
Deutsche Bank, E-Rechnung, Loxxess, Online-Apothekenmarkt, Amazon + Bee, Uber, Paypal World, ChatGPT, Ransomware, Tukatech, Spotify
Aktuelle E-Commerce-News: Deutsche Bank, E-Rechnung, Loxxess, Online-Apothekenmarkt, Amazon + Bee, Uber, Paypal World und weitere Themen im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Deutsche Online-Käufer: Schnäppchen ja, Social Commerce nein
Deutsche Online-Käufer bleiben klassische Schnäppchenjäger und ignorieren Social Commerce weitgehend, zeigt der Online-Shopping-Report von Coupons. Fast 60 Prozent der 2.007 Befragten würden grundsätzlich Preise vergleichen, 40 Prozent setzten auf verfügbare Gutscheine. Besonders die Generation Z erweise sich mit 54 Prozent als deutlich gutscheinaffin. Social Commerce hingegen bleibe ein Nischensegment: 82 Prozent hätten noch nie über soziale Netzwerke eingekauft, 44 Prozent könnten es sich auch künftig nicht vorstellen.
Deutsche Bank erneuert ihr Online-Banking
Die Deutsche Bank modernisiert am 25. August ihr Online-Banking und die App komplett, berichten Stadt-Bremerhaven.de und die Bank selbst. Das Update bringe eine vereinfachte Navigation und erweiterte Funktionen für den digitalen Zahlungsverkehr mit sich. Kunden benötigten weiterhin ihre fünfstellige PIN, müssten jedoch zwingend auf das Photo-TAN-Verfahren umsteigen. (Auch die Bank nennt plakativ PIN und Photo-TAN, spricht in den FAQ etwas versteckt aber auch von einem Verfahren namens "Bestsign".) Nutzer der veralteten Mobile-TAN hätten noch bis zum 15. August Zeit für den Wechsel und die Bestellung des Aktivierungsbriefs. Als praktische Hilfe stehe bereits ein Demokonto bereit. Hinweis: Wir haben den Link zur Deutschen Bank und den Hinweis auf "Bestsign" ergänzt.
E-Rechnung: KMU warten lieber bis zum Stichtag
Kleine Unternehmen zögern bei der frühzeitigen Umsetzung der E-Rechnungspflicht, obwohl sich das Volumen bereits verdoppelt hat, wie Onlinehaendler-News.de berichtet. Über Datev-Systeme seien im ersten Halbjahr 22,5 Mio. E-Rechnungen übermittelt worden – mehr als doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2024. Ein Drittel der Steuerberater schätze jedoch, dass ihre Mandanten erst kurz vor dem gesetzlichen Stichtag 2028 vollständig auf digitale Rechnungsstellung umstellen würden. Dabei verpasse man die Gelegenheit, Prozesse frühzeitig effizienter aufzustellen, warnt Datev-Manager Markus Algner.
Loxxess expandiert im E-Commerce
Der Kontraktlogistiker Loxxess aus Tegernsee verfolgt laut Dekra.net eine konsequente Wachstumsstrategie im E-Commerce. Das Unternehmen bediene an vier Standorten unterschiedliche Branchen von Textilien bis Unterhaltungselektronik. Am Standort Aurach fielen täglich 4.000 bis 5.000 Retourenteile an, die Rücksendequote betrage 30 bis 40 Prozent. Saisonale Schwankungen prägten das Geschäft: Während für Kunde Burton – ein amerikanischer Snowboardhersteller – im Sommer nur zehn Mitarbeitende benötigt würden, seien es in der Wintersaison fast viermal so viele.
HANDEL INTERNATIONAL
Europas Online-Apothekenmarkt erreicht fast neun Mrd. Euro
Der europäische Online-Apothekenmarkt erreicht ein Volumen von fast neun Mrd. Euro und ist in zwei Jahren um bis zu 17 Prozent gewachsen, zitiert Pharma-Relations.de eine Analyse von Smile AI. Polens „Doz.pl“ führe mit 125 Mio. Nutzern jährlich das Traffic-Ranking an, gefolgt von Italiens „Redcare“ mit 49 Mio. Visits. Umsatzseitig dominierten Großbritannien und Deutschland. Amazons PAN-EU-Programm (EU-weite Logistikbündelung) erreiche zwar 65 Prozent des Traffics in den drei größten E-Pharmacy-Märkten, doch der Verkauf von Gesundheitsprodukten bleibe europaweit limitiert. Die Studie prognostiziere bis 2030 ein globales Marktwachstum von 16 Prozent jährlich.
Amazon übernimmt KI-Wearable-Startup Bee
Amazon kauft das US-Startup Bee, das ein KI-Wearable fürs Handgelenk entwickelt, wie Heise.de berichtet. Das 50-Dollar-Armband höre dauerhaft über eingebaute Mikrofone mit und füttere einen persönlichen KI-Assistenten, der Gesprächstranskriptionen und Tageszusammenfassungen liefere. Das Gadget unterstütze 40 Sprachen, werde jedoch nur in die USA geliefert. Ob Amazon die Produktentwicklung vorantreiben oder hauptsächlich das Know-How nutzen wolle, bleibe unklar. Der Kauf erfolge, während Amazon bei der Entwicklung von Alexa ins Stocken geriete.
Uber lässt Amerikanerinnen weibliche Fahrerinnen wählen
Uber startet in wenigen Wochen sein Feature „Women Preferences“ in drei US-Städten, berichtet Techcrunch.com. Fahrgästinnen könnten dann eine Präferenz für weibliche Fahrerinnen einstellen, während Fahrerinnen auf Wunsch ausschließlich Frauen befördern dürften. Das Feature existiere bereits seit sechs Jahren, inzwischen in 40 Ländern von Argentinien bis Indien. Hintergrund wären anhaltende Sicherheitsbedenken, obwohl die Zahl sexueller Übergriffe durch Maßnahmen wie verifizierte Fahrer-Badges und Audio- und Video-Aufzeichnung von knapp 6.000 Fällen auf unter 3.000 gesunken sei. Nur etwa jeder fünfte Uber-Fahrer in Amerika sei weiblich. Hinweis: Wir haben nachträglich "auf Wunsch" und "inzwischen" eingefügt.
„Paypal World“ umfasst chinesische und indische Zahlungssysteme
Paypal startet im Herbst die Plattform „Paypal World“, die grenzüberschreitende Zahlungen für über zwei Mrd. Menschen vereinfachen soll, berichtet Techcrunch.com. Das Unternehmen habe Partnerschaften mit Indiens UPI-System, Chinas Wechat-Bezahldienst Tenpay und Lateinamerikas Mercado Pago geschlossen. Nutzer könnten künftig ihre lokalen Wallets für internationale Transaktionen verwenden – etwa Paypal -Kunden in China via Wechat bezahlen oder indische UPI-Nutzer in amerikanischen Online-Shops einkaufen. Die Transaktionsvolumen der Partner seien gewaltig: Allein UPI verzeichnete im Juni 238 Mrd. Dollar Umsatz.
UK-Wettbewerbshüter nimmt Apple und Google ins Visier
Die britische Wettbewerbsbehörde CMA will Apple und Google wegen ihres „effektiven Duopols“ bei mobilen Plattformen den „strategischen Marktstatus“ verleihen, berichtet Theguardian.com. Die Behörde plane zunächst Eingriffe bei den App-Stores, wo Entwickler Gebühren bis zu 30 Prozent zahlen müssten. Nutzer sollten künftig App-Stores für Käufe umgehen können; Apples Beschränkungen bei digitalen Wallets würden aufgehoben. Alternative App-Stores oder Zahlungsmethoden wolle die CMA jedoch nicht erzwingen.
TRENDS & TECHNOLOGIE
ChatGPT wird zum neuen Einkaufsberater der Deutschen
Gut die Hälfte aller deutschen KI-Nutzer fragt beim Shopping erst Chatbots, bevor sie klassische Suchmaschinen bemühen, wie laut Textilwirtschaft.de eine Norstat-Studie für Verdane zeige. Drei Prozent der Befragten würden komplett auf KI-Beratung umsteigen, 14 Prozent meistens darauf zurückgreifen. Reisebuchungen führen die KI-Kaufberatung mit 33 Prozent an, während Mode nur 13 Prozent erreiche. ChatGPT dominiere mit 86 Prozent Marktanteil vor Googles Gemini und Microsofts Copilot. Der Wandel stelle traditionelle Pay-per-Click-Strategien infrage und zwinge Online-Händler zur Neuausrichtung ihrer Sichtbarkeitskonzepte.
Großbritannien will Ransomware-Geschäft austrocknen
Großbritannien verbietet staatlichen Einrichtungen und Betreibern kritischer Infrastruktur künftig Lösegeldzahlungen nach Ransomware-Angriffen, wie Heise.de berichtet. Das Gesundheitssystem, Kommunalverwaltungen und Schulen seien direkt betroffen, aber auch private Unternehmen müssten die Regierung vor geplanten Zahlungen informieren. London wolle damit das lukrative Geschäftsmodell der Cyberkriminellen aushöhlen und öffentliche Einrichtungen als Angriffsziele unattraktiver machen. Ransomware habe bereits Milliardenschäden verursacht und nachweislich bereits zu einem Todesfall beigetragen.
Tukatech stellt neue virtuelle Garderobe vor
Tukatech präsentiert eine patentierte „Pattern-Based Fitting Application“, die Online-Anproben revolutionieren soll, berichtet Apparelresources.com. Die virtuelle Garderobe nutze echte Schnittmuster und 3D-Avatare statt herkömmlicher Größentabellen und ermögliche dadurch hyper-präzise Anprobe-Simulationen. Die Anwendung lasse sich nahtlos in Shopify, Magento und Wordpress integrieren und sei für Marken jeder Größe skalierbar. Die Innovation solle größenbedingte Retouren reduzieren und sowohl die Personalisierung als auch das Kundenvertrauen stärken.
Spotify lässt toten Künstler singen
Spotify veröffentlicht KI-generierte Songs unter den Namen verstorbener Künstler ohne Genehmigung der Nachlassverwaltungen, berichtet Thenextweb.com. Eine Untersuchung von 404 Media habe enthüllt, dass etwa der 1989 ermordete Country-Sänger Blake Foley plötzlich den neuen Track „Together“ in seinem Profil stehen habe, und auch der Sound des 2016 verstorbenen Grammy-Gewinners Guy Clark werde synthetisch weiterreproduziert. Die Plattform habe die Songs erst nach Medienberichten entfernt. Vertreter der Musikbranche würden schärfere Kennzeichnungspflichten für KI-Musik fordern, wie sie der Konkurrent Deezer bereits umgesetzt habe.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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