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Aktuelle E-Commerce-News: Marc Cain, Deutschlandcard, Temu + Shein, Afrika, Niederlande, Österreich, KI im Handel, Apple und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Marc Cain expandiert online in acht neue Länder
Das deutsche Modelabel Marc Cain erweitert seine Online-Präsenz um acht neue Länder, darunter Skandinavien und Teile Osteuropas, berichtet Textilwirtschaft.de. Damit werden nun insgesamt 27 Märkte in Europa sowie Kanada mit eigenen Webshops bedient. Als nächste Schritte plant das Unternehmen aus Bodelshausen die Eröffnung eines Onlineshops in den USA und ab 2025 die Expansion nach Asien.
Deutschlandcard führt neue Produktsuche ein
Deutschlandcard führt laut Pressemitteilung eine neue händlerübergreifende Produktsuche mit Preisvergleichsfunktion ein. Das Feature, das sowohl auf der Website als auch in der App zur Verfügung steht, soll die Reichweite erhöhen und eine frühzeitige Kundenansprache ermöglichen. Registrierte Nutzer erhalten bei Nutzung Bonuspunkte, Partnerunternehmen profitieren von einem Cost-per-Order-Modell, so dass nur bei erfolgreichen Transaktionen eine Provision anfällt.
KI könnte 165.000 fehlende Beamte ersetzen
Der Einsatz von KI im öffentlichen Dienst könnte die Personallücke um bis zu 165.000 Vollzeitkräfte verringern, zitiert Welt.de eine exklusive Studie von McKinsey. Derzeit fehlen laut Beamtenbund rund 550.000 Vollzeitkräfte auf allen Verwaltungsebenen. Der Studie zufolge könnten bis zu 55 Prozent der komplexen Fachaufgaben durch KI automatisiert werden. Trotz des kontinuierlichen Wachstums des öffentlichen Dienstes seit 2008 könnte KI also die Handlungsfähigkeit des Staates in Zukunft sichern.
HANDEL INTERNATIONAL
Frankreich: Temu überholt Shein
Laut einem Bericht von Foxintelligence hat Temu in den vier Monaten seit dem Start in Frankreich einen größeren wertmäßigen Marktanteil erreicht als sein Konkurrent Shein. Zwar liegt die Marktdurchdringung der Low-Cost-Plattform mit 11,9 Prozent immer noch hinter der von Shein mit 12,8 Prozent, aber die französischen Temu-Kunden geben im Durchschnitt 112,50 Euro aus, während es bei Shein nur 86,20 Euro sind. Überraschenderweise hat Temu in Frankreich die stärkste Präsenz bei der Generation X und den Babyboomern, während die Generation Z noch nicht anbeißt.
Afrika: E-Commerce boomt
Der afrikanische E-Commerce-Markt wächst rasant, berichtet Itweb.africa. Bis 2030 wird mit 438 Mio. mobilen Breitbandnutzern gerechnet, während die Online-Ausgaben 2025 voraussichtlich 75 Mrd. Dollar erreichen werden. Zu den Schlüsseltrends gehören ein Mobile-First-Ansatz, lokale Zahlungslösungen, Social Commerce und innovative Preisstrategien. Unternehmen, die mobile Technologien nutzen, lokale Zahlungspräferenzen berücksichtigen und eine effiziente Logistik anbieten, haben Chancen in dem schnell wachsenden Markt.
Niederlande: Onlineshopper Nummer eins
Laut einem neuen Bericht der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung haben die Niederlande mit 84 Prozent die höchste E-Commerce-Durchdringungsrate der Welt. Der niederländische E-Commerce-Markt erreichte 2023 einen Wert von fast 35 Mrd. Euro. Es folgen Großbritannien, Schweden, Dänemark, Norwegen, Kanada, die Schweiz, Deutschland und auf Rang zehn Südkorea. In Südeuropa, insbesondere in Italien, wo nur 39 Prozent der Internetnutzer online einkaufen, sieht der UNCTAD-Bericht noch Wachstumspotenzial für Online-Händler.
Österreich: 80 Prozent kaufen grenzüberschreitend
Laut des „Payments and E-commerce Report“ von Ppro tätigten über 80 Prozent der österreichischen Verbraucher 2023 grenzüberschreitende Online-Einkäufe, ähnlich hohe Raten zeigten nur Israel und Belgien. Im Vergleich dazu lag der Anteil in Deutschland bei 43 Prozent und in den USA bei 41 Prozent. China und die USA sind mit Marktanteilen von 35 Prozent bzw. 30 Prozent die größten E-Commerce-Märkte weltweit.
Österreich: 7.000 Insolvenzen erwartet
In Österreich wurden im ersten Halbjahr 2024 laut Alpenländischem Kreditorenverband 2.098 Unternehmensinsolvenzen eröffnet, das sind 35,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Passiva verneunfachten sich auf 11,5 Mrd. Euro, was vor allem auf die Insolvenzen rund um Signa und Fisker zurückzuführen ist. Besonders betroffen waren die Branchen Handel, Bau und Gastronomie. Für das Gesamtjahr 2024 prognostiziert der AKV rund 7.000 Insolvenzen.
TRENDS & TECH
KI im Handel: 5 Schritte zur intelligenten Strategie
Der Einsatz künstlicher Intelligenz verspricht auch mittelständischen Händlern erhebliche Effizienzgewinne. Dennoch zögern viele Unternehmen noch. Der-Handel-Autor Helmut van Rinsum erklärt, wie eine Strategie in Schritten zum Ziel führt.
Apple warnt vor Spyware-Angriffen
Apple warnt iPhone-Nutzer in 98 Ländern vor möglichen Spyware-Angriffen, berichtet Heise.de. Das Unternehmen spricht dabei von sogenannter „Mercenary-Spyware“, die in der Regel von Spionage- oder Regierungsbehörden verwendet wird. Besonders betroffen waren zuletzt Aktivisten in Indien im Zusammenhang mit den dortigen Wahlen. Apple empfiehlt Betroffenen, sich an Experten zu wenden und Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.
Lieferketten brauchen neue Technologien
Supply Chain Manager setzen zunehmend auf neue Technologien, um die anhaltenden Herausforderungen zu bewältigen, so die Ergebnisse einer Umfrage von Truecommerce. Die Hauptprobleme der Lieferketten sind nach wie vor Kostenkontrolle (35 Prozent), Talentbindung (35 Prozent) und Kundengewinnung (30 Prozent). 71 Prozent der Befragten planen höhere Ausgaben für Supply-Chain-Software, wobei 70 Prozent in neue ERP-Systeme investieren wollen. Auch die elektronische Rechnungsstellung, die in Deutschland ab 2025 Pflicht wird, erfordert eine Anpassung der Prozesse.
81 Prozent nutzen Emojis
81 Prozent der Deutschen nutzen Emojis in ihrer digitalen Kommunikation, wie eine Bitkom-Umfrage anlässlich des morgigen Welt-Emoji-Tags ergab. Die bunten Symbole werden vor allem privat (98 Prozent), aber auch beruflich (29 Prozent mit Kollegen, 19 Prozent mit Vorgesetzten) genutzt. Allerdings verwirren sie auch 56 Prozent der Befragten gelegentlich. Fast die Hälfte (48 Prozent) antwortet häufig nur mit einem Emoji, was der anderen Hälfte (46 Prozent) eher auf die Nerven geht.
Trump-T-Shirts werden Online-Verkaufsschlager
Das versuchte Attentat auf Donald Trump hat eine Welle von Online-Merchandising ausgelöst, berichtet Reuters.com. T-Shirts mit Bildern des blutenden, aber trotzigen Trump werden für 9 bis 40 Dollar angeboten. Auf der chinesischen C2C-Shopping-Plattform Taobao waren sie bereits drei Stunden nach Veröffentlichung des Pressefotos erhältlich, nach weiteren drei Stunden waren bereits 2.000 Stück verkauft.
NACHHALTIGKEIT
Google und Microsoft verbrauchen mehr Strom als Aserbaidschan
Laut einer Analyse von Michael Thomas hatten Google und Microsoft im Jahr 2023 einen Stromverbrauch von jeweils 24 Terawattstunden, was ziemlich genau dem Verbrauch von Aserbaidschan (10 Mio. Einwohner) entspricht. Dieser enorme Energieverbrauch übertrifft den von mehr als 100 Ländern (es gibt 195 Länder weltweit) und verdeutlicht den erheblichen Einfluss der Tech-Giganten auf die Umwelt. Beide Unternehmen haben sich verpflichtet, bis zum Ende des Jahrzehnts kohlenstofffrei bzw. kohlenstoffnegativ zu werden.
HDE veröffentlicht Broschüre „Nachhaltig handeln“
Der HDE stellt in seinem Bericht „Nachhaltig Handeln“ die Beiträge des Einzelhandels zur Agenda 2030 der Vereinten Nationen vor. Im Fokus stehen vier Nachhaltigkeitsziele: menschenwürdige Arbeit & Wirtschaftswachstum, nachhaltiger Konsum & Produktion, Klimaschutz sowie Partnerschaften. Der Bericht zeigt konkrete Erfolge und Initiativen deutscher Handelsunternehmen, darunter die Verdopplung des Umsatzes mit Bio-Lebensmitteln auf über 10 Mrd. Euro im Jahr 2017 und eine CO2-Einsparung von 54 Prozent seit 1990.
HSV setzt auf wildes Plastik
Der HSV verwendet ab sofort Versandtaschen von Wildplastic für seine Onlineshop-Bestellungen. Diese Taschen bestehen laut Hamburg-Startups.net zu mindestens 80 Prozent aus recyceltem „wildem Plastik“, das aus der Umwelt gerettet wurde. Wildplastic arbeitet mit lokalen Organisationen in Ländern wie Indien, Indonesien, Thailand und Senegal zusammen, um dieses wilde Plastik in den Recyclingkreislauf zurückzuführen. Der HSV benötigt jährlich über 70.000 Taschen, hauptsächlich für den Versand von Trikots und Sportkleidung.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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