3D-Illustration zu Kartellamt, Preisangst, KI-Einkaufsberater und Fintech-Themen im E-Commerce
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Bundeskartellamt + Temu, Preisangst, Open AIs Einkaufsberater, Amazon Italien, Allegro, Revolut, Cloud, KI-Versicherung, Bots

Aktuelle E-Commerce-News: Bundeskartellamt + Temu, Preisangst, Open AIs Einkaufsberater, Amazon Italien, Allegro, Revolut und weitere Themen im Überblick.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
8 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

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HANDEL NATIONAL

Bundeskartellamt nimmt Temus Preispolitik unter die Lupe
Das Bundeskartellamt hat ein Verfahren gegen den Betreiber des Online-Marktplatzes Temu eingeleitet, berichtet Tagesschau.de. Die Behörde prüfe, ob die Plattform unzulässige Vorgaben zur Preisgestaltung mache. Der Handelsverband Deutschland habe bereits im April Beschwerde eingereicht: Temu schreibe vor, dass Händlerpreise maximal 85 Prozent dessen betragen dürften, was auf anderen Plattformen erzielt werde. Solche Vorgaben könnten den Wettbewerb erheblich beschränken und Preise auch auf anderen Vertriebswegen in die Höhe treiben, argumentiere Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

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Amazon ignoriert Preisangabenverordnung
Amazon ignoriert bei seiner Black Week weiterhin die Preisangabenverordnung, wie Onlinehaendler-News.de berichtet. Statt des gesetzlich vorgeschriebenen niedrigsten Preises der letzten 30 Tage zeige der Konzern durchgestrichen die unverbindliche Preisempfehlung oder einen mittleren Verkaufspreis. Das Landgericht München habe Amazons Preisdarstellung bereits als irreführend eingestuft, nachdem die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gegen ähnliche Praktiken bei den Prime Deal Days geklagt hatte. Amazon habe Berufung angekündigt, nutze die umstrittene Darstellung aber unverändert weiter.

Neues Netzwerk für Mütter im Homeoffice
Der „Happy Homeoffice Club“ verbindet laut Pressemitteilung selbstständige Mütter über eine digitale Plattform. Gründerin Caterina Hirt biete über das Netzwerk Liveformate, Co-Working-Sessions und Business-Tipps an, die den isolierten Homeoffice-Alltag aufbrechen sollen. Die Plattform ermögliche geschützten Austausch via Chat und Call, darunter einen wöchentlichen Motivation Call und eine virtuelle Kaffeeküche für informelle Gespräche. In einer künftigen Ausbaustufe sei außerdem ein E-Commerce-System integriert, mit dem Produkte aus dem Bereich Home Office (Stühle, Tische, Equipment) geshoppt werden können.

Preisangst steigt: Deutsche halten sich zu Weihnachten zurück
Die Konsumlaune zu Weihnachten zeigt sich getrübt, so der „Trend Check Handel“ des IFH Köln. 54 Prozent der Befragten fürchteten, ihren Lebensstandard durch Preissteigerungen zu verlieren – vier Prozentpunkte mehr als im August. Um zu sparen, wollten 54 Prozent die Preise intensiver vergleichen und 40 Prozent kleinere Geschenke verteilen. 13 Prozent planten, bei Low-Cost-Plattformen zu shoppen. Dabei führe Temu mit 32 Prozent vor Shein (16 Prozent), Amazon Haul (13 Prozent) und Aliexpress (9 Prozent).

Einzelhandel startet enttäuscht ins Weihnachtsgeschäft
Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im November auf 88,1 Punkte gefallen. Zwar bewerteten die Unternehmen ihren gegenwärtigen Zustand etwas freundlicher, aber ihr Blick in die Zukunft habe sich merklich verdüstert. Besonders der Einzelhandel zeige sich zum Auftakt des Weihnachtsgeschäfts enttäuscht – ein ungewöhnlich düsteres Signal für die traditionell umsatzstärkste Phase des Jahres. Etwas weniger pessimistisch zeigten sich die Dienstleister; im Tourismus habe sich die Stimmung sogar verbessert.


BLACK FRIDAY

Salesforce prognostiziert 334 Mrd. Dollar zur Cyber Week
Die Cyber Week 2025 dürfte 334 Mrd. Dollar an globale Umsätzen generieren, prognostiziert Salesforce.com. Allein auf den Black Friday entfielen dabei 78 Mrd. Dollar. Von der Gesamtsumme würden 73 Mrd. Dollar auf den Einfluss künstlicher Intelligenz und KI-Agenten entfallen – ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Online-Händler, die bereits Agenten einsetzen, hätten in den vergangenen sieben Wochen ein siebenmal höheres Umsatzwachstum (13 Prozent) erzielt als jene ohne diese Technologie (2 Prozent). Mobile Geräte würden 70 Prozent aller Verkäufe ausmachen.

Für den Black Friday werden 312 Euro eingeplant
Zum Black Friday und während der Cyber Week planen 52 Prozent der Deutschen Einkäufe von durchschnittlich 312 Euro – ein Zuwachs von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr, zeigt eine Bitkom-Befragung. Männer veranschlagen dabei 363 Euro, Frauen 251 Euro. Zwei Drittel würden ausschließlich online nach Schnäppchen suchen, vor allem über das Smartphone. Beim Shopbesuch seien Zahlungsmöglichkeiten, Versand und Sicherheit wichtiger als der reine Preis. Und so würden chinesische Billig-Plattformen wie Temu die Käuferschaft spalten: 51 Prozent hätten dort bereits bestellt – oft aus Neugier, aber häufig auch mit schlechtem Gewissen.

Black Friday wird zur Phishing-Saison
Laut Pressemitteilung blockierte Kaspersky seit Januar allein gegen Amazon 3,8 Mio. Phishing-Versuche. Der E-Commerce bleibe nach Banking das zweitwichtigste Ziel von digitalen Kriminellen. Allein in den ersten beiden Novemberwochen tauchten 198.000 betrügerische Black-Friday-Nachrichten auf, die Käufer mit gefälschten Rabatten und Gewinnspielen ködern sollten. Zynischerweise würden Dark-Web-Händler mittlerweile selber Black-Friday-Rabatte auf gestohlene Konten, Kreditkartendaten oder gefälschte Shopping-Apps anbieten.

Ihr Leitfaden für Amazon Ads während der Haupt-Shopping-Saison
Die Feiertags-Shopping-Saison rückt näher und Amazon Ads bietet Lösungen an, die dazu beitragen können, dass deutsche Unternehmen aller Größen zu diesen Haupt-Shopping-Zeiten Kunden erreichen. Shopping-Events in der Feiertagssaison wie Black Friday und Cyber Monday eröffnen Werbetreibenden wertvolle Chancen, Kunden zu erreichen, die aktiv einkaufen und bereit sind, neue Marken zu entdecken.


HANDEL INTERNATIONAL

OpenAI startet Produktvergleich direkt im Chatfenster
OpenAI führt mit „Shopping Research“ eine neue Funktion ein, die ChatGPT zum persönlichen Einkaufsassistenten macht, berichtet Techradar.com. Der Dienst sei ab sofort für alle Nutzer verfügbar und durchforste auf Anfrage das Internet nach passenden Produkten und aktuellen Preisen. Statt 20 geöffnete Browser-Tabs abzugleichen, erhalte man einen maßgeschneiderten Kaufratgeber, der Vor- und Nachteile einzelner Optionen gegenüberstelle. Das System stelle intelligente Rückfragen und liefere binnen Minuten detaillierte Empfehlungen – besonders zuverlässig bei Elektronik, Beauty und Haushaltsgeräten. Der Kauf selbst erfolge noch beim Online-Händler – doch ein direkter Checkout innerhalb von ChatGPT sei bereits geplant.

Italienische Ermittler beschlagnahmen 5000 Produkte bei Amazon
Die italienische Polizei durchsuchte am Montag zwei Amazon-Standorte wegen des Verdachts auf Schmuggel chinesischer Waren, berichtet Reuters.com. Die Guardia di Finanza habe rund 5000 Produkte in einem Logistikzentrum bei Bergamo beschlagnahmt und in der Mailänder Zentrale IT-Ausrüstung sichergestellt. Staatsanwälte sähen Amazon als „Trojanisches Pferd“, über das chinesische Güter ohne Mehrwertsteuer und Zölle nach Italien gelangten. Die Ermittlungen seien Teil eines umfassenderen Falls zu mutmaßlicher Steuerhinterziehung von 1,2 Mrd. Euro. Bis zu 500.000 Produkte könnten betroffen sein, die Untersuchung dürfte sich auf weitere EU-Staaten ausweiten.

Polens Allegro wächst auf 4,2 Millionen Kunden
Polens größte E-Commerce-Plattform Allegro zählt mittlerweile 4,2 Millionen internationale Kunden auf ihren Marktplätzen in Tschechien, der Slowakei und Ungarn, berichtet Ecommercenews.eu. Das internationale Handelsvolumen sei binnen Jahresfrist um 56 Prozent auf 170 Mio. Euro gestiegen, während die Kundenzahl außerhalb Polens um die Hälfte gewachsen sei. Im Heimatmarkt treibe vor allem der BNPL-Dienst „Allegro Pay“ das Geschäft voran, der zusammen mit dem Treueprogramm „Allegro Smart“ fast eine Million neue Abonnenten gewonnen habe.

Revolut wird das wertvollste Fintech der Welt
Die britische Neobank Revolut hat bei einer Kapitalmaßnahme eine Bewertung von 75 Mrd. Dollar erreicht und ist somit das wertvollste Fintech der Welt, berichtet Manager-Magazin.de. Mitarbeiter hätten hierfür Anteile an Investoren wie Coatue, Fidelity und Nvidias Risikokapitalsparte Nventures verkauft. Das 2015 gegründete Unternehmen zähle mittlerweile 65 Mio. Kunden und habe 2024 einen Umsatz von vier Mrd. Dollar und einen Gewinn vor Steuern von 1,4 Mrd. Dollar erwirtschaftet. Geplant sei der Markteintritt in Argentinien, Kolumbien, Südafrika, Australien und Neuseeland – eine britische Banklizenz stehe noch aus.


Jedes zweite Unternehmen mietet IT-Dienste aus der Cloud
Etwas mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen ab zehn Beschäftigten nutze kostenpflichtige Cloud-Services, meldet das Statistische Bundesamt. Die Schere klaffe dabei deutlich auseinander: Während 86 Prozent der Großunternehmen ihre IT-Dienste aus dem Netz beziehen würden, seien es bei kleinen Betrieben nur 51 Prozent. Hauptsächlich würden die Dienste für E-Mails, Datenspeicherung und Office-Anwendungen genutzt, während komplexere Systeme wie ERP oder CRM nur bei jedem fünften Unternehmen in der Cloud liefen.

US-Versicherer wollen KI-Schäden nicht mehr abdecken
Große US-Versicherer wie Great American, Chubb und WR Berkley beantragen bei Regulierungsbehörden den Ausschluss von KI-Haftungsrisiken aus Unternehmenspolicen, berichtet Techcrunch.com. Die Outputs der Modelle seien zu unberechenbar, argumentiere die Branche. Googles KI habe beispielsweise ein Solarunternehmen fälschlich belastet und eine 110-Mio.-Dollar-Klage ausgelöst, Air Canadas Chatbot einen Fantasierabatt erfunden und Betrüger hätten mit einer geklonten Führungskraft 25 Mio. Dollar von Arup erbeutet. Das eigentliche Schreckgespenst sei jedoch systemisches Risiko: Während Versicherer Einzelschäden von 400 Mio. Dollar verkraften könnten, würden 10.000 simultane Ausfälle durch einen fehlerhaften KI-Agenten die Branche überfordern.

Die unsichtbare Kundschaft: Bots überschwemmen Online-Shops
Ein Großteil des Traffics im Online-Handel stamme mittlerweile von Bots, Skripten oder KI-Agenten statt von echten Käufern, berichtet Netzpiloten.de. Moderne Bots imitierten menschliches Verhalten perfekt, crawlten Preise und überlasteten Funktionen wie Suche oder Login. Besonders gefährdet seien die APIs für Warenkörbe und Payments – laut Gartner würden dort bereits 80 Prozent des Traffics generiert. Traditionelle Firewalls könnten diese Layer-7-Angriffe nicht mehr abwehren. Als Lösung würden Experten WAAP-Plattformen empfehlen – Systeme, die Verhaltensanalysen statt starrer Regeln nutzten und APIs eigenständig überwachten.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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