
Crypto Finance, Mein Schiffberater, Nvidia + Amazon, Google, Frasers, Workshop KMU, Online-Dating, Wandelbots, Cocuus, Quadient
Aktuelle E-Commerce-News zu Crypto Finance, Mein Schiffberater, Nvidia + Amazon, Google, Frasers, Workshop KMU und weiteren Themen des Tages im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Crypto Finance erhält vier Bafin-Lizenzen
Der deutsche Zweig der Schweizer Crypto Finance Group hat laut Pressemitteilung vier Lizenzen von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, BaFin, erhalten. Zu diesen gehören in Deutschland regulierter Digital Asset Handel, Abrechnung und Verwahrungsdienstleistungen. Die Crypto Finance Group bietet eine integrierte Plattform für die sichere Verwaltung, den Handel und die Verwahrung von digitalen Vermögenswerten und verwaltet unter anderem den ersten Schweizer Kryptofonds.
Kreuzfahrten-Onliner mit Preisprognose-Tool
Mein Schiffberater, Online-Portal für die Buchung von Kreuzfahrten, hat ein Tool für die Prognose von Kreuzfahrten-Preisen entwickelt. Wie FVW.de berichtet, verbinde das Portal sein über die Jahre angesammeltes Datenvolumen, das die täglichen Preise bis hinunter zur Kabine abbilde, mit den Steuerungsparametern der Reedereien. Über selbst lernende KI entstünden daraus Preisprognosen für die nächsten 30 Tage, die eine Trefferquote von 80 bis 90 Prozent erreichten. Kunden stehe die Funktion über eine App zur Verfügung, nach zehn Abfragen werde es für 72 Stunden gesperrt.
Ein Sechstel retourniert heimlich Valentinstagsgeschenke
14,5 Prozent aller am Valentinstag Beschenkten retournieren heimlich ihr Geschenk, ohne es dem Partner zu gestehen. Besonders rückgabefreudig ist man dabei in Köln, wo 20 Prozent ihr Päckchen wieder zurücksenden und die unsentimentalste Altersgruppe sind die 16-bis 24-Jährigen, wo jedes vierte Geschenk wieder beim Händler landet. Das ist das Ergebnis der SAP Emarsys Customer Engagement Studie, die als Gegenstrategie Personalisierung empfiehlt. Gerade Online-Händler können durch den Einsatz von KI auf Basis von Wunschlisten oder Interessen Geschenkideen vorschlagen, die nicht retourniert werden.
HANDEL INTERNATIONAL
Nvidia überholt Amazon an der Börse
Der Chiphersteller Nvidia, dessen Prozessoren für KI-Anwendungen wichtig sind, hat am Montag an der New Yorker Börse Amazon in Sachen Marktkapitalisierung überholt, berichtet Reuters.com. Nvidia erreichte einen Börsenwert von 1,82 Bio. Dollar und lag damit 10 Mrd. Dollar vor Amazon. Der Hype um künstliche Intelligenz hat den Wert der Aktie in ungeahnte Höhen getrieben, mit einem Plus von 223 Prozent in den letzten 12 Monaten gilt sie als die Aktie mit der besten Performance unter den sogenannten „Magnificent Seven“. Alphabet ist mit einer Bewertung von 1,87 Bio. Dollar ist momentan noch sicher vor den Verfolgern.
Google investiert in KI-Schulungen in Europa
Google hat laut Reuters.com angekündigt, 25 Mio. Euro zu investieren, um Menschen in Europa dabei zu helfen, den Umgang mit künstlicher Intelligenz zu erlernen. Zum einen hat das Unternehmen Sozialunternehmen und gemeinnützige Organisationen kontaktiert, zum anderen will es Wachstumsakademien betreiben, um Unternehmen dabei zu helfen, KI für die Skalierung ihrer Geschäfte zu nutzen. Die kostenlosen KI-Online-Trainingskurse der Plattform wurden bereits auf 18 Sprachen ausgeweitet.
Lebensmittel-Onlinehandel in der Schweiz stagniert
Wie das Beratungsunternehmen Carpathia analysiert hat, sind die Umsätze der großen Schweizer Online-Lebensmittelhändler Coop.ch, Migros Online, Farmy und MyMigros im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um knapp 3 Prozent gestiegen. Wie Konsider.ch ausführt, entspricht dies in etwa auch der Teuerung in diesem Bereich, was das Wachstum in eine Stagnation verwandelt. Überdurchschnittlich gut entwickelten sich Migros Online mit einem Plus von 4,9 Prozent und Coop.ch mit 8,7 Prozent mehr Umsatz.
Briten bevorzugen Haustürlieferung
Trotz Angeboten wie Filialabholung oder intelligenten Packstationen wollen 76 Prozent der Briten ihre Online-Bestellungen nach Hause geliefert bekommen. Das ist laut Textilwirtschaft.de das Ergebnis des „E-Commerce Delivery Benchmark Report 2024“, für den 8.000 Konsumenten und 400 Händler befragt wurden. 35 Prozent der Verbraucher gaben an, dass die Versandkosten für sie der wichtigste Faktor bei der Auswahl eines Online-Shops sind. Nur neun Prozent sind bereit, Retourenkosten zu bezahlen, wenn sie früher kostenlos angeboten waren – 39 Prozent würden die Ware stattdessen lieber im Geschäft zurückgeben. 36 Prozent würden bei der Einführung von Rücksendungsgebühren lieber woanders kaufen. 50 Prozent sind auch nicht bereit, für Premium-Lieferdienste zu bezahlen.
Frasers Group erhöht Beteiligung an N Brown
Die britische Frasers Group hat ihren Anteil an der E-Commerce-Plattform N Brown, zu der Shops wie JD Williams, Simply Be und Jacamo gehören, von 19,4 auf 20 Prozent erhöht, berichtet Fashionunited.de. Der Sportartikelhändler hatte kürzlich die Einkaufszentrumskette Zee & Co und den Online-Modehändler Matches übernommen und soll auch Interesse an der insolventen Handelskette Sportscheck gezeigt haben. Außerdem ist er an großen Namen der Modebranche wie Hugo Boss, Boohoo und Asos beteiligt. Bis Ende April will der Konzern zudem zehn Mio. eigene Aktien im Wert von 94 Mio. Euro zurückkaufen.
TRENDS & TECH
Daten richtig nutzen: Workshop-Angebot für KMU
Daten zu erheben ist das eine, sie intelligent zu verwerten, das andere. Kleinen und mittelständischen Händlern fehlt es dafür häufig an Ressourcen und Know-how. Damit auch sie das Potenzial von Smart Data und künstlicher Intelligenz im eigenen Haus ausloten können, bietet das öffentlich geförderte Smart Data Center Baden-Württemberg kostenfreie Workshops an. Dr. Andreas Wierse, Geschäftsführer der Sicos BW Gmbh, stellt das Angebot in einem Gastbeitrag vor.
Online-Dater vertrauen der KI
51 Prozent aller Internetnutzer haben schon einmal Online-Dating-Plattformen ausprobiert. Davon sagen 59 Prozent, dass ihnen das Flirten online leichter fällt und ebenfalls 59 Prozent vermuten, dass es durch das Online-Dating schwieriger geworden ist, Menschen im realen Leben kennenzulernen. Das ist das Ergebnis einer Bitkom-Studie. 33 Prozent der über 1.000 Befragten würden sich dabei durchaus von KI beraten lassen, 32 Prozent glauben, so schneller die große Liebe zu finden und 31 Prozent würden eher der künstlichen Intelligenz vertrauen als den Vorschlägen aus der eigenen Familie.
Wandelbots konzentriert sich auf die Software-Entwicklung
Das Robotik-Start-up Wandelbots aus Dresden richtet sich laut Businessinsider.de strategisch neu aus und trennt sich von seinem Hardware-Geschäft. 27 Prozent der Mitarbeiter haben deshalb das Unternehmen über ein Freiwilligenprogramm verlassen. Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen auf die Entwicklung einer Art „Windows für Roboter“, das es Kunden ermöglichen soll, ihre Roboter herstellerunabhängig und ohne Code-Kenntnisse selber umzuprogrammieren. Diese Lösung ist bereits bei BMW, VW oder Schaeffler im Einsatz.
Cocuus hat Steaks aus dem Drucker entwickelt
Das Hightech-Start-up Cocuus aus Pamplona hat 3D-Drucker entwickelt, die Lebensmittel in industriellem Maßstab herstellen können, berichtet Theguardian.com. Bekannt wurde das Unternehmen, als es sein gedrucktes Steak in den sozialen Medien teilte und 700.000 Kommentare erhielt, von denen die wenigsten positiv waren. Das 3D-Steak basiert auf der Analyse von Röntgenbildern und Querschnittsscans und besteht aus Fleischresten, die bei der Schlachtung einer Kuh normalerweise weggeworfen würden, gemischt mit Fett aus einer Gemüsepaste, so dass es viel weniger gesättigte Fettsäuren enthält als das Original. Seit September letzten Jahres hat Cocuus 80.000 Einheiten seiner fleischlosen Gänseleberpastete und 200.000 Einheiten seines ausgedruckten, cholesterinfreien veganen Bacons verkauft, die bei Carrefour in den Regalen stehen.
NACHHALTIGKEIT
Quadient hat 20.000 Packstationen aufgestellt
Das Pariser Unternehmen Quadient, das bis 2019 unter dem Namen Neopost bekannt war, hat mittlerweile 20.000 seiner Paketschließfächer in Nordamerika, Europa und Asien aufgestellt, wie Yahoo.com berichtet. An den Packstationen von Quadient können Kunden zeitunabhängig Bestellungen und Waren aus dem Onlinehandel oder stationären Geschäften abholen und eigene Pakete versenden. Durch die Integration eines Druckers besteht auch die Möglichkeit, erhaltene Waren vor Ort zu retournieren.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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