Amazon zahlt fürs Schnüffeln, E-Commerce auf 70-Milliarden-Kurs, Ikea, Alberto, Miet-Möbel, Rocket Internet

Amazon zahlt fürs Schnüffeln, E-Commerce auf 70-Milliarden-Kurs, Ikea, Alberto, Miet-Möbel, Rocket Internet

Liebe Leserin, lieber Leser, Self-Scanning hier, Bezahl-App da, Mobile Payment dort. Irgendwie, so wie jetzt bei Ikea, hampelt man doch immer noch mit dem Smartphone herum. Was wäre es uns wohl wert, wenn unser Gesicht einfach der Schlüssel zur Kasse, zu weniger Wartezeit, schnellerem Service und dem ganzen Internet sowieso wäre? Würden wir uns noch fürchten - oder wäre es einfach nur "smart". Oder lassen wir

OKOlaf KolbrückChefredakteur
4 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL


Plamet Internet wächst
Der E-Commerce in Deutschland bringt es im ersten Halbjahr auf ein Plus von 11,3%. 17,3 Milliarden Euro gaben die Deutschen von April bis Juni 2019 im Onlinehandel aus, 17,9 Milliarden im gesamten "interaktiven Handel", wie der Branchenverband bevh das traditionsbewusst mit Blick auf den klassischen Versandhandel nennt. Die wichtigsten Zahlen: Merken sollte man sich das den Anstieg beim Online-Umsatz mit Lebensmitteln auf 407 Mio Euro (plus 17,9%), das Wachstum bei Möbeln um 14,4% auf 1,2 Mrd Euro. Das Warengruppen-Cluster "Täglicher Bedarf“ stieg um 14,2% mit einem Gesamtumsatz von 1,2 Mrd Euro. Die anderen Warengruppen sortieren sich dahinter mit ebenfalls zweistelligen Wachstumszahlen. 2019 sollte laut bevh die 70-Mrd-Euro-Marke übersprungen werden. Die Zahlen basieren auf einer Verbraucherbefragung.

Kaufst du noch oder scannst du schon?
Ikea testet jetzt in Frankfurt, ob die Kunden beim Aal-Prinzip (Andere arbeiten lassen) auch im Laden mitmachen. In der Frankfurter Filiale (Demo-Video) können sie ihre Einkäufe per Smartphone selbst scannen und an einer Expresskasse zahlen. Also jedenfalls, solange kaum jemand die App nutzt. Wenn es alle machen, steht man halt dort Schlange. Partner bei dem Versuch ist der App-Anbieter Snabble, der auch von Knauber, Globus und Edeka getestet wird. Warum deutsche Händler das Self-Scanning für sich entdecken, erklärt etailment hier.

Im Bann der Dose
Vor zwei Jahren schickte der Hosenspezialist Alberto als einer der ersten Händler den digitalen Assistenten Amazon Echo in seinem Concept Store in Mönchengladbach auf die Verkaufsfläche. Damals sollte er Fragen beantworten. Jetzt spricht er Kunden dank Sensoren und eigener Skills auch direkt an. Beispielsweise so: „Hast Du die tolle Biker-Jeans neben mir schon gesehen?“
Wie Sie das finden sollen?
Als "belebendes Element auch für den emotionalen Touch".

INTERNATIONAL

Ich weiß, was du letzten Sommer geklickt hast Amazon lockt US-Kunden am Prime Day mit einem 10-Dollar-Guthaben, wenn Sie Amazon die besuchten Websites verfolgen lassen. Nötig ist dafür die Installation des Amazon Assistant im Browser. Die Softwareapplikation erlaubt dem Nutzer umfangreiche Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Angeboten im Web. Dabei überwacht das Tool aber auch die Internetaktivitäten des Nutzers. Laut Reuters hat Amazon bereits mehr als 7 Millionen Kunden, die den (Schnäppchen-)Schnüffler nutzen.
Prime Peak?
In den USA ist die Suche nach "Canceling Amazon Prime" zum Prime Day sprunghaft angestiegen. Das signalisiert, dass viele Nicht-Prime Mitglieder von Deals angelockt werden, aber nicht auf Dauer die Kosten einer Mitgliedschaft tragen wollen.


Gewohnt wird immer Wird Möbel mieten womöglich doch hip? Jedenfalls können sich die Berliner Gründerinnen Nadine Deuring und Laura Seiler, die mit dem Start-up Lyght Living Möbel auf Zeit vermieten, nun über eine Finanzierung durch Rocket Internet, beziehungsweise durch den Global Founders Capital und den Fonds Rocket Internet Capital Partners freuen. Die Rede ist von einer hohen sechsstelligen Summe.
Zahl des Tages
Glaubt man einer YouGov-Umfrage im Auftrag von Trusted Shops legen 60% der Deutschen Wert auf ökologische und soziale Nachhaltigkeitsaspekte beim Einkaufen im Internet. Jeder Fünfte wäre bereit, dafür tiefer in die Tasche zu greifen, beispielsweise wenn es um Versandoptionen und Verpackungen geht. Aber mit Antworten in Umfragen ist das bekanntlich manchmal wie mit den guten Vorsätzen.

In eigener Sache
Mehr Durcheinander, mehr Komplexität, mehr Unwägbarkeiten. Das verlangt nach mehr Orientierung und nach klaren Denkanstößen. Dafür gibt es jetzt den "Etailment Expertenrat".
Favorit der Leser
Wir hinken hinterher. Immer mehr. An mehr und mehr Stellen. Dabei ließe sich durchaus gegensteuern. Gastautor und Handelsexperte Gerrit Heinemann, Leiter eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein, sagt, wo und wie sich dafür etwas ändern müsste.
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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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