Geschäftsklima, Vodafone, JTL, Start-ups, Amazon, Boohoo, Just Eat, Revolut, IBM, Shein, Meta, Gleichstellung, Handyspiele, Cloud

Geschäftsklima, Vodafone, JTL, Start-ups, Amazon, Boohoo, Just Eat, Revolut, IBM, Shein, Meta, Gleichstellung, Handyspiele, Cloud

Aktuelle E-Commerce-News: Geschäftsklima, Vodafone, JTL, Start-ups, Amazon, Boohoo, Just Eat, Revolut, IBM, Shein, Meta und weitere Themen im Überblick.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Stimmung der Unternehmen verschlechtert sich
Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts ist in allen Wirtschaftsbereichen gesunken. Im Verarbeitenden Gewerbe sank die Kapazitätsauslastung auf 77,5 Prozent und liegt damit sechs Prozentpunkte unter dem langfristigen Mittelwert. Dienstleister und Händler bewerteten sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Zukunftsaussichten negativer. Auch im Bauhauptgewerbe blieben die Erwartungen pessimistisch.

Vodafones Wachstum verlangsamt sich
Das Umsatzwachstum von Vodafone verlangsamte sich im ersten Quartal auf 5,4 Prozent, der deutsche Markt schrumpfte sogar um 1,5 Prozent. Hauptgrund für den Rückgang in Deutschland sind Gesetzesänderungen beim Verkauf von TV-Diensten in Mehrfamilienhäusern. CEO Margherita Della Valle betonte gegenüber Reuters.com das starke Wachstum in Afrika und der Türkei sowie die Fortschritte in Italien und Großbritannien.

JTL-Software verteuert sich
JTL-Software führt neue Preismodelle für E-Commerce- und Warenwirtschaftssoftware ein, die bei den betroffenen Onlineshops auf heftige Kritik stoßen, wie Ibusiness.de meldet. Kunden berichten im Forum von erwarteten Preissteigerungen von bis zu 400 Prozent. Die kostenpflichtigen JTL-Editionen beginnen bei 99 Euro (Advanced) monatlich, zusätzliche „Auftragspakete“ kosten zwischen 19 und 629 Euro. Die Umstellung erfolgt ab dem 1. September automatisch, was verständlicherweise auch für Unmut sorgt.

Start-up-Förderung nicht einmal halb realisiert
Laut einer Sonderauswertung des Bitkom hat die Bundesregierung erst 22 von 58 geplanten Maßnahmen zur Förderung von Start-ups umgesetzt. Realisiert wurden unter anderem die verbesserte steuerliche Förderung der Mitarbeiterkapitalbeteiligung, der Wachstumsfonds für die Spätphasenfinanzierung und das Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst betont, dass trotz der Fortschritte noch ein Kraftakt nötig sei, um alle Versprechen einzulösen. Insbesondere beim Bürokratieabbau und der Vereinfachung von Unternehmensgründungen bestehe noch Handlungsbedarf.


HANDEL INTERNATIONAL

Amazon verlangt Betriebshaftpflichtversicherung
Amazon verschärft seine Versicherungsanforderungen für Verkäufer und verlangt nun eine Betriebshaftpflichtversicherung, sobald der monatliche Bruttoumsatz 5.000 Euro übersteigt, berichtet Channelx.world. Diese Regelung gilt nun auch für Händler, die ihre Produkte selbst versenden, und nicht mehr nur für FBA-Nutzer. Verkäufer haben 30 Tage Zeit, die Versicherung abzuschließen, wobei Amazon als zusätzlicher Versicherter eingetragen werden muss.

Boohoo startet eigenen Marktplatz
Boohoo hat einen neuen Online-Marktplatz namens „Boohoo Brands“ gestartet, der rund 200 Marken aus den Bereichen Mode, Beauty und Lifestyle anbietet, berichtet Drapersonline.com. Der Marktplatz präsentiert bekannte Luxuslabels wie Alexander McQueen und Gucci neben Sportmarken wie Puma und Beautymarken wie L’Oréal Paris. Boohoo plant, wöchentlich weitere Marken aufzunehmen, um eine umfassende Einkaufsplattform für britische Kunden zu schaffen.

Just Eat sperrt in Frankreich zu
Der Essenslieferdienst Just Eat Takeaway, zu dem Lieferando und Grubhub gehören, will sich aus dem französischen Markt zurückziehen, berichtet Finanznachrichten.de. Die Entscheidung ziele darauf ab, die Effizienz zu steigern und die Profitabilität zu erhöhen. Der Schritt ist Teil der aktuellen Konsolidierung des europäischen Lieferdienstmarktes, da die Anbieter seit dem Ende der Pandemie zunehmend die Rentabilität über das Wachstum stellen.

Revolut erhält Banklizenz
Das britische Fintech-Unternehmen Revolut hat nach dreijähriger Wartezeit eine eingeschränkte Banklizenz erhalten, berichtet Reuters.com. Die Neobank mit mehr als neun Mio. Kunden in Großbritannien tritt nun in eine „Mobilisierungsphase“ ein, um ihre Bankdienstleistungen auszubauen. Revolut erzielte 2023 einen Rekordgewinn von 520 Mio. Euro vor Steuern.

IBM wächst wegen seiner KI-Anwendungen
Das Interesse an KI-Anwendungen hat IBM laut Nau.ch zu einem unerwarteten Umsatz- und Gewinnwachstum verholfen: Der Quartalsumsatz stieg um zwei Prozent auf 15,8 Mrd. Dollar und der Gewinn auf 1,83 Mrd. Dollar, was besonders dem Software-Geschäft zu verdanken war, das um sieben Prozent auf 6,74 Mrd. Dollar zulegte. Die IBM-Aktie reagierte im nachbörslichen Handel mit einem Plus von mehr als drei Prozent.

Österreichs Wirtschaft entwickelt sich kaum
Der aktuelle WIFO-Konjunkturreport zeigt eine anhaltend schwache Wirtschaftsentwicklung in Österreich, meldet Handelsverband.at. Der Einzelhandel verzeichnete im zweiten Quartal 2024 zwar leichte Umsatzzuwächse, diese reichten aber nicht aus, um die gestiegenen Kosten für Beschaffung, Personal, Fremdkapital, Mieten und Pachten auszugleichen. Der Arbeitsmarkt weist 97.915 offene Stellen auf, davon 10.670 im Handel. Für 2025 prognostiziert der Bericht ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent und eine Inflationsrate von 2,5 Prozent.

Shein eröffnet Pop-up-Store in Johannesburg
Shein will vom 2. bis 11. August einen Pop-up-Store in Johannesburg, Südafrika, eröffnen, berichtet Scmp.com. Kunden können dort Produkte anprobieren und mit Rabatt online bestellen, lokale Influencer werden für die Marketingkampagne eingesetzt. Doch auch in Südafrika ist das Fast-Fashion-Unternehmen umstritten: Einzelhändler fordern einen Einfuhrzoll von 45 Prozent auf alle Kleidungsstücke, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.

Meta steht kurz vor EU-Kartellstrafe
Meta steht wegen der Verknüpfung seines Kleinanzeigendienstes Marketplace mit dem sozialen Netzwerk Facebook vor einer ersten EU-Kartellstrafe, berichtet Reuters.com. Die Europäische Kommission wirft dem Unternehmen vor, Marketplace durch die Bündelung einen unfairen Vorteil verschafft und seine marktbeherrschende Stellung missbraucht zu haben. Die Strafe, die bis zu 13,4 Mrd. Dollar betragen könnte, wird voraussichtlich im September oder Oktober verhängt.


Meta muss mehr gegen KI-Pornos unternehmen
Meta steht laut Reuters.com in der Kritik bezüglich KI-generierter pornografischer Fälschungen realer Personen auf seinen Plattformen unklare Regeln zu haben. Das unabhängige Aufsichtsgremium von Meta fordert nach der Überprüfung zweier Fälle eine Überarbeitung der Richtlinien und eine effektivere Entfernung solcher Inhalte. Meta teilte dem Ausschuss mit, dass es sich bei der Entscheidung, wann Bilder in die Datenbank aufgenommen werden, „auf die Medienberichterstattung stütze“ – eine Praxis, die der Ausschuss als „besorgniserregend“ bezeichnete.

Gleichstellung wird Unternehmen weniger wichtig
Große Technologieunternehmen wie Google, Meta und Microsoft fahren ihre Gleichstellungsprogramme aufgrund von Sparmaßnahmen zurück, berichtet Handelszeitung.ch. Die Entwicklung folge einer Kontroverse um eine McKinsey-Studie aus dem Jahr 2015, die einen Zusammenhang zwischen Diversität und Unternehmenserfolg festgestellt hatte, nun aber methodisch kritisiert wird.

Handyspiele setzen 2,9 Mrd. Euro um
Der deutsche Markt für Mobile Games erzielte 2023 laut des Branchenverbands Game einen Umsatz von 2,9 Mrd. Euro, was einer Steigerung von vier Prozent gegenüber 2022 entspricht. Fast der gesamte Umsatz (2,885 Mrd. Euro) wurde mit Ingame-Käufen erzielt, während der Verkauf von Spielen nur 5 Mio. Euro einbrachte. Seit 2018 hat sich der Umsatz von Spielen auf dem Smartphone fast verdoppelt.


NACHHALTIGKEIT

Die Cloud kann nachhaltiger werden
Laut Computerweekly.com können Unternehmen ihre IT-Infrastruktur nachhaltiger gestalten, indem sie Cloud-Ressourcen dynamisch skalieren. Durch effiziente Datenspeicherung, die Auswahl umweltfreundlicher Hardware und die Nutzung von „Function as a Service“ lassen sich Betriebskosten senken und der ökologische Fußabdruck verkleinern. Ein detailliertes Monitoring ermöglicht es zudem, die tatsächliche Auslastung zu beurteilen und die Ressourcen bedarfsgerecht anzupassen.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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