
Kaufland, digitale Werbung, Barrierefreiheit, Tiktok + P.Louise, Swiss Marketplace Group, Temu, Lastenrad, Apertus, Home-Office
Aktuelle E-Commerce-News: Kaufland, digitale Werbung, Barrierefreiheit, Tiktok + P.Louise, Swiss Marketplace Group, Temu und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Webinar: Wie digitale Kassenbons die personalisierte Ansprache verbessern
Wie lässt sich der digitale Kassenbon gezielt zur personalisierten Kundenansprache im stationären Handel nutzen? Individuell zugeschnittene Werbung hat großen Einfluss auf Kaufentscheidungen. REMIRA zeigt, wie aus der Filiale heraus App-Downloads, Newsletter-Anmeldungen & Co. Messbar gesteigert und mit Kampagnen verknüpft werden. Jetzt kostenlos anmelden
HANDEL NATIONAL
Kaufland startet italienischen Online-Marktplatz
Kaufland expandiert seinen Marktplatz nach Italien und bietet dort fünf Mio. Artikel in über 6.400 Kategorien an, meldet das Unternehmen. Deutsche Online-Händler könnten nun ihre Produkte auch in Polen, Tschechien, der Slowakei, Österreich, Frankreich und eben Italien vertreiben. Bereits 3.000 Händler seien für Kaufland.it registriert, insgesamt verkauften 13.000 Anbieter über die Marktplätze. Die Schwarz-Gruppe sehe ihren Marktplatz als „europäische Alternative“ zu globalen E-Commerce-Riesen und biete Händlern Datensicherheit sowie kostenlose Services wie Produktübersetzungen und persönlichen Support.
eBay OPEN 2025 – Insights, Networking & mehr am 25.9. in Berlin
Am 25. September 2025 ist es wieder soweit: eBay Deutschland lädt zur eBay OPEN 2025 – dem größten Community-Event des Jahres für gewerbliche Verkäufer*innen. In diesem Jahr findet das Event im BrewDog DogTap Berlin statt – einem einzigartigen Veranstaltungsort, der wie gemacht ist für Austausch, Wissenstransfer und Feierstimmung. Von 9:30 bis 22:00 Uhr erwartet die Teilnehmenden ein inspirierender Tag voller Impulse, Vernetzung und spannender Einblicke in die Zukunft des E-Commerce.
Mehr
72 Prozent des digitalen Werbebudgets geht ins Ausland
Erstmals fließt mehr als die Hälfte der deutschen Werbeausgaben ins Internet – 14 von insgesamt 26,7 Mrd. Euro, berichtet Manager-Magazin.de. Von diesem Online-Kuchen würden dieses Jahr voraussichtlich 72 Prozent an globale Plattformen wie Google, Amazon, Meta und Tiktok gehen, prognostiziere der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft. ZAW-Geschäftsführer Bernd Nauen beklage „quasi monopolistische“ Strukturen: Google beispielsweise kontrolliere die Suchmaschinenwerbung und gleichermaßen deren Vermittlung. Während die EU mit dem Digital Services Act und dem Digital Markets Act gegensteuern wolle, drohe Trump bereits mit Vergeltungszöllen wegen der europäischen Digitalgesetze.
EU-Richtlinie bedroht den Rechnungskauf auf Marktplätzen
Der Bundesverband E-Commerce warnt vor Problemen bei der geplanten Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie. Eine unklare Rechtsbegriffsdefinition im Text könne dazu führen, dass Marktplätze und ihre Bezahl-Tochtergesellschaften als „Dritte“ im Sinne des Gesetzes gelten könnten. Dies hätte drastische Folgen für den Rechnungskauf: Selbst Kleineinkäufe müssten wie Kreditverträge behandelt werden, Kunden wären zur Einkommensoffenlegung verpflichtet. Da über die Hälfte aller Online-Käufe auf Marktplätzen stattfinde, drohe die beliebte Bezahlmethode faktisch zu verschwinden – Marktforschungsdaten zeigten, dass Verbraucher den Rechnungskauf bei solchen Hürden meiden würden.
80 Prozent brechen Einkäufe wegen digitaler Barrieren ab
Über 80 Prozent der Deutschen haben wegen schlechter Benutzbarkeit schon ihr Online-Shopping abgebrochen, zitiert Retail-News.de eine Accessiway-Studie. Besonders die kaufkräftige Generation 50plus würde an unübersichtlicher Navigation, schwer verständlicher Sprache, fehlenden Untertiteln oder unlesbaren Inhalten scheitern – aber auch 62 Prozent der unter Dreißigjährigen. Barrierefreie Online-Shops – auch im Sinne des European Accessibility Act – seien folgerichtig kein Nice-to-have, sondern ein Wettbewerbsvorteil.
HANDEL INTERNATIONAL
Tiktok UK: P.Louise macht 2,71 Mio. Dollar in zehn Stunden
Die britische Kosmetikmarke P.Louise erzielte auf Tiktok Shop innerhalb von zehn Stunden und acht Minuten 2,71 Mio. Dollar (1,5 Mio. Pfund) Umsatz, berichtet Channelx.world. Der Erfolg beruhe auf einer veränderten Strategie: Schon vorab seien 12 Geschenkoptionen vorgestellt worden, die auf der Plattform für Aufmerksamkeit gesorgt hätten, dafür habe man auf hohe Rabatte und Gewinnspiele verzichtet. Diese kostengünstigeren Kaufanreize hätten zu einer Vervierfachung des durchschnittlichen Bestellwerts geführt.
Swiss Marketplace Group geht an die Börse
Die Swiss Marketplace Group plant ihren Börsengang an der SIX Swiss Exchange, berichtet Handelszeitung.ch. Der genaue Zeitpunkt hänge noch von den Marktbedingungen ab. Das Unternehmen betreibe führende Schweizer Online-Marktplätze wie Homegate, Autoscout24, Ricardo, Tutti oder Moneyland in den Segmenten Immobilien, Autos, Kleinanzeigen, Alltagsprodukten sowie Finanzen & Versicherungen. Die SMG steigerte im ersten Halbjahr den Umsatz um 14,4 Prozent auf 161,5 Mio. Franken und erzielte dabei eine beachtliche Ebitda-Marge von 54,3 Prozent.
Temu gewinnt südkoreanischen Verbraucherpreis
Temu eroberte bei den südkoreanischen Brand Awards 2025 den ersten Platz in der Kategorie „Overseas E-Commerce Platform“, wie Koreaherald.com berichtet. Die Auszeichnung des Korea Consumer Brand Committee basiere auf Online-Abstimmungen und Telefonumfragen bei den Verbrauchern. Der globale Marktplatz sei seit Juli 2023 in Korea präsent; koreanische Verkäufer erhielten im Mai 2025 vollständigen Plattformzugang. Temu habe seine Sicherheitsstandards durch Partnerschaften mit lokalen Prüfinstituten geschärft und bereits 2024 eine freiwillige Produktsicherheitsvereinbarung mit der koreanischen Wettbewerbsbehörde unterzeichnet.
Temu lockt türkische Verkäufer mit lokaler Strategie
Temu lädt registrierte türkische Unternehmen mit lokalem Lagerbestand ein, künftig über die Plattform zu verkaufen, sofern sie Waren binnen eines Tages ausliefern können, berichtet Turkiyetoday.com. Das zunächst einladungsbasierte Programm solle bald allen geeigneten türkischen Händlern offenstehen. Temu habe bereits ein Istanbuler Büro eröffnet und Personal rekrutiert. Das Local-to-Local-Modell funktioniere bereits in über 30 Ländern, darunter in den USA, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Seit dem Türkei-Start im Mai 2024 entwickelte sich Temu zur meistdowngeloadeten Shopping-App des Landes.
TRENDS & TECHNOLOGIE
So finden Händler das richtige Lastenrad
E-Lastenräder bieten sich als Alternative zu Transportern an – in der Stadt sind sie vergleichbar schnell. Damit die Wahl des richtigen Modells aus dem großen Angebot nicht zur Qual wird, hilft eine gründliche Bedarfsanalyse. Etailment.de nennt die Leitplanken.
KI: Sprachmodell Apertus spricht auch Schweizerdeutsch
Die Schweiz präsentiert mit Apertus ein eigenes, vielsprachiges LLM, das auch Rätoromanisch oder Schweizerdeutsch verstehe, meldet IT-Magazine.ch. Das Open-Source-Modell sei vollständig transparent dokumentiert und über Hugging Face sowie den Partner Swisscom frei verfügbar. Apertus (Lateinisch: „Offen“) wurde mit Daten aus über 1000 Sprachen trainiert, wobei 40 Prozent nicht englischsprachig gewesen seien. Die Entwicklung von EPFL, ETH Zürich und dem Supercomputing-Zentrum CSCS erscheine in zwei Varianten mit acht beziehungsweise 70 Mrd. Parametern; weitere seien bereits geplant.
Jeder zweite Ratenkredit liegt unter 1.000 Euro
Die Schufa registrierte 2024 erstmals über zehn Mio. neue Ratenkredite innerhalb eines Jahres, wie Zeit.de berichtet. Treiber dieser Entwicklung seien vor allem Kleinkredite unter 1.000 Euro, deren Anteil von einem Fünftel im Jahr 2020 auf mittlerweile die Hälfte aller Neuverträge angeschwollen sei, befeuert durch die Buy-Now-Pay-Later-Angebote im Online-Handel. Besonders Menschen zwischen 35 und 44 Jahren häuften vermehrt laufende Ratenkredite an. Verbraucherschützer warnen vor Überschuldung durch den Trend zu vielen kleinen Verbindlichkeiten, auch wenn die Schufa meldet, dass die Rückzahlungsquote stabil bei 98,1 Prozent liege.
Ein Viertel arbeitet weiter von zuhause
Ein Viertel aller deutschen Beschäftigten arbeitet weiterhin zumindest teilweise von zuhause, wie die aktuelle Ifo-Konjunkturumfrage zeigt. Die Homeoffice-Quote verharre seit 2022 stabil bei rund 24 Prozent, einen Trend zur Büro-Rückkehr gebe es nicht. Im Großhandel läge die Quote bei 17 Prozent, im Einzelhandel bei knapp fünf. Prominente Rückholaktionen blieben Einzelfälle, so Ifo-Forscher Dr. Jean-Victor Alipour. Besonders junge, expandierende Unternehmen hätten Homeoffice bereits fest in ihrer Kultur verankert.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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