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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von Etailment.de. Zoll-Chaos: DHL tastet sich zurück.
David WöllensteinRedakteurHANDEL NATIONAL
Zoll-Chaos: DHL tastet sich zurück in die USA
DHL startet nach zweiwöchiger Zwangspause Testläufe für die Wiederaufnahme des USA-Versands, berichtet Handelsblatt.com. Geschäftskunden hätten seit der Einführung der neuen Einfuhrzölle von 15 Prozent weder Pakete noch Warenpost International verschicken können. Weltweit hätten 88 Postbetreiber ihre USA-Dienste gestoppt, das Sendungsaufkommen sei um drastische 81 Prozent eingebrochen. Der Weltpostverein biete inzwischen ein Berechnungsprogramm für die komplexen Zollabwicklungen an, das Morning Briefing berichtete.
„Der Handel“ 4/2025 – das E-Paper ist online
Loyalty-Programme und -Apps funktionieren, allerdings vor allem über Rabatte. Das neue Heft von „Der Handel“ (4/2025) geht der Frage nach, warum das nicht reicht, sondern Service, Emotionen und Transparenz gefragt sind. Außerdem geht es um Smart Stores, die dabei sind, die Nische zu verlassen, weil das Publikum sie mag. Auch Bäckereien und Metzgereien entdecken schlaue Läden im Kampf gegen den Personalmangel. Das Special „Finanzierung“ gibt Rat, wie sich Händler angesichts zurückhaltender Banken aufstellen müssen. Außerdem geht es um die Finanzierungsform Finetrading, um Auto-Abos – und darum, wie Gründer an Startkapital kommen. Die „Visibility Charts E-Commerce“ nennen diesmal die sichtbarsten Online-Shops im Bereich „Future Food“. Das E-Paper mit allen Inhalten des gedruckten Heftes können Sie hier kostenfrei lesen.
Holz-Leute: 150 Jahre Tradition erfolgreich digitalisiert
Der Online-Shop des 1873 gegründeten Münchner Traditionsunternehmens Holz-Leute erreicht bereits 40 Prozent Umsatzanteil mit steigender Tendenz, berichtet Rid-Stiftung.de. Das Familienunternehmen habe 2016 mit Stiftungsunterstützung einen eigenen Online-Shop entwickelt und setze konsequent sein Cross-Channel-Konzept um. Als Katalysator für den heutigen Erfolg habe die Corona-Pandemie gewirkt – heute versenden die zehn Shop-Mitarbeiter täglich bis zu 400 Pakete mit handwerklichen Holzprodukten. Modernes Storytelling auf Instagram, im Newsletter und sowohl im digitalen als auch im analogen Shop transportiere das Lebensgefühl „Holz-Leute“ zeitgemäß.
Alangu spricht Gebärdensprache – auch im Online-Shop
Die Software von Alangu setzt digitale Barrierefreiheit mit KI-gestützten 3D-Avataren um, indem Texteingaben per Drag & Drop in Gebärdensprache-Videos umgewandelt werden, meldet das Kölner Unternehmen. Die Avatare erleichterten das Verstehen, da sie im Gegensatz zu gängigen Video-Tools auch über ihre Mimik kommunizieren. So sei es auch im E-Commerce – seit Juni ans Barrierefreiheits-Stärkungsgesetz gebunden –, erstmals möglich, Videos in Deutscher Gebärdensprache schnell und kostensparend digital bereitzustellen und aktuell zu halten. In Deutschland gäbe es 80.000 Gehörlose; für 80 Prozent fühle sich komplexe Schriftsprache eher wie eine Fremdsprache an.
Angestellte überschätzen ihre Fähigkeiten
Deutsche Angestellte überschätzen ihre Fähigkeiten, berichtet Manager-Magazin.de. 96 Prozent der von Skillsoft befragten HR-Experten bestätigten diese Einschätzung, weshalb nur noch zehn Prozent ihrer Belegschaft das Erreichen der Geschäftsziele der kommenden zwei Jahre zutrauten. Besonders gravierend seien die Wissenslücken bei Führungskompetenzen, Technologie und KI-Fachwissen. Diese Selbstüberschätzung führe zu Projektverzögerungen und sinkender Produktivität. Fast jeder zweite Personaler fürchte zudem, Spitzenkräfte an flexiblere oder finanziell attraktivere Konkurrenten zu verlieren.
SAP macht Stellenabbau zur Routine
SAP führt kontinuierliche Stellenkürzungen ein und streicht künftig jährlich ein bis zwei Prozent der Belegschaft, berichtet Heise.de. Das im September gestartete „Project Mongoose“ könne bei derzeit 109.000 Mitarbeitern bis zu 2200 Jobs treffen. Finanzchef Dominik Assam vergleiche das Programm mit dem Zähneputzen – einer alltäglichen Routine. Gleichzeitig wolle der Softwarekonzern in Wachstumsbereichen neue Stellen schaffen und investiere in Weiterbildung. Der europäische Betriebsrat warne vor „langfristigen Schäden“ und kritisiere die mangelnde Transparenz des Vorstands.
HANDEL INTERNATIONAL
Klarna ist nach Börsengang 15 Mrd. Dollar wert
Der schwedische Bezahldienst Klarna sammelte bei seinem Börsengang in New York 1,4 Mrd. Dollar ein, wie Welt.de berichtet. Das für zinsloses Bezahlen auf Rechnung bekannte Unternehmen startete mit 40 Dollar pro Aktie – und damit bereits über der geplanten Spanne von 35 bis 37 Dollar. Die Nachfrage habe das Angebot trotzdem deutlich übertroffen. Klarna erreiche somit eine Bewertung von 15 Mrd. Dollar und rehabilitiere sich nach dem dramatischen Absturz von 45 Mrd. Dollar (2021) auf 6,7 Mrd. Dollar (2022).
Carparts.com: Statt Verkaufs 35,7 Mio. Dollar Investitionen
Der Online-Autoteilehändler Carparts.com sichert sich eine 35,7 Mio. Dollar schwere Finanzierung von drei globalen Partnern, wie Digitalcommerce360.com berichtet. Diese würden sich auch mit 150.000 zusätzlichen Produkten für das Sortiment und der Optimierung der Logistik einbringen. Die Investition beende eine sechsmonatige strategische Prüfung, bei der durchaus auch ein kompletter Verkauf erwogen worden sei. Der Vorstand habe jedoch entschieden, dass die Partnerschaft besseren kurzfristigen Wert biete und langfristige Chancen für Aktionäre erhalte.
Microsoft fordert drei Tage Büro
Microsoft führt weltweit eine Drei-Tage-Büropflicht für seine Angestellten ein, berichtet Golem.de. Personalchefin Amy Coleman wolle die Zusammenarbeit fördern und gleichzeitig Flexibilität bewahren – Menschen seien „leistungsfähiger und motivierter bei häufigerer persönlicher Zusammenarbeit“. Angestellte könnten ihre drei Bürotage selbst wählen. Die Regelung gelte für Mitarbeiter im 80-Kilometer-Radius um Microsoft-Standorte, zuerst in Puget Sound im Bundesstaat Washington, dann national und später international. Ausnahmen seien bei komplexen Arbeitswegen oder fehlenden Teammitgliedern vor Ort möglich.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Chinesische KI-Modelle erreichen die Top Ten
Chinesische KI-Modelle steigen erstmals in die Top Ten des renommierten, internationalen nutzerbasierten LM-Arena-Rankings der UC Berkeley auf, berichtet Scmp.com. Alibabas „Qwen3-max-preview“ erreiche den Platz sechs und damit den höchsten Rang eines chinesischen Modells, während Moonshots „Kimi-K2-0905“ sich Platz acht mit sieben weiteren Modellen teile, darunter Deepseek R1 und Grok 4.0. Vor einem Jahr habe noch kein einziges chinesisches Modell die Spitzenränge erreicht.
Britische Millennials beschenken sich am liebsten selbst
Jeder zweite britische Millennial gibt zu Weihnachten mehr Geld für sich selbst aus als für Familie oder Freunde, zitiert Channelx.world eine Ebay-Advertising-Umfrage. Mode und Accessoires stünden dabei an der Spitze der Eigenliebe, gefolgt von Beauty-Produkten und Elektronik. Generell plane ein Drittel der Befragten, dieses Jahr mehr auszugeben als 2024 – ein Anstieg um 24 Prozent. Millennials seien mit durchschnittlich 994 Pfund auch am großzügigsten, während Generation X eher sparsamer werde. Online-Marktplätze gewännen weiter an Bedeutung, da sie Zeitersparnis böten und Rabattaktionen ermöglichten.
Google Cloud präsentiert Shopping-Agenten
Google Cloud präsentiert laut Pressemitteilung den „Conversational Commerce Agent“, eine KI-Lösung für personalisierte Shopping-Erfahrungen im Online-Handel. Der US-Einzelhandelsriese Albertsons Companies setze das Tool bereits als „Ask AI“ in seinen Supermarkt-Apps ein. Die Vertex AI-basierte Technologie führe natürliche Gespräche mit Kunden und erkenne deren Absichten sowie Vorlieben – über 85 Prozent der Konversionen würden mit offenen Fragen beginnen. Erste Resultate zeigten, dass Nutzer häufiger zusätzliche Produkte in den Warenkorb legten.
NACHHALTIGKEIT
Refurbished-Markt wächst – Deutsche bleiben skeptisch
Deutsche zeigen wenig Interesse an professionell aufbereiteten Gebrauchthandys, wie laut Heise.de eine Vodafone-Umfrage belegt. Nur 25 Prozent hätten bereits ein Refurbished-Smartphone gekauft – deutlich weniger als in Frankreich mit 38 Prozent. Branchenkenner führten dies auf schwächere Traditionen beim Gebrauchtkauf zurück. Trotzdem verzeichne der Berliner Online-Anbieter Rebuy steigende Umsätze: Das Geschäft mit aufbereiteten Smartphones wachse um einen niedrigen zweistelligen Prozentwert, der Firmenumsatz steige auf geschätzte 240 Mio. Euro. Hauptkaufmotiv bleibe der Preisvorteil, den zwei Drittel der Befragten nannten.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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