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Aktuelle E-Commerce-News: Investitionen, Multichannel, Solaris, Frauen in ITK, Tiny Monsters, Amazon, Meta, Galaxus und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Unternehmen reduzieren Investitionen
Wegen der gestiegenen Zinsen haben die deutschen Unternehmen laut einer Umfrage des Ifo-Instituts ihre Investitionen in den vergangenen 18 Monaten um 8,4 Prozent zurückgefahren. Dabei haben Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern doppelt so stark gespart (9,9 Prozent) wie Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern (5 Prozent). Allerdings sind dies nur Durchschnittswerte, denn 80 Prozent der Befragten gaben an, ihre Planungen überhaupt nicht an die Zinssituation angepasst zu haben, was im Umkehrschluss bedeutet, dass 20 Prozent der Unternehmen ihre Investitionen sogar um 41 Prozent gekürzt haben.
Wo echtes Multichannel-Geschäft noch Nachholbedarf hat
Alle reden von Omnichannel, doch vielen Unternehmen fehlt noch die echte Zusammenführung der Kanäle. Das zeigte in der vergangenen Woche die Messe EuroCIS, unter anderem am Beispiel von Tchibo. Etailment.de hat sich umgehört.
Bafin verhängt 6,5 Mio. Euro Strafe gegen Solaris
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat gegen das Fintech-Unternehmen Solaris ein Bußgeld in Höhe von 6,5 Mio. Euro verhängt, berichtet Finanzbusiness.de. Das digitale Kreditinstitut aus Berlin sei bereits im Januar 2023 ermahnt worden, eine „ordnungsgemäße Geschäftsorganisation in den Bereichen Risikomanagement und Geldwäscheprävention“ sicherzustellen, habe dies aber versäumt. Alle Kreditinstitute sind verpflichtet, Transaktionen, die im Zusammenhang mit Geldwäsche oder Terrorismus stehen könnten, unverzüglich der Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen zu melden.
In ITK-Berufen fehlen die Frauen
73 Prozent der 503 von Bitkom befragten Unternehmen sind der Meinung, dass die Branchen der Informations- und Kommunikationstechnologie das Potenzial von Frauen unterschätzen; ebenso viele sind der Meinung, dass Frauen die Produktivität und Kreativität in Teams fördern. 68 Prozent gaben an, dass der Fachkräftemangel nur gelöst werden könne, wenn es gelinge, mehr Frauen für ITK-Berufe zu gewinnen. Allerdings waren auch 43 Prozent der Meinung, dass Männer generell besser für diese Berufe geeignet seien. Diesem Urteil konnten sich 86 Prozent der befragten Frauen nicht anschließen.
Zahlungsmoral der Deutschen steigt
Klarna meldet per Pressemitteilung, dass es während der Aktionstage rund um den Black Friday bei den deutschen Verbrauchern zu einem Rückgang der Zahlungsverspätungen um 42,9 Prozent gekommen sei. Konkret lag die Rückzahlungsquote 2023 bei 92 Prozent, während sie 2022 noch bei 84 Prozent lag. Laut Klarna, das für seine zinslosen BNPL-Angebote bekannt ist, liegt die Ausfallquote seiner Kredite insgesamt bei nur einem Prozent.
Galakto von Tiny Monsters braucht kein Internet
Mit dem Hörspiel- und Musikplayer für Kinder namens Galakto hat das Berliner Start-up Tiny Monsters ein Konkurrenzprodukt zur beliebten Toniebox auf den Markt gebracht, welche im vergangenen Jahr einen geschätzten Umsatz von 358 Millionen Euro erzielte, berichtet Businessinsider.de. Allerdings gibt es Unterschiede: Galakto braucht keine Verbindung zum Internet, die „Token“ genannten Hörspiele enthalten die Sounddateien und nicht einen Chip mit Link, ein Setup ist also nicht nötig. Auch an zwei Kopfhöreranschlüsse für längere Autofahrten und gute Klangqualität wurde gedacht. Seit dem Start vor sechs Wochen sind bereits 35 Token im Online-Shop zu finden; mit Universal, Oetinger und Kiddinx sind auch namhafte Verlage an Bord. Weitere 35 Hörspiele befinden sich in Produktion.
HANDEL INTERNATIONAL
Handelsgeschäft von Amazon Europa im Minus
Die Amazon EU Sarl, die das Handelsgeschäft Amazons in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Schweden und den Niederlanden verwaltet, hat im Jahr 2023 einen Nettoumsatz von 53,3 Mrd. Euro erzielt, ein Plus von 4,7 Prozent, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Dies ist vor allem auf Dividendenzahlungen von verbundenen Unternehmen und eine Steuergutschrift in Höhe von knapp 737 Mio. Euro zurückzuführen, ohne die das Ergebnis bei minus 2,4 Mrd. Euro gelegen hätte. Die Erlöse aus dem Marktplatzgeschäft stiegen dagegen gleichzeitig um rund 17 Prozent auf rund 27,5 Mrd. Euro.
Neues Schweizer Zollgesetz erschwert internationalen Onlinehandel
Der Nationalrat, eine Kammer der Schweizer Bundesversammlung, hat eine Neufassung des Zollgesetzes beschlossen, die den grenzüberschreitenden Handel erschweren könnte, berichtet 20min.ch. Exporteure und Importeure müssten künftig selbst bestimmen, wer eine Bestellung verzollen muss – im Zweifelsfall wohl der Schweizer Endkunde. Wie dieser aber an die nötigen Dokumente und Daten kommt und ob die Post die Ware kostenlos zwischenlagern wird, ist noch nicht geklärt. Bis zur definitiven Rechtsgültigkeit ist noch der Entscheid der zweiten Kammer, des Ständerates, abzuwarten.
Gekaperte Konten bei Meta werden ein politisches Problem
Die Justizminister von 41 der 50 US-Bundesstaaten haben sich in einem offenen Brief über die hohe Zahl gekaperter Konten bei Facebook und Instagram beschwert, berichtet Heise.de. „Wir sind nicht bereit, als Kundendienst für Ihr Unternehmen zu arbeiten“, heißt es in dem Brief. Seit einer Entlassungswelle bei Meta ab November 2022, von der 11.000 Mitarbeiter vor allem aus den Bereichen Sicherheit, Datenschutz und Integrität betroffen waren, stiegen die Anzeigen bei den Bundesbehörden sprunghaft an. Vermont meldet eine Verachtfachung, North Carolina eine Vervierfachung und in Pennsylvania und Illionois gibt es mehr als dreimal so viele Anzeigen wie zuvor. Auf den Plattformen Metas gäbe es keine funktionierende Unterstützung für die Opfer, so der Wortlaut des Schreibens.
Galaxus untersucht seine europäischen Kunden näher
Galaxus ist mittlerweile in der Schweiz, Liechtenstein, Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Belgien und den Niederlanden aktiv und hat in einer Pressemitteilung die Gewohnheiten seiner Kunden ausgeleuchtet: Geshoppt wird überall bevorzugt sonntags und montags, am liebsten zwischen 20 und 21 Uhr – nur die Franzosen und Italiener gerne eine Stunde später. In der Schweiz und in Österreich haben die Frauen mit 47 Prozent die Männer fast eingeholt, nur in Deutschland dominiert noch das Patriarchat mit 65 Prozent. Je südlicher, desto mobiler wird geshoppt: 81,4 Prozent der Italiener greifen dazu am liebsten zum Smartphone, während in Deutschland noch in 34,4 Prozent der Fälle über den heimischen PC geordert wird.
Fonq übernimmt Naduvi
Das niederländische Online-Möbelhaus Fonq hat laut Pressemitteilung seinen Konkurrenten Naduvi übernommen. Fonq, dessen Internetauftritt bei den Shopping Awards 2021 als bester Onlineshop ausgezeichnet wurde, verfolgt ein klassisches Geschäftsmodell. Naduvi hingegen bietet eine günstigere Auswahl an Möbeln, die per Dropshipping direkt von den Herstellern geliefert werden. Das erspart ein Lager, führt aber zu längeren Lieferzeiten.
TRENDS & TECH
USA: Tiktok will seine Nutzer mobilisieren
Nachdem ein neuer Gesetzesentwurf, der Tiktok de facto verbieten könnte (Morning Briefing berichtete), immer mehr Unterstützung in der Politik, etwa im Weißen Haus, findet, hat die Videoplattform versucht, ihre Nutzer über eine Notification auf ihren Smartphones zu mobilisieren, berichtet Theverge.com. Der Kongress plane ein totales Verbot von Tiktok, hieß es darin, und ein Verbot würde „Millionen von Unternehmen schaden, die Existenz unzähliger Kreativer im ganzen Land zerstören und Künstlern das Publikum nehmen“. Die Warnung enthielt auch die Möglichkeit, die Telefonnummer des eigenen Wahlkreisabgeordneten herauszufinden.
Razzien bei frauenfeindlichen Onlinehetzern
Die Projektgruppe „Bekämpfung der Frauenfeindlichkeit im Internet“ des BKA und der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) hat in elf Bundesländern Razzien bei 45 mutmaßlichen frauenfeindlichen Online-Hetzern durchgeführt, berichtet Spiegel.de. Eine Verurteilung habe es bereits gegeben. Die rechtliche Grundlage lieferte 2020 das Oberlandesgericht Köln, das in der pauschalen Herabwürdigung von Frauen den Straftatbestand der Volksverhetzung gegeben sah. Im Vorfeld sei es bereit zu Maßnahmen gegen 37 weiteren Beschuldigten gekommen.
NACHHALTIGKEIT
H2 Solution sammelt Großaufträge
Das chinesische Technologie-Start-up H2 Solution, das erst im Oktober letzten Jahres gegründet wurde, hat bereits zahlreiche Kunden für seine Wasserstoff-Brennstoffzellen gefunden, berichtet Scmp.com. Regierungsbehörden wollen sie zur Stromerzeugung bei Notfallrettungsarbeiten in Landschaftsparks und Hongkong für seine städtischen Veranstaltungen kaufen; sie sollen die Dieselboote auf der Insel Yim Tin Tsai ersetzen, der Reiseveranstalter Kam Wai Holiday will seine Busse damit umrüsten und Chu Kong Shipping seine Schnellfähren.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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