
Docmorris, E-Commerce-Tag, Fake-Shops, Insolvenzen, Shein, Wildberries + Ozon, Youtube, Guesty, Amazon, Malware, nachhaltige Mode
Aktuelle E-Commerce-News: Docmorris, E-Commerce-Tag, Fake-Shops, Insolvenzen, Shein, Wildberries + Ozon, Youtube, Guesty und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Docmorris darf E-Rezepte digital einlösen
Docmorris hat als erste Online-Apotheke eine Zulassung für die digitale Einlösung von E-Rezepten erhalten, berichtet Heise.de. Der Prozess funktioniert per Cardlink und wird mittels Textnachricht protokolliert. Er beginnt mit der Eingabe der Zugangsnummer auf der elektronischen Gesundheitskarte, die dann von einem NFC-fähigen Smartphone gescannt werden kann und die Medikamentendaten überträgt. Abgeschlossen wird der Vorgang mit einem Einmalcode, der per SMS übermittelt wird. Das Verfahren ist ab sofort in der App verfügbar.
E-Commerce-Tag Regensburg von Ibi Research am 9. Oktober
Das Ibi Research Institut an der Universität Regensburg veranstaltet am 9. Oktober seinen diesjährigen E-Commerce-Tag. Thema ist der digitale Handel der Zukunft und die wichtigsten Trends der Branche wie Payment, B2B-E-Commerce, Online-Marketing, Marktplätze, Nachhaltigkeit und natürlich Künstliche Intelligenz. Neben der Diskussion mit Experten bietet die Veranstaltung auch die Möglichkeit zum Networking mit den anwesenden Händlern, Herstellern, Dienstleistern und Beratern und vielleicht auch zukünftigen Geschäftspartnern. Hier geht es zur Anmeldung.
Vermehrt Fake-Shops für Fahrräder
Die Verbraucherzentrale Hamburg weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass sich derzeit Hinweise auf Fake-Shops für Fahrräder häufen. Aktuell warnt sie vor den Adressen eradprofi.com, gravelbikede.com, fahrradmeierigm.com und bikeboys-onlineshop.net, die alle als dubios eingestuft werden. Ein Blick ins Impressum reiche nicht mehr aus, um eine betrügerische Website zu erkennen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Handelsregisternummer im Registerportal zu überprüfen und angegebene Telefonnummern vor dem Kauf auszuprobieren.
Insolvenzen im März auf Rekordniveau
1.297 Personen- und Kapitalgesellschaften mussten im März Insolvenz anmelden, das sind neun Prozent mehr als im Februar, so eine Erhebung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle. Der Wert liegt zudem 35 Prozent über dem Vorjahresmonat und 30 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 – vor Ausbruch der Pandemie. Die ebenfalls vom Institut erhobenen Frühindikatoren deuten jedoch darauf hin, dass die Zahl der Insolvenzen ab Mai wieder langsam sinken könnte.
HANDEL INTERNATIONAL
Shein öffnet Pop-Up-Shop in Liverpool
Der chinesische Fast-Fashion-Anbieter Shein eröffnet vom 19. bis 21. April einen Pop-up-Store im Einkaufszentrum Liverpool One, berichtet Drapersonline.com. Präsentiert werden die Frühjahrs- und Sommerkollektionen des Unternehmens, also vor allem Party-, Arbeits- und Bademode sowie Beauty-Artikel. Erstmals wird auch das eigene Label „Musera“ vorgestellt, für das ein Designerteam aus Manchester Damenbekleidung wie Kleider, Röcke und Strickwaren entworfen hat. Die Preise reichen von 8,99 Pfund für eine übergroße Weste bis zu 53,49 Pfund für einen Blazer.
Russlands Marktplätze Wildberries und Ozon wachsen dramatisch
Die russischen Marktplätze Wildberries und Ozon wachsen ungehindert von der internationalen Konkurrenz dramatisch, berichtet Excitingcommerce.de. Ozon konnte seinen Bruttowarenwert auf 17,4 Mrd. Euro verdoppeln und plant ein weiteres Wachstum von 70 Prozent im Jahr 2024. Wildberries Bruttowarenwert dürfte bei 24,3 Mrd. Euro liegen, der Umsatz stieg um 70 Prozent auf 5,4 Mrd. Euro. In der Rangliste der 15 größten Online-Marktplätze der Welt liegt Ozon auf Platz elf, Wildberries auf Rang zwölf, beide noch vor Temu oder Pinduoduo. In Europa ist nur Amazon.de auf Position acht besser platziert, wie Statista.com im Dezember 2023 berichtete.
Youtube führt neue Shopping-Funktionen ein
Youtube hat angekündigt, sein Angebot „Youtube Shopping“ um neue Funktionen zu erweitern, berichtet Digit.in. Mit „Shopping Collections“ können Creators Artikel in thematischen Sammlungen organisieren, die in der Produktliste, im Store Tab und in der Videobeschreibung verlinkt werden. Ein neuer Affiliate-Hub erleichtert die Verwaltung der Liste der Shopping-Partner und die Suche nach attraktiven Provisionssätzen und Rabattcodes. Schließlich können Creators mit „Fourthwall“ eigene Shopping-Websites erstellen, die automatisch in Youtube integriert werden und über Youtube Studio verwaltet werden können.
Guesty ist jetzt 900 Mio. Dollar wert
Die Immobilienverwaltungsplattform Guesty, die sich auf Lösungen für Kurzzeit- und Ferienvermietungen auf Airbnb, Homeaway, Vrbo oder Booking.com spezialisiert hat, hat laut Techcrunch.com in einer Serie-F-Finanzierungsrunde weitere 130 Mio. Dollar erhalten und wird nun mit 900 Mio. Dollar bewertet. Die SaaS-Lösung von Guesty bietet Buchungs- und Listingmanagement, Preisoptimierung, Analysen, Buchhaltungstools, die Möglichkeit, mehrere Unterkünfte zu verwalten, fortschrittliche Zahlungs- und Schadensschutzdienste sowie Tools zur Erstellung von Websites. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben seinen Umsatz in den letzten drei Jahren verfünffacht und wird in diesem Jahr die Gewinnzone erreichen.
TRENDS & TECH
Amazon schränkt Prime Video weiter ein
Amazon-Kunden, die Prime gebucht haben, werden mittlerweile Werbeclips in Filmen und Serien gezeigt, es sei denn, sie zahlen einen Aufpreis von 2,99 Euro im Monat, erklärt Giga.de. Nun ist mit „Watch Party“ ein weiteres Feature des Video-Streaming-Angebots verschwunden. Es ermöglichte das synchrone Abspielen von Inhalten für mehrere Nutzer, so dass man mit Freunden Filme schauen konnte, selbst wenn man nicht in derselben Stadt wohnt. Diese Funktion wurde nun ohne Vorankündigung ersatzlos gestrichen, auch bei werbefreien Abonnements.
65 Prozent halten KI für wichtigste Zukunftstechnologie
65 Prozent der von Bitkom befragten 1.004 Deutschen halten Künstliche Intelligenz für die wichtigste Zukunftstechnologie, nur 29 Prozent sehen das Thema als überschätzt an. 77 Prozent glauben, dass KI entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg deutscher Unternehmen sein wird, obwohl nur zwei Prozent Deutschland eine führende Position in der Entwicklung zutrauen. 56 Prozent glauben, dass KI eine ähnliche Bedeutung haben wird wie die Erfindung des Verbrennungsmotors oder die Elektrifizierung.
Malware-Attacken werden effektiver
Auch wenn die absolute Anzahl der Malware-Attacken 2023 im Vergleich zum Vorjahr wahrscheinlich gesunken sein wird, erhöht sich doch die Zahl der gelungenen Angriffe, meldet der „Malware Threat Research Report“ von Nordpass. Weltweit ist Brasilien das Land mit den meisten Betroffenen, dort wurden 9,7 Mio. Nutzer attackiert. Es folgen die USA, Indien, Indonesien, Vietnam und Ägypten – das erste europäische Land ist Frankreich auf Rang 15 mit 2,1 Mio. Malware-Opfern. Zu den Domains, von denen bevorzugt Nutzerdaten entwendet werden, gehören Google (8,2 Mio. Datensätze), Facebook, Instagram, Discord, Netflix, Roblox, Amazon, Paypal und Twitter.
NACHHALTIGKEIT
44 Prozent legen Wert auf Nachhaltigkeit
44 Prozent der Deutschen legen beim Einkaufen Wert auf Nachhaltigkeit, zitiert Lebensmittelzeitung.net eine Studie von Utopia. Das sind drei Prozent mehr als bei der Vorgängerstudie 2022. Allerdings geben 86 Prozent an, vor allem nach günstigen Angeboten zu suchen, nur 47 Prozent investieren Zeit, um nachhaltige Produkte zu finden – elf Prozent weniger als vor zwei Jahren. 79 Prozent haben den Überblick über die vielen nachhaltigen Werbeaussagen verloren, dennoch bevorzugen 55 Prozent Produkte mit grünen Werbeversprechen.
Markt für nachhaltige Mode 2030 bei 33 Mrd. Dollar Umsatz
Der globale Markt für nachhaltige Mode, der 2023 einen Wert von 7,8 Mrd. Dollar erreichte, wird laut Prognosen von Coherent Market Insights bis 2030 auf einen Umsatz von 33 Mrd. Dollar anwachsen, berichtet Fashionunited.com. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 22,9 Prozent. Der Wandel werde zum einen durch das wachsende Bewusstsein der Verbraucher für ökologische Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung vorangetrieben, zum anderen durch strenge staatliche Vorschriften, die nachhaltige Praktiken im Modesektor vorschreiben. Darüber hinaus werde sich der Online-Handel zum dominierenden Vertriebskanal entwickeln, da er sich schnell an die sich ändernden Vorlieben der Verbraucher anpassen könne.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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