
DM, 1&1, Ceconomy, KI-Aufsicht, Amazon, Apple, Shein, Shopify, Alexa+, Tiktok, Social-Media-Verbot, Instagram
Aktuelle E-Commerce-News zu DM, 1&1, Ceconomy, KI-Aufsicht, Amazon, Apple, Shein, Shopify, Alexa+, Tiktok und weiteren Themen des Tages im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
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HANDEL NATIONAL
DM steuert auf Milliarden-Marke im Online-Handel zu
DM steuert mit Vollgas auf die Milliarden-Marke im Online-Geschäft zu, wie Daten von Lebensmittelzeitung.net zeigen. Der Online-Umsatz sei binnen zwölf Monaten um mehr als 20 Prozent auf fast 820 Mio. Euro geklettert. Ende Mai habe der digitale Kanal bereits über sechs Prozent zum Gesamtumsatz von 13 Mrd. Euro beigetragen – ein halber Prozentpunkt mehr als im Vorjahr. Geschäftsführer Sebastian Bayer spreche von zweistelligen Zuwachsraten.
OVG bestätigt Pornhub-Sperre bei 1&1
Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz bestätigt laut Heise.de die Sperrung von Pornhub und Youporn beim Provider 1&1. Die DNS-Blockaden blieben damit aufrechterhalten. Die Medienanstalt Rheinland-Pfalz habe die Sperre 2024 auf Basis des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags angeordnet – Hintergrund sei eine bereits 2020 erlassene Verfügung der nordrhein-westfälischen Medienanstalt wegen unzureichender Alterskontrollen. Die Koblenzer Richter wiesen Eilanträge des zypriotischen Betreibers Aylo ab, da diesem das Rechtsschutzbedürfnis fehle. Das Gericht bewertete außerdem die Weigerung des Unternehmens, bestehende Gerichtsentscheidungen umzusetzen, als rechtswidrig.
Ceconomy erwirtschaftet 22 Mrd. Euro
Im Rahmen der Übernahme durch JD.com hat das EHI Retail Institute die wichtigsten Kennzahlen zu Ceconomy geteilt. Das Unternehmen erwirtschaftete mit Mediamarkt und Saturn im Geschäftsjahr 2023/24 einen weltweiten Umsatz von 22,2 Mrd. Euro. Der Online-Anteil erreiche mittlerweile 23,6 Prozent des Gesamtumsatzes, was digitalen Erlösen von 5,136 Mrd. Euro entspreche. Die Pick-up-Rate für Online-Bestellungen schwanke zwischen 34 und 36 Prozent je Quartal. In Deutschland betreibe der Konzern 396 der insgesamt 1.030 Standorte und erziele dort 9,53 Mrd. Euro Umsatz. Das operative Ergebnis liege bei 916 Mio. Euro.
KI-Aufsicht: Bundesregierung missachtet EU-Frist
Deutschland hat die EU-Frist zur Einrichtung einer KI-Aufsichtsbehörde am 2. August verpasst, kritisiert der Verbraucherzentrale Bundesverband scharf. Seit Februar seien manipulative KI-Praktiken durch die europäische KI-Verordnung verboten, doch ohne nationale Kontrolle blieben Verbraucher schutzlos. Unternehmen könnten weiterhin KI zur Manipulation nutzen – etwa durch Echtzeit-Stimmanalyse in Callcentern, um individuelle Schwächen von Anrufern auszunutzen.
HANDEL INTERNATIONAL
Amazon: Starke Zahlen, verhaltene Prognose
Amazon steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 167,7 Mrd. Dollar und übertraf damit sowohl eigene als auch Analystenschätzungen, berichtet Heise.de. Das Cloud-Geschäft AWS wachse um 17,5 Prozent auf 30,9 Mrd. Dollar, bleibe aber hinter der Konkurrenz zurück – so sei Microsoft Azure um 39 Prozent und Google Cloud um 32 Prozent expandiert. Das Werbegeschäft klettere um 23 Prozent auf 15,7 Mrd. Dollar und etabliere Amazon als drittgrößte Werbeplattform weltweit. Trotz der starken Zahlen und angekündigter 100-Mrd.-Dollar-Investitionen in KI-Infrastruktur enttäusche die konservative Prognose für das dritte Quartal die Anleger – die Aktie rutsche nachbörslich um sieben Prozent ab.
Apple: Starke Zahlen, verhaltene Börse
Apple verzeichnete überraschend ein Rekordquartal mit 94,04 Mrd. Dollar Umsatz, wie Golem.de berichtet. Besonders das iPhone habe sich als Wachstumsmotor erwiesen und 44,58 Mrd. Dollar beigesteuert. Die Dienste erreichten mit einem Plus von 13 Prozent einen neuen Rekord von 27,42 Mrd. Dollar und auch der Mac übertraf mit über acht Mrd. Dollar die Erwartungen. Selbst das kritische China-Geschäft zeige mit 15,37 Mrd. Dollar Anzeichen einer Trendwende. Paradoxerweise habe die Apple-Aktie seit Jahresbeginn 15 Prozent an Wert verloren.
Sheins Quartalsboom vor dem großen Zollgewitter
Shein erzielte im ersten Quartal 2025 in den USA einen Umsatz von fast zehn Mrd. Dollar und 400 Mio. Dollar Nettogewinn, zitiert Retail-News.de einen Bericht von Bloomberg. Der Fast-Fashion-Riese habe vom schmalen Fenster Anfang des Jahres profitiert, als die neuen Zollregelungen noch nicht galten und Kunden sich sozusagen bevorratet hätten. Shein habe bis dahin die Hälfte des amerikanischen Fast-Fashion-Markts dominiert.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Shopify steuert 9,1 Mio. Online-Shops
Shopify hält 20 Prozent am globalen Markt für E-Commerce-Software, berichtet Demandsage.com. Die kanadische Lösung treibe mittlerweile über 9,1 Mio. Online-Shops an und verzeichne knapp fünf Mio. tägliche Nutzer. Besonders die USA zeigten sich mit 30 Prozent aller weltweiten Shopify-Websites als Hochburg, während Deutschland mit 122.993 Installationen europaweit den Spitzenplatz belege. Das Unternehmen steigerte seinen Jahresumsatz um 25,6 Prozent auf 8,88 Mrd. Dollar und baue sein Ökosystem mit über 16.000 verfügbaren Apps kontinuierlich aus.
Alexa+ soll mit KI-Werbung Geld verdienen
Amazon CEO Andy Jassy plant, Werbung in Gespräche mit dem KI-Assistenten Alexa+ zu integrieren, wie er laut Techcrunch.com in einem Earnings Call angekündigt haben soll. Die bereits bei Millionen Nutzern verfügbare Alexa+ solle künftig KI-generierte Anzeigen in mehrstufigen Unterhaltungen ausspielen und dabei Produktentdeckungen fördern. Bisher beschränke sich Amazons Alexa-Werbung auf visuelle Anzeigen am Echo Show oder Audio-Spots zwischen Musiktiteln.
Tiktok-Trends UK: Oasis, Lippenstift und Nass-Sauger
Tiktok Shop etablierte sich 2024 als Großbritanniens am schnellsten wachsender Online-Händler, berichtet Channelx.world. Nostalgie-getriebene Sammlerobjekte wie Labubu-Figuren erzielten 1,1 Milliarden Views und verzeichneten 819 Prozent mehr Bestellungen. Musik-Events prägten das Shopping-Verhalten maßgeblich: Die Oasis-Reunion ließ „Bucket Hat“-Verkäufe explodieren, während „Pitbull“-Kostüme um 420 Prozent zulegten. Im Beauty-Segment dominieren pflegeleichte Produkte – Wonderskin beispielsweise verkaufe alle fünf Sekunden einen Lippenstift. Außerdem boomen multifunktionale Haushaltsgeräte: „Ninja Blender“ stiegen um 1800 Prozent, „Shark Nass- und Trockensauger“ um 5800 Prozent.
Deutschland prüft Social-Media-Verbot für Minderjährige
Deutschland erwägt eine Altersbeschränkung für Social-Media-Plattformen, berichtet T3N.de. Bundesdigitalminister Wildberger spreche sich für eingeschränkten Zugang zu Instagram, Tiktok und Snapchat für Minderjährige aus. Eine Expertenkommission solle das konkrete Mindestalter prüfen. 82 Prozent der Deutschen sähen Schäden durch soziale Medien bei Jugendlichen, 77 Prozent befürworteten ein Verbot nach australischem Vorbild. Auch EU-Digitalminister aus Spanien, Frankreich und Griechenland unterstützten strikte Altersgrenzen.
Instagram sperrt kleine Accounts von Live-Streams aus
Instagram blockiert künftig Live-Broadcasts für öffentliche Accounts mit weniger als 1.000 Followern, berichtet Engadget.com. Meta habe die neue Mindestanforderung bereits implementiert und rechtfertige dies mit „einer besseren Creator-Erfahrung“. Die Plattform rolle die Beschränkung schrittweise auch auf private Konten aus. Betroffen sei vermutlich auch das 2024 eingeführte Live-Feature für maximal drei enge Freunde. Nutzer erhielten entsprechende Warnmeldungen, wenn sie vergeblich Livestreams starten wollten.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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