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Aktuelle E-Commerce-News: E-Commerce + Mode, Ygo, Ausfallrate, Lieferando, SAP Emarsys, Cannabis, Metaverse, Shopee und weitere Themen im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Wirtschaftsstandort Deutschland erhält Schulnote 3,4
Die 180 im Rahmen des Ökonomenpanels von Ifo und FAZ befragten deutschen Wirtschaftsprofessoren bewerten den Wirtschaftsstandort mit der Schulnote 3,4 – gerade noch „befriedigend“. Zwei Prozent vergaben die Note eins, 20 Prozent die Note zwei. 38 Prozent entschieden sich dagegen für ein „befriedigend“ und 17 Prozent für ein „ausreichend“. Als Gründe für die mittelmäßigen Noten wurden Bürokratie, fehlende öffentliche Investitionen, Fachkräftemangel, hohe Energiepreise und die noch unzureichende Digitalisierung genannt.
E-Commerce-Herausforderungen in der Modebranche
Die Modebranche steht im E-Commerce vor einer Vielzahl von Herausforderungen, die von Logistikmanagern und KEP-Dienstleistern gleichermaßen bewältigt werden müssen. Die permanente Verfügbarkeit von Produkten und ein nahtloser Betrieb über verschiedene Vertriebskanäle hinweg sind entscheidend. Der Trend zum Omnichannel, der sowohl den stationären Handel als auch den Direktversand an Endkunden umfasst, verstärkt diese Anforderungen noch. Der Intralogistikexperte SSI Schäfer unterstützt Unternehmen mit skalierbaren und flexiblen Systemen dabei, die Herausforderungen des E-Commerce zu meistern und die Logistikprozesse zu optimieren.
Ygo bucht den Urlaub mit KI
Das Berliner Start-up Ygo will mit Hilfe künstlicher Intelligenz die Reiseplanung vereinfachen, berichtet Businessinsider.de. Bis August soll es möglich sein, einem Chatbot von den eigenen Urlaubswünschen zu erzählen, woraufhin dieser nicht nur Reiseziele, Flüge, Zugverbindungen oder Unterkünfte findet, sondern diese auch buchen kann. Zurzeit bietet die Website bereits fertige Komplettpakete an, die zum Beispiel aus Hotel, Flug und Event bestehen und mit einem Klick gebucht werden können.
Zahlungsausfallrate steigt sprunghaft an
Die Zahlungsausfallrate deutscher Unternehmen ist laut Creditreform Rating von 1,17 auf 1,49 Prozent im Jahr 2023 gestiegen, berichtet Risknet.de. Das ist der stärkste Anstieg seit 2008. Besonders deutlich war die Entwicklung im Einzelhandel mit einem Plus von 0,42 Prozentpunkten. Unternehmen, die länger als zehn Jahre bestehen, erreichten eine Quote von 0,83 Prozent, Unternehmen, die fünf bis zehn Jahre alt sind, kamen auf 2,18 Prozent, während Start-ups, die jünger als zwei Jahre sind, nur eine Quote von 2,09 aufwiesen. Für 2024 erwartet Creditreform insgesamt einen Anstieg auf 1,79 Prozent, geht dann aber von einer mittelfristigen Stabilisierung aus.
Lieferando führt Paypal-Gebühr ein
Lieferando verlangt künftig eine Gebühr von 0,29 Euro für Zahlungen per Paypal, berichtet Finanztrends.de. Das widerspricht eigentlich den AGB von Paypal, die solche Zusatzgebühren verbieten, wurde aber durch ein Urteil des Bundesgerichtshofs 2021 möglich, als Flixbus ebenfalls eine Paypal-Gebühr juristisch durchsetzen konnte.
SAP Emarsys stellt KI-Produktfinder vor
Der neue „AI Product Finder“ von SAP Emarsys soll die Erstellung personalisierter E-Mail-Kampagnen erleichtern, indem er durch eine intuitive Suche im Produktkatalog einer Marke schneller zu relevanten Ergebnissen führt, berichtet Onlinemarktplatz.de. Zwei Drittel der deutschen Vermarkter haben ihre Investitionen in KI bereits erhöht, so eine Umfrage des Unternehmens. 65 Prozent gaben an, dass künstliche Intelligenz die Kundenloyalität erhöht habe, 56 Prozent berichteten von einer verbesserten Kundenbindung.
Gras-Anbausaison hat begonnen
Nachdem auch der Bundesrat den Anbau von Cannabis legalisiert hat, verkauft sich das nötige Zubehör im Internet um 600 Prozent besser als im April des Vorjahres, berichtet Billiger.de. Das betrifft Pflanzenlampen, Thermometer, Hygrometer, Ventilatoren, Be- und Entfeuchter sowie „Growboxen“ oder „Growzelte“, für die man je nach Ausstattung zwischen 25 und 450 Euro investieren kann. Zur Fußball-EM sollte die erste Ernte reif sein. „Man darf gespannt sein, ob und wie sich das auf den Konsum und die Stimmung im Land auswirkt“, sagt Geschäftsführer Thilo Gans.
HANDEL INTERNATIONAL
E-Commerce im Metaverse 2030 über der 200-Milliarden-Grenze
Nach Angaben der Datenanalysten von Altindex ist der E-Commerce-Markt im Metaverse in den letzten drei Jahren um 60 Prozent gewachsen, berichtet Wire19.com. Für dieses Jahr wird ein weiteres Wachstum von 30 Prozent erwartet, was einem weltweiten Umsatz von über 30 Mrd. Dollar gleichkäme. Bei weiterem linearem Wachstum wären im Jahr 2033 insgesamt 1,3 Mrd. Nutzende zu erwarten, die einen Umsatz von mehr als 210 Mrd. Dollar generierten, was einer Steigerung von 580 Prozent in sechs Jahren entspräche.
Shopee kratzt an der 100-Milliarden-Grenze
Die 2015 in Singapur gegründete E-Commerce-Plattform Shopee, die in sieben südostasiatischen und vier südamerikanischen Märkten aktiv ist, will in diesem Jahr einen Bruttowarenwert von 93 Mrd. Dollar erreichen und 2025 die 100-Milliarden-Grenze knacken, berichtet Excitingcommerce.de. Damit soll auch die Profitabilität erreicht werden; 2023 hatte das Unternehmen noch einen Verlust von 555 Mio. Dollar zu verbuchen. Mit aggressiverem Marketing als Konkurrent Lazada aus dem Hause Alibaba hat sich Shopee mittlerweile dem Live Commerce im Stile von Tiktok Shop verschrieben.
Flaconi launcht in der Schweiz
Wie Flaconi kürzlich mitteilte, hat die Online-Parfümerie bereits Mitte April ihren Online-Shop in der Schweiz eröffnet, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Das Sortiment umfasst 18.000 Artikel, die Schweizer Kunden werden aus dem Logistikzentrum in Halle an der Saale beliefert. Das Unternehmen, das damit in Deutschland, Österreich, Frankreich, Polen und nun in der Schweiz aktiv ist, will noch in diesem Jahr zwei weitere Länder für sich erschließen.
Bolt sichert sich revolvierenden Kredit von 220 Mio. Euro
Die estnische Mobilitätsplattform Bolt hat sich laut Tech.eu einen revolvierenden Kredit in Höhe von 220 Mio. Euro gesichert, der für allgemeine Unternehmenszwecke reserviert ist und derzeit nicht in Anspruch genommen wird. Kunden von Bolt können über die App des Unternehmens Fahrten buchen; Autos, Elektroroller und E-Bikes mieten oder Lebensmittel bestellen. Bolt hat 75 Mio. Kunden in Europa, Afrika, Asien und Lateinamerika und vermittelt die Leistungen von 1,5 Mio. Fahrern.
TRENDS & TECH
Google erweitert Performance Max auf Marktplätze
Google hat sein Werbeangebot „Performance Max“ jetzt auch auf Marktplätze ausgeweitet. Onlinehändler benötigen keine eigene Website oder einen Merchant-Account bei Google mehr, um ihre Angebote direkt auf den Partner-Marktplätzen zu bewerben, berichtet Searchengineland.com. Statt Anzeigen in Suchergebnissen oder Produkteinträgen zu platzieren, ermöglicht es Performance Max, Texte, Bilder, Videos oder Feeds hochzuladen, die von einer künstlichen Intelligenz in die richtigen Google-Kanäle verteilt werden.
Amazon erstellt mit KI verbesserte Produktabbildungen
Nach dem Start in den USA können nun auch deutsche Händler ihre Angebote mit KI-verschönerten Produktfotos aufwerten, berichtet Onlinehaendler-News.de. Konkret geht es darum, freigestellte Produktfotos in passende Hintergrundmotive, sogenannte Lifestyle-Bilder, zu setzen, die laut Amazon 40 Prozent häufiger angeklickt werden als Darstellungen mit neutralem Hintergrund. Händler müssen beim Einstellen in der Amazon Ad Console lediglich auf „Generate“ klicken und bekommen mehrere passende Motive vorgeschlagen, die die künstliche Intelligenz auf Basis der Produktbeschreibung entwirft.
NACHHALTIGKEIT
Sonepar führt Green-Offer-Siegel ein
Der französische Elektrogroßhändler Sonepar hat seinen Onlineshop mit einem Nachhaltigkeitssiegel namens „Green Offer“ ausgestattet, wie das Unternehmen auf seiner Website mitteilt. Das Label mit dem Blattsymbol gibt es in drei Kategorien – A, B oder C – und ermöglicht es Fachhandwerkern, auf einen Blick zu erkennen, wie nachhaltig ein angebotenes Produkt ist. Darüber hinaus weist Sonepar auch separat die CO2-Emissionen eines Artikels aus, die über den gesamten Lebenszyklus berechnet werden.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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