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Aktuelle E-Commerce-News: Lufthansa, Kellog’s, Dress-for-Less, Zalando, Vinted, Decathlon, Amazon, Mangopay, Giropay und weitere Themen im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Lufthansa plant offenbar eigene Luftlinie für Temu
Laut Informationen von Aero.de plant die Lufthansa Cargo die Einrichtung einer eigenen Luftlinie exklusiv für die Päckchen von Temu. Ab April soll drei Mal die Woche eine Boeing 777 zwischen Frankfurt und Zhengzhou pendeln, sofern die Personaldecke von Lufthansa Cargo dies erlaube. Temu und Shein zusammen versenden über 400.000 Pakete nur nach Deutschland und das globale Transportvolumen wird auf 4.000 bis 5.000 Tonnen geschätzt – am Tag.
Kellogg’s startet B2B-Onlineshop
Kellanova, ehemals Kellogg Company, hat in einer Pressemitteilung den Launch seines neuen Online-Shops für Geschäftskunden angekündigt. Das Angebot startet in Deutschland, nachdem es sich seit Oktober in einer Testphase bewährt hat. Vorgesehen ist auch die Abwicklung von Kleinmengen wie „eine 6er-Packung Pringles oder sechs Packungen Kellogg’s Frosties“. Das Unternehmen erhofft sich durch den Shop weitere Möglichkeiten wie den Direktvertrieb an Endkunden, den Verkauf von Merchandise oder das Social-Media-Selling zu erschließen.
Dress-for-less geht an Secret Sales
Das Online-Mode-Outlet Dress-for-Less, das im Zuge der Signa-Pleite ebenfalls Insolvenz anmelden musste, ist an die britische Lifestyle Group verkauft worden, die bereits die Konkurrenten Secret Sales und Dreivip betreibt, berichtet Textilwirtschaft.de. Der Onlineshop, der zwei Wochen offline war, ist nun wieder erreichbar und bietet bereits über „40.000 Modelle zu Outletpreisen“ an. Dress-for-Less hat seit seiner Gründung 2007 bereits sechsmal den Besitzer gewechselt.
Zalando, Bonprix, About You und Vinted gegen Faschismus
Auf Initiative der Berliner Werbeagentur Jung von Matt haben sich Zalando, Spread Group, About You, Avocadostore, Baur, Bevh, Bonprix, Fast Forward, Underpressure und Vinted zur Initiative „Fashion against Fascism“ zusammengefunden. Laut Pressemitteilung will man gemeinsam „die größte Online-Datenbank an Nazi-Codes schaffen, um dadurch die Verbreitung rechtsextremer Botschaften in der Modeindustrie zu verhindern“. Durch die Möglichkeit eine API einzubinden, wird die Datenbank online nutzbar.
Decathlon wächst 4,7 Prozent
Decathlon Deutschland hat laut Pressemitteilung im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,11 Mrd. Euro erzielt, was einer Steigerung von 4,7 Prozent entspricht. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 38,6 Mio. Euro. Mehr als die Hälfte des Umsatzes entfiel auf die Bereiche Bergsport, Fitness und Radsport. 30 Prozent des Umsatzes wurden online erzielt, wobei vor allem der Marktplatz zulegte und nun für elf Prozent des digitalen Geschäfts verantwortlich ist. Über 400 Partner bieten dort mehr als 90.000 Produkte an.
Amazon wird am häufigsten gegoogelt
Laut einer Studie der digitalen PR-Agentur Buzzlinks und des Google-Ads-Experten Aaron Kübler, die das Google-Suchvolumen der 100 größten deutschen Onlineshops untersucht hat, liegt Amazon mit 21,7 Mio. Anfragen auf Platz eins. Das entspricht 32 Prozent, denn insgesamt wurde 68 Mio. Mal nach einem der Top 100 gesucht. Es folgen Mediamarkt (3,8 Mio.), Ikea (3,56 Mio.), Lidl (2,11 Mio.), Bonprix (1,94 Mio.), Temu (1,9 Mio.), Otto (1,84 Mio.), Zalando (1,59 Mio.), Shein (1,47 Mio.) und QVC (1,39 Mio.). Temu ist erst seit April 2023 in Deutschland aktiv und schaffte es von Null auf Platz sechs – vor Otto und Zalando.
Mangopay führt lokale IBANs ein
Der Online-Zahlungsdienst Mangopay bietet laut Pressemitteilung ab sofort in Deutschland auch lokale IBANs an. Dadurch wird es möglich, im Zahlungsverkehr virtuelle lokale internationale Bankkontonummern anzulegen, um die sogenannte „IBAN-Diskriminierung“ zu vermeiden. Nur ein Beispiel: Die Länge der IBAN variiert je nach Land zwischen 15 Zeichen (Norwegen) und 33 Zeichen (Russland), was dazu führen kann, dass Online-Formulare nur mit einer lokalen IBAN korrekt ausgefüllt werden können.
Giropay gewinnt Esso als Kunden
Das Online-Bezahlverfahren Giropay der deutschen Banken und Sparkassen gewinnt laut Pressemitteilung mit Esso einen weiteren wichtigen Partner. Nutzer der Esso Pay App können künftig an über 1.000 Tankstellen direkt per Giropay bezahlen, ohne sich nach dem Tanken an der Kasse anstellen zu müssen.
HANDEL INTERNATIONAL
11 Prozent der österreichischen Onlineshops auf Top-Niveau
Zoomzi und der österreichische Handelsverband haben im Rahmen des „Austrian Technical E-Commerce Monitor“ die Ladegeschwindigkeit, Suchmaschinenoptimierung und Sicherheit von 5.000 österreichischen Online-Shops mit dem „Atem-Index“ untersucht. 11,4 Prozent erreichten dabei gute Werte von über 80 und nur 6,6 Prozent einen zu niedrigen Wert, was bedeutet, dass 82 Prozent noch optimiert werden können. Während fast alle Shops responsiv optimiert sind, liegt das größte technische Problem bei der Ladegeschwindigkeit: Nur zehn Prozent sind zuverlässig schnell genug.
76 Prozent der Schweizer shoppen regelmäßig online
Die Studie „E-Commerce Stimmungsbarometer 2023“ der Hochschule für Wirtschaft Zürich und der Schweizerischen Post ergab, dass 76 Prozent der Schweizer monatlich oder häufiger online einkaufen. Das gilt besonders für Reisen und Veranstaltungen (65 Prozent) sowie für Bücher, Musik und Filme (57 Prozent), berichtet Werbewoche.ch. Die beliebtesten Adressen sind Digitec Galaxus, Amazon und Zalando. 71 Prozent der Shopper haben im letzten Jahr in Deutschland geordert, 37 Prozent in China. Am wichtigsten sind den Schweizern zweckmäßige Zahlungsabwicklung (89 Prozent) und kostenloser Versand (76 Prozent). Drei Viertel der unter 34-Jährigen bevorzugt das Smartphone, 67 Prozent der über 65-Jährigen den PC.
Google plant KI-Suche als Bezahloption
Laut Informationen der Financial Times plant Google, die Nutzung von KI-Funktionen in seiner Suchmaschine nur Kunden zur Verfügung zu stellen, die das AI-Premium-Abo von Google One nutzen, berichtet Golem.de. Einige Kunden dieses Abonnements können die KI-Websuche schon seit Mai 2023 testen, deren Ergebnisse neben den Antworten von Gemini auch Weblinks liefern und mit Werbeanzeigen ausgespielt werden.
Apple prüft smartes Display und Heimroboter
Nachdem Apple seine Pläne für ein selbstfahrendes Auto auf Eis gelegt hat, prüft das Unternehmen offenbar die Entwicklung zweier neuer Projekte, zitiert Businessinsider.com Bloomberg. Dabei handele es sich einerseits um einen Heimroboter, der dem Nutzer durch die Wohnung folgen kann, andererseits um einen smarten Bildschirm, der robotisch geschwenkt werden kann, um den Kopfbewegungen des Nutzers zu folgen – was beispielsweise Videokonferenzen deutlich stressfreier machen könnte.
TRENDS & TECH
China verbannt AMD, Microsoft und Intel
Im Rahmen eines neuen Regierungsprogramms in China sollen Behörden, Parteiorgane und Staatsunternehmen ihre Hard- und Software bis 2027 komplett auf chinesische Anbieter umstellen, berichtet Techspot.com. Dies ist Teil einer Beschaffungsvorschrift des Finanzministeriums, die nur noch Prozessoren, Betriebssysteme und Datenbanken zulässt, die vom „China Information Technology Security Evaluation Center“ als sicher und zuverlässig eingestuft wurden. Auf dieser Liste ist kein westlicher Anbieter vertreten. Intel hat im letzten Jahr 27 Prozent seines Umsatzes in China erwirtschaftet, AMD immerhin15 Prozent, Microsoft hingegen nur 1,5 Prozent.
KI am Arbeitsplatz begrüßen nur 51 Prozent
51 Prozent der 511 durch die Bitkom befragten Beschäftigten, erwarten sich vom Einsatz künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz die Erleichterung bei Routineaufgaben, aber 46 Prozent lehnen die Vorstellung ab. 45 Prozent können sich eine KI als persönlichen Assistenten vorstellen, aber 31 Prozent sind nicht der Meinung, dass ihnen dadurch Aufgaben abgenommen werden. Andererseits glauben 13 Prozent, dass ihre Arbeit komplett von KI erledigt werden könnte.
NACHHALTIGKEIT
Asos, Boohoo und Asda schwören dem Greenwashing ab
Nachdem die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde 2022 Untersuchungen eingeleitet hat, um die Nachhaltigkeitsangaben von Fast Fashion-Unternehmen zu überprüfen, haben sich Asos, Boohoo und Asda freiwillig strenge Regeln auferlegt, berichtet Textilwirtschaft.de. Unter anderem dürfen Begriffe wie „ökologisch“, „nachhaltig“ oder „verantwortungsbewusst“ künftig ebenso wenig verwendet werden wie Naturmotive, Logos oder Symbole, die dies suggerieren sollen. Generell dürfen nur klare, präzise und nachprüfbare Aussagen zu Umwelt und Nachhaltigkeit verwendet werden. Alle drei Unternehmen müssen der Behörde regelmäßig Bericht erstatten.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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