Ebay Kleinanzeigen, Streik, Tegut, Amazon, Fruugo, Youtube, Lkw-Sharing, Luxusmarkt, Inflation, Geschäftsklima

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Über KI-Chatbots á la ChatGPT ist viel geredet worden. Eingesetzt werden sie bislang erst von neun der 50 größten Online-Shops hierzulande, wie eine Studie der Gisma University of Applied Sciences in Hannover ermittelt hat. Die E-Commerce-Anbieter pflegen ihre Kunden lieber mittels Social-Media, allen voran Instagram, Facebook und Twitter – und per Telefon! Unterdessen lernen KI-Chatbots den Enkeltrick oder werden zur Beratung in sensiblen Bereichen eingesetzt. Die Rufe nach Regulierung werde...

JBJürgen BaltesFreier Journalist
5 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Prozess gegen Kleinanzeigen-Betrüger hat begonnen
Vor dem Würzburger Landgericht hat am Freitag der Prozess gegen drei mutmaßliche Ebay-Kleinanzeigen-Betrüger begonnen. Sie sollen über fremde Nutzerprofile hochpreisige Produkte verkauft, aber nicht geliefert und so fast eine Million Euro erbeutet haben. Rund 1.800 Anzeigen waren eingegangen, wie Br.de berichtet. Der zweite Prozesstag ist für 11. Juli angesetzt, der Vorwurf lautet banden- und gewerbsmäßiger Betrug sowie Missbrauch von Ausweispapieren. Auf die Schliche gekommen ist die Polizei den Betrügern, als einer von ihnen ohne Führerschein erwischt wurde.

Wieder Streik bei Amazon in Leipzig
Im Leipziger Logistikzentrum des Online-Riesen wird seit Montag Vormittag wieder gestreikt. Rund 250 bis 300 Beschäftigte sollen bis zum Ende der Nachtschicht am Mittwoch früh, sechs Uhr, die Arbeit niederlegen, berichtet Golem.de. Sie fordern einen Tarifvertrag. Laut Verdi wolle Amazon über eine Betriebsvereinbarung Beschäftigten, die sich an einem Streik beteiligen, Sonderzahlungen kürzen. Zuletzt wurde in Leipzig Ende November 2022 gestreikt. Laut Amazon liege der Einstiegslohn hier bei 13,43 Euro. Nach zwei Jahren Betriebszugehörigkeit komme man auf über 35.000 Euro brutto im Jahr.

Tegut Logistik führt Vier-Tage-Woche ein
Weil für das neue Logistikzentrum in Michelsrombach nördlich von Fulda immer noch Mitarbeiter fehlen, will der Händler die 800 Jobs für Kommissionierer, Staplerfahrer und weitere durch eine Vier-Tage-Woche attraktiver machen. Die 38 Wochenstunden würden auf vier Tage verteilt, berichtet Lebensmittelzeitung.net, erste Nutzer gebe es schon. Getestet wurde das Modell bereits zu Jahresbeginn. Man gehöre damit zu den ersten Arbeitgebern der Branche.

J. Kinski: Preisgekröntes Food-Start-up aus Thüringen
Von Magdala in der Nähe von Jena aus verschickt das Start-up J. Kinski selbstgemachte Knochenbrühen, Saucen, Gewürze und Öle nach ganz Deutschland. Gekocht wird alles frisch und in Bio-Qualität in einer 64-Quaratmeter-Küche. 2022 erhielt das junge Unternehmen Bio-Preise vom Land Thüringen und von der EU. Neben dem ökologischen ist aber auch das soziale Engagement des Thüringer Start-ups mehr als nur schöne Worte – das geht bis hin zu Verpackung und Versand. Etailment.de stellt das junge Unternehmen vor.


HANDEL INTERNATIONAL

Amazon sucht Läden als Lieferdienste
In 23 US-Bundesstaaten hat Amazon offenbar begonnen, alle möglichen Läden, ob Boutiquen, Blumeläden oder Cafés als neue Partner zu akquirieren. Diese sollen auf der „letzten Meile“ helfen und Pakete zu Kunden bringen, berichtet Axios.com. Dafür bräuchten sie keine Vorerfahrung. Amazon rechnet mit rund 2.500 neuen Partnern in diesem Jahr. Ähnliche Konzepte verfolge der Konzern bereits in Indien, Japan und Spanien.

... und investiert noch mehr in Indien
Beim Treffen mit Indiens Ministerpärsident Modi hat Amazon-CEO Andy Jassy weitere 15 Mrd. US-Dollar an Investitionen zugesagt. Insgesamt 26 Mrd. US-Dollar will der Online-Riese nun bis 2030 in Indien investieren, meldet Indiatimes.com. Zum einen in die Cloud-Sparte, aber auch ins E-Commerce-Geschäft, wo man mit der Walmart-Tochter Flipkart, Reliance Industries und Tata Group konkurriert. Auch Google hat eine 10 Mrd.-Investition in Indien angekündigt, unter anderem für den Ausbau von Gpay. Warum Indien für Amazon so wichtig ist, erläutert Internetworld.de.

Fruugo hat Geschäft 2022 verdoppelt
Der in Großbritannien ansässige internationale Online-Marktplatz hat seinen Umsatz 2022 um 110 Prozent gesteigert, meldet Channelx.word. Im Jahr davor waren es sogar 230 Prozent. Das Unternehmen habe es damit auf Platz 41 des FEBE Growth 100 geschafft. Der Index listet die schnellstwachsenden inhabergeführten Firmen. Auf Fruugo verkaufen rund 3.000 Händler in 42 Ländern und 28 Sprachen. Der Marktplatz beschäftigt rund 170 Mitarbeiter.


Youtube arbeitet an eigener Gaming-Plattform Unter dem Namen „Playables“ will Youtube eine eigene Gaming-Plattform starten. Wie Chip.de berichtet, sollen Nutzer direkt über die Youtube-Website oder mobil über die Youtube-App verschiedene Games spielen können, etwa „Stack Bounce“, bei dem mit einem Ball Ziegel zerstört werden. Die Pläne wurden bekannt, als dem Wall Street Journal eine interne Mail zugespielt wurde, die Mitarbeiter zum Testen der neuen Spiele-Plattform einlud. Wie Google mit dem neuen Service Geld verdienen wolle, sei indes noch offen.

Lkw-Sharing-Plattform sichert sich sechs Mill. Euro
Das Kölner Startup Colonia Technologies hat sechs Mill. Euro von Investoren zur Weiterentwicklung seiner Nutzfahrzeug-Sharing-Plattform eingesammelt, wie Transport-online.de meldet. Über den Marktplatz können Logistiker ihre Fahrzeuge teilen – inklusive Zahlungsabwicklung und Flottenmanagement-Software. Viele Transporteure seien klein, ihre Flotten schlecht ausgelastet, heißt es. Durch Sharing könnten sie effektiver betrieben werden.

Luxusmarkt wächst einfach weiter
Wie wenn nichts wäre: Der globale Luxusgütermarkt soll 2023 um fünf bis zwölf Prozent weiter wachsen, zitiert Fashionunited.de eine neue Studie von Bain&Company und dem italienischen Luxusgüterverband Altagamma. Im Rekordjahr 2022 habe der Markt ein Volumen von 345 Mrd. Euro erreicht, heißt es. Gutes Wachstum gebe es in Europa und Asien, schwächeres in den USA. Treiber sind Uhren und Schmuck, zunehmend auch Taschen. Bis 2030 solle der Markt solide weiter wachsen – auf dann 530 bis 570 Mrd. Euro.

Verbraucher haben weniger Angst vor Inflation
Einer aktuellen Verbraucherstudie von Nielsen IQ zufolge sind die Sorgen über Inflation und Energieversorgung zurückgegangen. Die Inflation sei aber nach wie vor größte Sorge (56%, 9 Prozentpunkte weniger als im August 2022). Es folgen Ängste wegen des Ukraine-Kriegs (54%). Vor Energieengpässen haben dagegen nur noch wenige Angst (30 gegenüber 59 Prozent). Gleichzeitig seien aber gerade im Lebensmittelbereich verstärkt Preiserhöhungen über der Inflationsrate zu beobachten, schreibt Lebensmittelzeitung.net. Das Fazit: „Die Verbraucher arrangieren sich mit der Inflation.“
Geschäftsklima trübt sich ein
Der Ifo-Geschäftsklima-Index ist von Mai auf Juni um drei auf 88,5 Punkte gefallen, wie das Münchner Ifo-Institut gestern bekannt gab. Schwäche zeige vor allem die Industrie, heißt es. Aber auch im Handel habe der Index nachgegeben. Mit den laufenden Geschäften seien die Händler weniger zufrieden. Die Erwartungen dagegen hätten sich minimal verbessert. Analysten hatten mit einem weniger starken Rückgang gerechnet.

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JB
Geschrieben vonJürgen Baltes

Freier Journalist

Jürgen Baltes ist Diplom-Volkswirt und arbeitet seit über 20 Jahren als Journalist. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre in Trier und einem Volontariat bei der Fachzeitschrift FVW war er Redakteur bei „Touristik Aktuell“ und ist seit 2005 Redakteur der Fachzeitschrift „Der Mobilitätsmanager“. Daneben schreibt er als freier Journalist unter anderem über Digitalisierung, Tourismuswirtschaft und Markenkommunikation.

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