Mister Spex, Retailmediatools, Amazon, Shopware, Fashion-Apps, Tiktok Shop Japan, Prime Days, Online-Banking, Fernsehen

Mister Spex, Retailmediatools, Amazon, Shopware, Fashion-Apps, Tiktok Shop Japan, Prime Days, Online-Banking, Fernsehen

Aktuelle E-Commerce-News: Mister Spex, Retailmediatools, Amazon, Shopware, Fashion-Apps, Tiktok Shop Japan, Prime Days und weitere Themen im Überblick.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Mister Spex senkt Umsatzprognose weiter ab
Der Online-Brillenhändler Mister Spex verschärft seine Umsatzprognose für 2025 von ursprünglich minus fünf bis zehn Prozent auf nun minus zehn bis 20 Prozent, berichtet Retail-News.de. Das Unternehmen verzichte bewusst auf Rabattschlachten und setze stattdessen auf disziplinierte Preispolitik. Der durchschnittliche Bestellwert sei um elf Prozent gestiegen, bei Korrektionsbrillen sogar um 23 Prozent. Das neue Abonnementmodell trage bereits erste Früchte zur Kundenbindung bei. Trotz des schwachen Online-Geschäfts und intensivem Wettbewerbsdruck halte Mister Spex an seiner Ebit-Prognose fest und erwarte zum Jahresende liquide Mittel von rund 65 Mio. Euro.

Start-up-Porträt: Retailmediatools verspricht Händlern volle Kontrolle über Werbeflächen
Retail Media ist im Kommen. Unabhängig von der Technik sollten Händler bei der Vermarktung „die volle Kontrolle über Daten, Werbeflächen und Monetarisierung“ behalten, sagt Magnus Aufschild. Mit der Vermarktungsplattform seines Start-ups Retailmediatools scheint ihm das zu gelingen: In dieser Woche meldete Aufschild Thalia und Idealo als Neukunden. Im Interview mit Etailment.de erläutert er Idee und Geschäftsmodell seines Start-ups.

Amazon kürzt Rückgabegarantie bei zehn Produktgruppen
Amazon schränkt ab dem 23. Juni seine freiwillige Rückgabegarantie für zehn Produktkategorien ein, berichtet Onlinehaendler-News.de. Bücher, Software, Spielzeug, Baumarkt-Artikel, Videos, Küchenzubehör, Auto- und Motorradprodukte, elektronische Körperpflegegeräte, Home-Entertainment und Elektro-Großgeräte seien künftig ausgenommen. Marketplace-Händler müssten dann nur noch das gesetzliche 14-Tage-Widerrufsrecht berücksichtigen, was Rücksendungen reduzieren könnte.

Shopware startet KI-Offensive mit agentischem Handel
Shopware bündelt seine KI-Funktionen unter dem Dach „Shopware AI“ und will damit agentischen Handel vorantreiben, berichtet Heise.de. Der integrierte Copilot übernehme Routineaufgaben im Shopmanagement, während ein Image Editor Produkte automatisiert freistelle und in neue Szenen integriere. Unter „Agentic Commerce“ verstehe das deutsche Unternehmen den Wandel von menschlichen Einkaufsentscheidungen hin zu intelligenten Agenten, was höhere Umsätze und geringere Integrationskosten bringe. Für B2B-Kunden wie Ritter Sport und Toyota entwickle Shopware zudem „Complex Commerce“-Funktionen mit individuellen Produktkatalogen.

Zwei Drittel der Online-Shops versagen bei Barrierefreiheit
Zwei von drei der meistbesuchten deutschen Online-Shops sind nicht barrierefrei, wie eine Studie von Google, Aktion Mensch und der Stiftung Pfennigparade laut Fashionunited.de zeigt. Nur ein Drittel der 65 untersuchten Webshops lasse sich per Tastatur bedienen – eine Grundvoraussetzung für viele Menschen mit Behinderungen. Immerhin habe sich der Wert gegenüber dem Vorjahr von 20 auf 31 Prozent verbessert. Ab dem 28. Juni drohen Shop-Betreibern durch das neue Barrierefreiheitsstärkungsgesetz Geldstrafen bis 100.000 Euro, falls sie die EU-Vorgaben nicht erfüllen. Ausgenommen seien nur Kleinbetriebe mit weniger als zehn Mitarbeitern und unter zwei Mio. Euro Umsatz.


HANDEL INTERNATIONAL

Österreichs Online-Handel erreicht 12,5 Mrd. Euro
Österreichs Online-Handel erreicht 2025 mit 12,5 Mrd. Euro einen neuen Rekordwert, wie die Studie „HV Ecommerce“ des Handelsverbandes zeigt. Die Ausgaben der Verbraucher seien um 14 Prozent gestiegen, Mobile Commerce sei mit plus 28 Prozent auf 4,1 Mrd. Euro regelrecht explodiert. Jeder Österreicher gebe online durchschnittlich 2.080 Euro aus. Problematisch entwickle sich jedoch die Retourenquote, die auf 44 Prozent klettere – befeuert durch minderwertige Fernost-Plattformen. Spielwaren führten mit 41 Prozent Online-Anteil die digitale Transformation an, gefolgt von Sportartikeln und Elektronik. Voice-Shopping bleibe mit nur einem Prozent Nutzung weiterhin Randerscheinung.

Tiktok Shop startet in Japan
Tiktok Shop startet laut Japantimes.co.jp noch im Juni seinen E-Commerce-Service in Japan. Mit 33 Mio. monatlichen Tiktok-Nutzern und 96 Minuten täglicher Verweildauer stelle Japan einen lukrativen Markt dar: Die App habe bereits 1,4 Mrd. Euro an Konsumvolumen bei japanischen Nutzern inspiriert. Sie konkurriere direkt mit Marktführern Amazon und Rakuten. Große Werbeagenturen wie Hakuhodo und Dentsu böten bereits Beratung für Shop-Einrichtung und Marketing an; Micro-Ad gründete eigens die Tochtergesellschaft „Universe Pulse“ speziell für Tiktok Shop Japan.

Amazon dehnt Prime Days auf vier Tage aus
Amazon lässt seine Prime Days vom 8. bis 11. Juli laufen und verlängert sie somit in diesem Jahr zum ersten Mal auf vier Tage, meldet Onlinehaendler-News.de. Das Shopping-Event feiere sein zehnjähriges Bestehen mit hunderttausenden Angeboten in mehr als 35 Kategorien. Neu seien täglich wechselnde Themenangebote und Blitzaktionen ab Mitternacht. Amazon locke bereits ab 4. Juli mit Vorab-Rabatten auf eigene Geräte und biete kostenlose Monate für Music Unlimited.


Online-Banking erreicht 86 Prozent
Online-Banking erreicht mit 86 Prozent einen neuen Höchststand in Deutschland, so eine aktuelle Bitkom-Befragung. Besonders bemerkenswert entwickle sich die Nutzung bei Senioren: In der Altersgruppe 65 bis 74 Jahre steige sie auf 83 Prozent, bei den über 75-Jährigen auf 43 Prozent. Gleichzeitig verlören Bankfilialen rapide an Bedeutung – nur noch der Hälfte der Deutschen sei ein großes Filialnetz wichtig. Zudem vertrauten bereits 30 Prozent der Befragten bei Finanzempfehlungen einer KI mehr zu als menschlichen Beratern.

Fashion-Apps locken zum häufigeren Kleidungskauf
Fashion-Apps treiben Deutsche zu häufigerem Kleidungskauf, wie eine Simon-Kucher-Studie laut Textilwirtschaft.de zeigt. Mehr als ein Viertel der Nutzer kaufe durch die Smartphone-Anwendungen 28 Prozent öfter Mode ein, während 31 Prozent seltener Filialen besuchten. Rabatte würden 35 Prozent der Verbraucher bei der Produktauswahl leiten und 42 Prozent zu mehr Käufen verführen. Impulse entstünden heute beim Scrollen statt vor dem Regal. Paradox: Obwohl 19 Prozent mehr Geld ausgäben, empfänden 34 Prozent der App-Nutzer, weniger zu zahlen – Fashion-Apps erzeugten wahrscheinlich das Gefühl zu sparen.

Fernsehen erobert deutschen Nachrichtenthron zurück
Das oft totgesagte Fernsehen hat das Internet als wichtigste Nachrichtenquelle der Deutschen wieder überholt, zitiert Heise.de den „Digital News Report“ des Reuters-Instituts Oxford. 43 Prozent der Nachrichtenkonsumenten würden lineares Fernsehen als Hauptquelle bezeichnen, während Online-Quellen bei 42 Prozent stagnierten. Besonders ausgeprägt seien die Altersunterschiede: Über-55-Jährige setzten zu 59 Prozent auf TV, während 18- bis 24-Jährige zu 65 Prozent online konsumierten. KI-Chatbots hingegen spielten trotz ihres Hypes kaum eine Rolle – nur vier Prozent nutzten sie für News.


NACHHALTIGKEIT

Wirtschaft fährt Klima-Investitionen nicht zurück
Deutsche Unternehmen planen unverändert elf Prozent ihrer Gesamtinvestitionen für Klimaschutz-Maßnahmen, so das Ergebnis einer Ifo-Umfrage. Energieeffizienz, CO2-Reduktion und erneuerbare Energien stünden dabei speziell im Fokus. Deutschland befinde sich zwar grundsätzlich auf Kurs für die Klimaziele 2030 und 2045, doch wirtschaftspolitische Unsicherheit bei Subventionen und Genehmigungsverfahren bremse weitere Investitionen.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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