedakteur
7 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Amazon klagt gegen die härtere Wettbewerbskontrolle
Amazon zieht vor den Bundesgerichtshof und reicht Klage gegen das Bundeskartellamt wegen dessen härterer Wettbewerbskontrolle ein. Die Behörde hat 2021 mehr Möglichkeiten erhalten, gegen Unternehmen, die sich nach ihrer Einschätzung wettbewerbseinschränkend verhalten, vorzugehen. So stuft sie Amazon als Unternehmen mit "überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb" ein. Eingreifen kann das Kartellamt, wenn die Unternehmen ihre eigenen Angebote bevorzugt präsentieren, neue Märkte durch ihre Marktposition schneller ausbauen können oder ihre Datenmacht innerhalb des Wettbewerbs einsetzen. Amazon geht gegen die Einstufung durch die Behörde als "zentralen Schlüsselspieler im Bereich des E-Commerce" vor und bewertet den Einzelhandelsmarkt sowohl on- als auch offline als wettbewerbsintensiv, berichtet Channel Partner. Ein Datum für die Urteilsverkündung ist offen.

girocard mit neuen Funktionen
Die girocard ist mit Abstand die beliebteste bargeldlose Zahlungsmethode in Deutschland. Damit das so bleibt, wird sie umfangreich weiterentwickelt. Händler können über eine Umfrage ihre Ideen dazu äußern. Mehr lesen

Schleppende Rückkehr des Handels auf altes Niveau
Der Handel in Deutschland hat weiterhin Schwierigkeiten die Zahlen vor den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krisen der vergangenen Jahre wieder zu erreichen. Nach einer Studie des Händlerbundes stellen in diesem Jahr für 74 Prozent die Inflation und für 55 Prozent der Krieg Russlands die größten Probleme dar. Die Frage der Rohstoffknappheit stehe für 56 Prozent an der Spitze, 2022 lag die Quote bei 70 Prozent. 19,5 Prozent erklärten, dass sie bei den Retouren beschädigte oder abgenutzte Ware erhielten. 51 Prozent stellten hier in diversen Fällen ein Minusgeschäft fest.

Amazon öffnet Kleinunternehmen Prime auch für die geschäftliche Nutzung
Kleinunternehmen können ihre Mitgliedschaft bei Prime nun auch kostenlos auf das Business Prime Duo für den Geschäftsbetrieb erweitern. Amazon Business verspricht im Rahmen von Business Prime exklusive Einkaufspreise und Beschaffungskosten sowie kurze Lieferzeiten. Es gehe darum, dass die Unternehmen Zugriff auf die für sie passenden Ressourcen erhielten. Für die geschäftlichen und privaten Einkäufe gebe es getrennte Konten.


HANDEL INTERNATIONAL

Payermax erhält die Lizenz für Indonesien
Der Zahlungsdienstleister Payermax hat für das Tochterunternehmen Smart Fintech For You die Lizenz für Indonesien erhalten und kann ins Geschäft einsteigen. Payermax ist dort bereits unter anderem in den Bereichen Banktransfers, Kartenzahlungen und E-Wallets aktiv. Für Payermax stellt Indonesien nach Einschätzung von Tech in Asia durch ein geschätztes Volumen für den E-Commerce von 130 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 einen Schlüsselmarkt dar. Der Zahlungsdienstleister verfüge über 83 Standorte in 14 Ländern und Regionen. Die Zahl der weltweit kooperierenden Händler liege bei über 1.000, zum Portfolio gehörten 70 Währungen und 530 Zahlungssysteme.

Sportshoes.com mit deutlichem Umsatzwachstum
Der britische Sportartikelhändler Sportshoes.com konnte den Umsatz im ersten Quartal um 20 Prozent auf 83,8 Millionen Britische Pfund steigern. Die Zahl der Stammkunden liegt bei 200.000, das Angebot von 150 Marken aus dem Läufersegment beträgt 17.000, meldet The Retail Bulletin. Als Grund für den erfolgreichen Geschäftsverlauf nenne das Unternehmen die erfolgreiche Einführung neuer Produkte, dies bleibe auch in Zukunft eines der entscheidenden Elemente.

Shift übernimmt Tuffnells
Der britische Lieferdienst Shift übernimmt die Spedition Tuffnells. Zu der Transaktion gehören die Marke von Tuffnells und das geistige Eigentum des mehr als 100 Jahre alten Logistikers. Tuffnells hatte in den vergangenen Monaten mit wachsenden Kosten zu kämpfen, Anfang Juni Insolvenz angemeldet und stand seitdem unter der Verwaltung von Interpath, meldet The Telegraph. Damals wurde mitgeteilt, dass fast alle 2.000 Mitarbeiter entlassen werden sollen, nun gebe es Hoffnung, dass Shift einige wieder einstellen könnte. Shift operiere nach einem neuen Geschäftsmodell, bei dem Fahrzeuge, die bereits unterwegs seien, während ihrer Tour weitere Waren übernehmen sollen. Nun solle Tuffnells mit der Spezialisierung auf Pakete mit Übergröße und hohem Gewicht in Shift integriert werden.

JD.com baut neuen Lebensmittelbereich auf
Der chinesische Handelskonzern zieht dem Mitbewerber Alibaba nach, der sechs unabhängige Unternehmenseinheiten einrichtet, und strukturiert das Unternehmen um. Der Lebensmittelhandel 7 Fresh und die Einkaufseinheit Pinpin werden in einem neuen Bereich "Innovative Retail" zusammengefasst, meldet Cnbc. Die Leitung liege bei Yan Xiaobing, der bereits bis 2021 bei JD.com tätig war und das internationale Geschäft verantwortete. Erst vor wenigen Wochen hatte Sandy Ran Xu die Position des CEO des Konzerns von Xu Lei übernommen. Sowohl für JD.com als auch für Alibaba sei der Lebensmittelhandel entscheidend für einen Ausbau der Unternehmen über den reinen E-Commerce hinaus.

Zalando geht gerichtlich gegen EU-Einstufung vor
In der vergangenen Woche hatte sich Zalando-CEO Robert Gentz gegen die Einstufung der Plattform durch die EU als besonders großen Anbieter gewehrt (das "Morning Briefing" berichtete), nun zieht der Modehändler vor den Europäischen Gerichtshof. Eine solche Einsortierung hat eine schärfere Überwachung durch die Brüsseler Behörden zur Folge, dies will die Unternehmensleitung verhindern. Grundlage ist der Digital Service Act, dessen Anforderungen bis zum 25. August erfüllt werden müssen. Zalando bemängelt die Methodologie, schreibt das Handelsblatt. Der Marktplatz gehöre nicht in die Kategorie der sehr großen Online-Plattformen mit mindestens 45 Millionen aktive Nutzern. Die Einstufung führe nicht zu gleichen Wettbewerbsbedingungen, sie könne fairen Wettbewerb behindern.


Upp sammelt zehn Millionen US-Dollar ein
Das britische Technologieunternehmen Upp hat sich eine Kapitalspritze in Höhe von zehn Millionen US-Dollar gesichert. Upp hat sich auf die Fahnen geschrieben, Online-Händler mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning beim zielgerichteten Einsatz ihrer Online-Werbung zu unterstützen. Nach den Angaben des Start-ups haben sich die Google-Verkaufszahlen der die Software nutzenden Unternehmen in den ersten zwölf Monaten um 52 Prozent verbessert, schreibt Tech.eu. Bislang ist Upp in Großbritannien, den USA und Zentraleuropa tätig.

Paypal führt Passkeys in Deutschland ein
Acht Monate nach dem Start der Passkeys in den USA (das "Morning Briefing" berichtete), zuerst nur für Apple-Geräte und nach fünf Monaten auch für Android-Geräte, ist die Anmelde-Funktion Passkeys nun auch bei Paypal in Deutschland verfügbar. Bei der Anmeldung über einen Passkey entfällt bei dem Zahlungsdienstleister die Eingabe eines Passworts. Möglich ist der Log-in über biometrische Merkmale oder ein Gerätepasswort. Die Passkeys ersetzen als Industriestandard Passwörter durch kryptografische Schlüsselpaare und digitale Anmeldeinformationen.

Innovative Food-Start-ups unter den Etailment Top 100
In der Rangliste der Etailment Top 100 Start-ups des zweiten Quartals ist die Food-Branche stark vertreten. Der Top-Newcomer auf Platz 4 startet mit voller Power durch: Scooper Energy. Als Alternative zu Energydrinks hat das Start-up einen "Wachmacher für die Backentasche" entwickelt, kleine Zellulose-Beutel mit Koffein und Vitamin B5. Und ein weiterer Neueinstieg auf Platz 13: Die Vegane Fleischerei startete mit einem kleinen Laden in Dresden und bietet ihr Sortiment inzwischen auch deutschlandweit online an. Ein Versuch des Start-ups, die Kühlschränke Deutschlands ein bisschen nachhaltiger und veganer zu gestalten, ganz ohne tierische Produkte und ohne Verzicht auf Geschmack.


NACHHALTIGKEIT

Off-Price-Geschäftsmodelle zur Reduktion der CO₂-Emissionen
Das Online-Fashion-Outlet Otrium will Händlern eine neue Variante für die Analyse zur Reduktion von CO₂-Emissionen ermöglichen. Durch die Zusammenarbeit mit der Software Vaayu, die durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Machine Learning und Ökobilanzierung auf die Messung von CO₂-Emissionen ausgerichtet ist, soll dies nun mit Hilfe von Off-Price-Geschäftsmodellen möglich sein. Die Grundlage bilden nach einem Bericht von Fashion United die Daten von rund 45 Textilmarken mit rund fünf Millionen Produkten. Im vergangenen Jahr sei es Otrium gelungen, 6.496 Tonnen CO₂ und 104 Tonnen Abfall zu vermeiden. Nach der Berechnung anhand eines speziellen Verfahrens habe sich im Schnitt pro Produkt ein Ergebnis von 2,13 Kilogramm CO₂e und 30 Gramm Abfall ergeben.

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WM
Geschrieben vonWolfram Marx

Redakteur

Wolfram Marx ist Journalist und schreibt für etailment unter anderem das Morning Briefing mit den täglichen Nachrichten aus Handel und E-Commerce. Seine Beiträge erschienen zudem in weiteren Fachtiteln der dfv Mediengruppe wie TextilWirtschaft, ahgz und Food Service sowie in der Rheinischen Post und im Reisefachmedium Travel ONE.

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