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Aktuelle E-Commerce-News: Karl Lagerfeld, DHL, Amazon, Südkorea, Revolut, Shein und Temu, Shopify, Revolution Race und weitere Themen im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Karl Lagerfelds Supply Chain geht in die Cloud
Die Modekette des 2019 verstorbenen Modezars Karl Lagerfeld will sowohl im stationären Handel als auch im E-Commerce ihr Wachstum durch mehr Effizienz in der Lieferkette ankurbeln, wie CIO.de berichtet. Die cloudbasierte Supply-Chain-Management-Software OSCA (für „Online Supply Chain Accelerator“) der Bochumer Firma Setlog soll neu alle Abläufe im Anschluss an die Bestellung steuern. Sie koordiniert damit die Logistik für weltweit 200 Ladengeschäfte und den Online-Shop mit Kunden in 96 Ländern.
DHL schafft mit Fördergeldern 13 E-Lkw für Berlin an
Die Deutsche Post DHL hat gemeinsam mit dem Minister für Digitales und Verkehr, Volker Wissing, 13 neue Elektro-Lkw für die Hauptstadtregion vorgestellt. Die E-Lkw seien der nächste Baustein der Nachhaltigkeits-Roadmap für Deutschland, heißt es in einer Pressemitteilung von DHL. Neben diesem Aufbau der E-Lkw-Flotte treibe der Konzern auch die Anschaffung weiterer Biogas-Lkw voran. Im Rahmen einer Förderrichtlinie für klimaschonende Nutzfahrzeuge und Infrastruktur unterstützte das Verkehrsministerium wurde die Anschaffung mit 2,3 Mio. Euro.
Nachhaltigkeit und Digitalisierung als wichtigste Trends im SCM
Ökologische Verantwortung und Einsatz digitaler Technologien sind zentral: Zu diesem Ergebnis kommt das 18. Hermes-Barometer „Trends im Supply Chain Management“, eine Befragung von 150 Logistikverantwortlichen in deutschen Unternehmen. Mit 78 Prozent ist die Mehrheit der Meinung, dass digitale Technologien erheblichen Einfluss auf die Resilienz der Lieferkette haben und dazu beitragen, künftige Krisen erfolgreich zu meistern. In mittelständischen Unternehmen mit 50 bis 250 Mitarbeitern teilen sogar 83 Prozent diese Einschätzung, zitiert Möbelmarkt.de aus der Studie. Mit zunehmender Unternehmensgröße steigt auch das Bewusstsein für ökologische Verantwortung: Unternehmen mit 250 bis 1.000 Mitarbeitern geben zu 87 Prozent an, dass die Einhaltung des Lieferkettengesetzes und anderer Vorgaben sowie die Reduzierung von CO2-Emissionen in der Lieferkette derzeit im Fokus stehen.
HANDEL INTERNATIONAL
Adobe-Schätzung: Prime Day wächst auf 12,7 Mrd. US-Dollar
Vor Amazons Prime Days der letzten Woche war unklar, wie gut der Schnäppchentag im Zeichen generell schwächelnden Konsums laufen würde. Nun ist das Resultat bekannt: sehr gut – auch oder gerade weil viele sich mit alltäglichen Artikeln eindeckten, statt größere Anschaffungen zu machen. Der Dienstag war laut Amazon der bisher größte Verkaufstag in der Geschichte des Unternehmens, berichtet Retail Dive. Wie immer wurden konkrete Umsatzzahlen nicht genannt, dafür wieder die Ersparnisse der Käufer, weltweit über 2,5 Mrd. US-Dollar, womit alle vorherigen Durchführungen übertroffen worden seien. Weil wieder andere Einzelhändler mitzogen, wurde der 11. Juli auch für den US-E-Commerce-Umsatz insgesamt ein Rekordtag: Laut Adobe Analytics stiegen die Online-Verkäufe in den USA an beiden Tagen zusammen um 6 Prozent auf 12,7 Mrd. US-Dollar.
LZ-Sommertour: Warum der Onlinehandel in Südkorea so stark ist
Südkorea zeichnet sich durch einen florierenden Onlinehandel aus, insbesondere im Lebensmittelsektor. Justin Choi, Chief Commerce Officer beim Online-Lebensmittelhändler „Kurly“, nennt drei Gründe für den Erfolg: Demografie: der hohe Anteil an Single-Haushalten und Paaren mit doppeltem Einkommen, die bereit seien, für Online-Lieferungen zu zahlen. Verbraucherverhalten: Koreaner schätzten die Schnelligkeit und Effizienz von Online-Bestellungen. Hohe Bevölkerungsdichte in Ballungsräumen: kurze Entfernungen begünstigten die schnelle Lieferung. Choi ist sich sicher, die Erfahrungen seien übertragbar: „Bequemlichkeit funktioniert auch in Europa. Die Menschen wollen auch dort schnell und einfach bekommen, was sie wollen.“
Revolut vermittelt Touri-Aktivitäten, macht Getyourguide Konkurrenz
Das Londoner Fintech-Unicorn Revolut weitet sein Angebot beständig aus, weit über die Grenzen klassischer Banking-Produkte hinaus. Beobachter vermuten, Revolut wolle die erste europäische „Super-App“ werden, die einfach alles bietet, was man online machen kann, vergleichbar etwa mit Wechat in China. Zum Beginn der Sommerferien wurde nun „Revolut Experiences“ lanciert: Aktivitäten wie Sightseeing oder Museumsbesuche, die direkt aus der App gebucht werden können. Ein Unterschied zum Marktführer Getyourguide sind bis zu 10 Prozent Rabatt in Form von Kickbacks. Laut Revolut sollen bereits mehr als 300.000 Erlebnisse verfügbar sein, wie Business Insider berichtet.
Shopify verpasst Meetings ein sichtbares Preisschild
Neues aus der Meeting-Vermeidungsabteilung des kanadischen E-Commerce-Unternehmen Shopify. Schon Anfang des Jahres hatte man dort radikale Regeln erlassen: Alle wiederkehrenden Besprechungen von mehr als zwei Personen wurden abgesagt, womit auf einen Schlag 12.000 Kalenderereignisse gelöscht wurden. Der Mittwoch wurde zum besprechungsfreien Tag erklärt, Runden mit mehr als 50 Personen nur noch donnerstags erlaubt. Nun hat Shopify einen Rechner eingeführt, der direkt im Kalendereintrag jedem Termin mit drei oder mehr Personen ein Preisschild verpasst und automatisch die kalkulatorischen Kosten anzeigt, wie ntv.de berichtet. So soll eine halbstündige Besprechung mit drei Teilnehmern das Unternehmen zwischen 700 und 1600 Dollar kosten.
Revolution Race: „Schon der erste Kauf sollte profitabel sein“
Die schwedische D2C-Outdoor-Marke Revolution Race erzielt hohe Umsätze in der DACH-Region. CEO Paul Fischbein betont im Gespräch mit internetworld.de die Bedeutung des „Digital only“-Ansatzes: Nur durch den Direktvertrieb könne man hochwertige Outdoor-Mode zu erschwinglichen Preisen anbieten. Die Marketingkanäle Instagram, TikTok, Google und Newsletter spielten dabei eine wichtige Rolle; zudem profitiere man von einem Vertrauensverhältnis, das u.a. 450.000 Produktbewertungen schaffen. In Deutschland solle die Zusammenarbeit mit Ex-Nationalspieler Philipp Lahm langfristig die Bekanntheit steigern. Da Revolution Race das gesamte Wachstum ohne Investoren geschafft habe, pflege man traditionell eine hohe Kostendisziplin. Zudem will man nicht für die Kundengewinnung drauflegen, denn: „Nach der ersten Bestellung kann so viel passieren, da ist nie sichergestellt, dass diese Rechnung wirklich aufgeht.“
Schweizer E-Commerce-PR: Galaxus dominiert mit guten Daten
Die drei größten Schweizer E-Commerce-Player sind Digitec Galaxus (seit 2018 auch hierzulande aktiv, nur als „Galaxus“), Brack und Microspot. Eine Analyse der Medienpräsenz zeigt den Marktführer weit vor den anderen – offenbar dank Medienmitteilungen, die auf Daten basieren. Digitec Galaxus durchsuche seinen Datenpool nach interessanten Erkenntnissen und baue daraus gute Storys, die aufgegriffen würden: Aus der Medienmitteilung „Rückgabequoten: Große Unterschiede nach Produktgruppe“ werden Artikel wie „Das schicken Schweizer Kunden am häufigsten zurück“ oder „Die Schweiz ist Retouren-Europameisterin“. Der Gastbeitrag im Blog von Carpathia ist auch selbst ein informatives PR-Stück von Andy Huber, Group CMO und CCO beim Medienbeobachter Argus. Huber war zuvor selbst insgesamt 14 Jahre lang bei Galaxus und Brack tätig.
TRENDS & TECH
Etailment Deep Dive: In 5 Schritten zur Marketingstrategie
In welchen Geschäftsbereichen lohnt sich die Digitalisierung besonders? Welche Tools sind sinnvoll, welche Anbieter leisten gute Unterstützung? Diese und viele weitere Fragen beantwortet Betriebswirt und Gastronom Jochen Stähler in dem Fachbuch „Gastro.Digital“. Schritt für Schritt werden die verschiedenen Bereiche eines (gastronomischen) Unternehmens beleuchtet. In dem neuen Deep Dive auf Etailment geht es branchenübergreifend um 5 Schritte zu einer erfolgreichen Marketingstrategie.
Ebay will Käufern und Verkäufern mit KI das Leben erleichtern
Durch den Einsatz generativer KI auf der gesamten Ebay-Plattform will der Konzern den Kaufprozess sowohl für Käufer als auch für Verkäufer vereinfachen. Bei der Konferenz Venturebeat-Transform gaben der Chief AI Officer sowie die Vice President of Seller Experience Einblicke in Ebays Pläne, die KI-Infrastruktur deutlich auszubauen. Die über Jahrzehnte gesammelten Daten – Milliarden von Bildern, Kundeninteraktionen und Artikeldetails – wolle das Unternehmen mit KI auswerten, um seinen Usern auf beiden Seiten die Prozesse zu erleichtern, zum Beispiel den Verkäufern das Erstellen der Beschreibungen oder die Preissetzung; ebenso wie den Käufern die Suche nach relevanten Artikeln. Um an der Spitze der technologischen Innovation zu bleiben, habe man die Investitionen in generative KI- und Computer-Vision-Technologien verdoppelt.
NACHHALTIGKEIT
Desigual mit On-Demand-Kollektion: Kleid erst auf Bestellung
Der spanische Modekonzern Desigual verkauft seine jüngste Kollektion ausschließlich digital und „on demand“, das heißt, die Stücke werden erst produziert, wenn sie jemand bestellt. Ein entsprechender Test laufe derzeit auf den Desigual-Plattformen in Spanien, Deutschland, Frankreich und Italien. "Die Herstellung von Kleidungsstücken und Accessoires, die auf Kundenwunsch gefertigt werden, wird es uns ermöglichen, mit einer Senkung der Lagerbestände zu experimentieren und neue Wege zu testen, um die Kunden zu erreichen", zitiert Konsider.ch den Schweizer Chef und Gründer Thomas Meyer. Hohe Lagerbestände, Überproduktion und Waste sind ein akutes Problem der Mode-, Schuh- und Accessoires-Industrie.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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