
Mediamarkt + Galeria, Amazon, Zalando, Fakeshops, Alibaba, Complex, Boohoo vs. Frasers, Wero, Sort-A-Brick, Observability, KMUs
Aktuelle E-Commerce-News: Mediamarkt + Galeria, Amazon, Zalando, Fakeshops, Alibaba, Complex, Boohoo vs. Frasers, Wero und weitere Themen im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Certificate of Advanced Studies (CAS) in International Retail Management an der Universität St.Gallen – Seien Sie dabei!
Ab dem 11. Februar 2025 startet die nächste Durchführung des englischsprachigen CAS in International Retail Management! Hochkarätige Referenten aus Forschung und Praxis vermitteln das Rüstzeug, um Ihr Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen. Das flagship Programm orientiert sich an aktuellen Managementherausforderungen im Handel und fördert den informellen Austausch zwischen Branchenkollegen:innen. Weitere Details und Anmeldung bis 1. Januar 2025
HANDEL NATIONAL
Mediamarkt verkauft im Marktplatz von Galeria
Der Elektronikhändler Mediamarkt startet als Marktplatzpartner im Onlineshop von Galeria und bietet dort zunächst seine Eigenmarken Koenic, Peaq und Ok an, wie Lebensmittelzeitung.net berichtet. Mediamarkt-Saturn bezeichne die Zusammenarbeit als Test, schließe aber eine Ausweitung nicht aus. Nach Informationen der Lebensmittel Zeitung könnte Mediamarkt Anfang 2025 auch in rund zehn Galeria-Filialen eigene Verkaufsflächen mit separaten Zugängen einrichten.
Amazon trägt acht Mrd. Euro zum BIP bei
Amazon hat laut eigenen Angaben zwischen 2010 und 2023 mehr als 77 Mrd. Euro in Deutschland investiert und in diesen 13 Jahren 16 Mrd. Euro an Gehältern und Sozialleistungen bezahlt. Allein 2023 habe die Plattform über acht Mrd. Euro zum deutschen Bruttoinlandsprodukt beigetragen und beschäftige bis Ende dieses Jahres wahrscheinlich 40.000 Mitarbeiter. Die rund 47.500 deutschen Händler der Plattform hätten im letzten Jahr mehr als 750 Mio. Produkte verkauft. Amazons deutschsprachige Website ging vor 26 Jahren online und generierte laut Statista 2023 einen Umsatz von 35,7 Mrd. Euro.
Zalando gewinnt Next für Zeos
Zalando gewinnt mit Next einen wichtigen Kunden für Zeos (Zalando E-Commerce Betriebssystem), wie das Unternehmen mitteilt. Der britische Omnichannel-Modehändler Next, der letztes Jahr 5,5 Mrd. britische Pfund umsetzte, nutze künftig Zeos als einheitliche Logistik- und Softwareplattform, um seinen Warenbestand zu verwalten und sich logistisch besser mit Europa zu verbinden. Durch diese Partnerschaft weite Zalando sein Zeos-Fulfillment-Netzwerk auf 24 europäische Märkte aus.
Jeder Dritte hat schon bei Fakeshops eingekauft
Mehr als jeder dritte Internetnutzer ist bereits auf einen Fakeshop hereingefallen, wie Kleinanzeigen.de eine Umfrage der Initiative Sicher Handeln zitiert. Während nur etwa die Hälfte der Befragten bei fehlenden rechtlichen Hinweisen (57 Prozent) oder auffällig niedrigen Preisen (55 Prozent) misstrauisch wird, achten noch weniger auf Warnzeichen wie Vorkasse als einzige Zahlungsoption oder fehlende Bewertungen. Die Verbraucherschützer raten deshalb zur „SHS-Regel“ (Stoppen, Hinterfragen, Schützen), empfehlen Kauf auf Rechnung oder Bezahldienste mit Käuferschutz und raten bei Betrug zur Anzeige bei der Polizei.
HANDEL INTERNATIONAL
Alibaba bündelt alle E-Commerce-Aktivitäten
Alibaba bündelt all seine E-Commerce-Aktivitäten in einer neuen, eigenen Geschäftseinheit, wie das Unternehmen mitteilt. Die Gruppe, zu der Taobao, Tmall, AliExpress, Alibaba.com, Lazada, Trendyol, 1688 und Idle Fish gehören, verzeichnete zuletzt starkes Wachstum – besonders im internationalen Geschäft mit einem Umsatzplus von 29 Prozent im vergangenen Quartal. Alibaba erklärt außerdem, künftig vor allem kleine und mittlere Händler beim weltweiten Vertrieb unterstützen zu wollen.
Complex startet eigenen Online-Marktplatz
Der US-Medienkonzern Complex hat einen eigenen Online-Marktplatz für Mode und Sammlerstücke gestartet, berichtet Fashionunited.com. Das neue Angebot soll die markenstarke Community des auf Jugendkultur spezialisierten Unternehmens mit ausgewählten Händlern zusammenbringen. Der Marktplatz wird direkt in die redaktionellen Inhalte von Complex eingebunden und soll bereits 2025 ein Handelsvolumen von 100 Mio. Dollar erreichen.
Boohoo vs. Frasers – nächster Akt
Die britische Frasers Group fordert die Aktionäre von Boohoo in einem offenen Brief auf, Vorstandschef und Mitgründer Mahmud Kamani abzuwählen. Mit der Kampfansage „Gewinnen mit Ashley oder verlieren mit Kamani“ will Frasers erreichen, dass ihr Eigentümer Mike Ashley auch die Führung des Online-Modehändlers übernimmt, berichtet Fashionunited.com. Diese offene Forderung folge auf einen öffentlichen Streit über die Neubesetzung des Vorstandspostens, nachdem Boohoo im Oktober statt Ashley den Debenhams-Manager Dan Finley zum neuen Geschäftsführer ernannt hatte.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Europas größte Online-Händler sind nicht aus Europa
Von den tausend größten Online-Händlern in Europa haben nur 49 Prozent auch ihren Hauptsitz auf dem Kontinent, hat Ecommercenews.eu aufgrund von durch RetailX erhobenen Daten ermittelt. Die ausländischen Unternehmen, vor allem aus den USA und China wie Amazon, eBay, Shein und Temu, generieren sogar 74 Prozent des gesamten Besucherverkehrs dieser Top-1000-Gruppe. In Europa existieren derzeit etwa 400 D2C- und mehr als 250 B2B-Marktplätze. Interessanterweise bieten 54 Prozent der größten Online-Händler mittlerweile eine Abholmöglichkeit an.
Deutsche Online-Shops sind 66 Wochenstunden telefonisch erreichbar
QVC und Thalia sind – unter den 50 größten deutschen Online-Shops – mit einem 24-Stunden-Service laut Ebuero.de die Spitzenreiter bei der telefonischen Erreichbarkeit, dicht gefolgt von Amazon mit 126 Wochenstunden. Die durchschnittliche telefonische Erreichbarkeit aller untersuchten Shops liegt bei 66 Wochenstunden, wobei 36 Anbieter auch nach 18 Uhr den Hörer abnehmen. Von den untersuchten Shops schieben 31 eine Wochenendschicht, davon beschränken sich 20 auf den Samstag.
Wero bald auch in Online-Shops
Der europäische Zahlungsdienst Wero will ab 2025 als neue Bezahlmethode in Online-Shops verfügbar sein und dort mit PayPal, Kreditkarten und Sofortüberweisung konkurrieren, meldet die European Payments Initiative. Bereits im Dezember startet ein erster Testlauf mit der Genossenschaftlichen Finanzgruppe. In Deutschland, Frankreich und Belgien nutzen 14 Mio. Menschen Wero für private Überweisungen, was eine solide Basis für die geplante Ausweitung auf den Online-Handel bildet.
NACHHALTIGKEIT
Sort-A-Brick macht Lego nachhaltiger
63 Prozent der Verbraucher in Deutschland, Frankreich und Großbritannien kaufen monatlich Gebrauchtwaren, doch gebrauchte Spielzeuge werden eher selten gehandelt, berichtet Sort-A-Brick, ein Dienstleister für die Aufbereitung von Lego-Steinen. Das Unternehmen reinigt, sortiert und ergänzt gebrauchte Lego-Steine für seine Kunden wieder zu vollständigen Bausätzen. Durch die Wiederverwendung von nur einem Prozent der bisher produzierten 1,5 Bio. Lego-Steine könnte der Gebrauchtmarkt laut CEO Ilya Malkin zusätzlich 450 bis 650 Mio. Euro generieren. Das Unternehmen steht kurz vor dem Start, Early Adopter können sich auf eine Warteliste setzen lassen.
BLACK-FRIDAY-COUNTDOWN
Mit Observability gegen Zahlungsausfälle
Observability-Lösungen vermeiden IT-Engpässe am Black Friday. Mit kontinuierlicher Überwachung und Echtzeitanalysen können potenzielle Störungen frühzeitig erkannt und Zahlungsprozesse abgesichert werden. Gastautor Bob Wambach vom Observability-Dienstleister Dynatrace skizziert auf Etailment.de das Prinzip.
68 Prozent der KMUs lässt Black Friday kalt
Während 41 Prozent der selbstständigen Einzelhändler den Black Friday als Verkaufsanlass nutzen und etwa die Hälfte davon Umsatzsteigerungen verzeichnet, beteiligen sich 68 Prozent aller kleinen und mittleren Unternehmen nicht an der Aktion, meldet Lexware.de. Als Hauptgründe nennen die Befragten den hohen Zeitaufwand (29 Prozent) und den schwierigen Wettbewerb mit Großunternehmen (21 Prozent). Für 45 Prozent der Betriebe bleibt der Tag ohne spürbare Auswirkungen auf die Einnahmen, mehr als ein Drittel hält den Black Friday für nicht mehr zeitgemäß.
Keine Strategie ist besser als die falsche Strategie
Obwohl der Black Friday dem deutschen Einzelhandel 2024 voraussichtlich 6,4 Mrd. Euro Umsatz bescheren wird, verlieren Händler durch falsche Preisstrategien etwa 300 Mio. Euro Gewinn, zitiert Fashionunited.de eine Studie von Kearney und 7Learnings. Die hohen Tagesumsätze täuschen, denn die Nachfrage sinkt drei Wochen vor und zwei Wochen nach dem Aktionstag deutlich. Laut Studie wäre der Verzicht auf Black-Friday-Aktionen besser als eine falsche Preisstrategie.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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