3D-Illustration zu Mode, Marktplätzen, Preisen und Personalisierung im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Oktoberfest, The Platform Group, Online-Kredite, Fast-Fashion, Temu, Amazon, Personalisierung, Second-Hand, dynamische Preise

Aktuelle E-Commerce-News: Oktoberfest, The Platform Group, Online-Kredite, Fast-Fashion, Temu, Amazon, Personalisierung und weitere Themen im Überblick.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
Teilen

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Oktoberfest: Schwunghafter Online-Handel mit Tischreservierungen
Die Stadt München und die Oktoberfest-Wirte wollen den schwunghaften Online-Handel mit Tischreservierungen unterbinden, berichtet TZ.de. Betrüger würden auf diversen Plattformen zum Teil mehrere tausend Euro für Reservierungen verlangen – die aber nicht auf andere Personen übertragbar seien. Käufer stünden bei falschen Namen mit leeren Händen da. Um das Geschäft im rechtlichen Graubereich auszuhebeln, biete das offizielle Oktoberfest-Portal seit zwei Jahren sichere Reservierungsübertragungen zum Originalpreis, unterstützt von bereits 21 Gastronomen.

The Platform Group kauft sich bei Berliner Möbel-Händler ein
The Platform Group baut ihr Möbel-Geschäft durch eine Beteiligung ihrer Tochter Digitec Living Brands an der Berliner PMR Handels GmbH aus, berichtet Marketscreener.com. Die PMR betreibe mehrere Online-Shops wie beispielsweise Sofa-dreams.com und verkaufe die Möbel seiner Partner in über zwölf Ländern. Durch die Investition solle die Anbindung anderer Möbelhersteller an die Plattformen der Platform Group erleichtert werden. Das Management der PMR unter Führung von Harald Rexilius bleibe dem Unternehmen erhalten.

Mehr Beschwerden über Online-Kredite
Beschwerden über Online-Kredite nahmen im ersten Halbjahr um 26 Prozent zu, meldet der Verbraucherzentrale Bundesverband. Ausgerechnet jetzt wolle die Bundesregierung Online-Kredite ohne Unterschrift, sondern per Mausklick ermöglichen – das ebne Betrügern den Weg, warnt Vorständin Ramona Pop. Hauptproblem seien bereits heute Kredite, die ohne Wissen der Betroffenen abgeschlossen werden. Die Verbraucherschützer fordern daher, dass auch digitale Darlehen weiterhin eine Unterschrift erfordern sollten, um übereilte Entscheidungen und kriminelle Absichten zu verhindern.

97 Prozent der Unternehmen vom Datenschutz belastet
97 Prozent aller deutschen Firmen, drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, müssen einen hohen Aufwand bei der Umsetzung des Datenschutzes betreiben, zeigt eine Bitkom-Studie. Besonders kleinere Betriebe litten unter der Bürde: 45 Prozent der Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern meldeten sogar einen sehr hohen Aufwand. Für 69 Prozent habe sich die Lage binnen eines Jahres verschärft, kein einziges Unternehmen berichte von Entlastung.

85 Prozent befürworten Social-Media-Altersbeschränkung
85 Prozent der Deutschen befürworten ein Mindestalter von 16 Jahren für Social-Media-Accounts, so das Ifo-Bildungsbarometer. Selbst 47 Prozent der 14- bis 17-Jährigen unterstützten strengere Beschränkungen. Während 68 Prozent der Teens lieber mit sozialen Medien leben möchten, würden sich 47 Prozent der Erwachsenen eine Welt ohne sie wünschen. Zusätzlich sprach sich die Mehrheit in allen Altersgruppen für Smartphone-Verbote an Schulen aus. Zwei Drittel der Jugendlichen würden den Umgang mit KI als Unterrichtsinhalt begrüßen.


HANDEL INTERNATIONAL

EU will Fast-Fashion zum Recycling zwingen
Das EU-Parlament verabschiedete in Straßburg ein wegweisendes Gesetz gegen Lebensmittel- und Textilverschwendung, berichtet N-TV.de. Nicht zuletzt um den Auswirkungen chinesischer Billigimporte entgegenzuwirken, sollen Textilhersteller künftig für die Sammlung und das Recycling haftbar gemacht werden. Die Produktion eines Baumwollhemdes verschlinge 2.700 Liter Wasser, trotzdem würden weltweit nicht einmal ein Prozent aller Textilien recycelt. Außerdem sollen die 27 Mitgliedsstaaten den Lebensmittelabfall-Berg – jeder EU-Bürger produziere jährlich 130 Kilogramm – bis 2030 um 30 Prozent abtragen.
Temu meldet mehr als 115 Mio. Nutzer in Europa
Temu erreichte im ersten Halbjahr durchschnittlich 115,7 Millionen aktive EU-Nutzer im Monat – ein Wachstum von über 50 Prozent zum Vorjahr, zitiert Retail-News.de den Transparenzbericht des Unternehmens. Als „Very Large Online Platform“ müsse der Discount-Marktplatz seit Mai 2024 strengere EU-Auflagen erfüllen. Man setze dabei auf automatisierte Inhaltsmoderation, mehrstufige Händler-Verifikation, algorithmische Produktsicherheitsprüfungen und Moderation durch ein mehrsprachiges Team echter Menschen. Die EU-Kommission fordere künftig detailliertere Einblicke in die Effektivität dieser Maßnahmen.
Amazon trennt sich von 150 Teamsters-Fahrern
Amazon hat über 150 gewerkschaftlich organisierte Lieferfahrer in New York entlassen, wie Mashable.com berichtet. Die Teamsters-Gewerkschaft wertet dies als illegale Vergeltung, nachdem die betroffenen Fahrer im Dezember am großen Amazon-Streik teilgenommen hätten. Damals seien fast 10.000 Beschäftigte für faire Verträge und bessere Arbeitsbedingungen in den Ausstand getreten. Amazon bestreite die Entlassungen und verlautbare, nur die Verträge mit dem Subunternehmer Cornucopia gekündigt zu haben. Die Gewerkschaft bezeichne dies als „scheinheiliges Hütchenspiel“, da Amazon faktisch alle Arbeitsabläufe kontrolliere.


KI-Personalisierung funktioniert nur mit den Kunden
Zwar verbuchen 96 Prozent der Unternehmen, die KI-Personalisierung einsetzen, messbare Erfolge, doch gleichzeitig fühlen sich nur 45 Prozent der Verbraucher tatsächlich verstanden, so eine neue Studie von Twilio. Tatsächlich nutzen 81 Prozent der Firmen KI-Tools passiv, statt sie strategisch für die individualisierte Ansprache zu verwenden, was das Sinken der Kundenloyalität auf 44 Prozent erkläre. Die Studie empfiehlt Unternehmen, KI für die Verbraucher transparenter einzusetzen und ihnen mehr Kontrolle über ihre Datenpräferenzen zu geben.
Fehlkäufe kosten durchschnittlich 750 Euro im Jahr
Deutsche Konsumenten verloren in den letzten zwölf Monaten durchschnittlich 748 Euro durch minderwertige Produkte – deutlich mehr als der EU-Durchschnitt von 654 Euro, so eine Studie von Trustpilot. Besonders dramatisch sei die Situation bei der Gen Z, wo 15 Prozent sogar zwischen 1.001 bis 5.000 Euro für Minderwertiges ausgegeben hätten. Online-Bewertungen fungierten als wichtiger Schutzschild: 71 Prozent der Befragten lesen regelmäßig Kundenrezensionen, 69 Prozent zählen Sternchen oder prüfen Noten und 81 Prozent haben schon einen Kauf wegen schlechter Bewertungen abgebrochen.
Auch Second-Hand kann süchtig machen
Auch die Schnäppchenjagd auf Second-Hand-Plattformen kann Suchtcharakter annehmen, wie Fashionunited.de eine Studie der Doktorandin Marie Boudi zitiert. Es gäbe eine dünne Grenze zwischen harmonischer und obsessiver Modeleidenschaft, wenn der Onlinekauf oder der Check bei der Abholstation sich zum Zwang entwickeln. Mit 800 Mio. neuen Artikeln jährlich und niedrigen Preisen, verbunden mit dem Gefühl, nachhaltiger zu handeln und bewusster zu kaufen, schaffen Online-Plattformen wie beispielsweise Vinted Mechanismen, die ähnliche Hirnregionen triggern können wie Tiktok oder Instagram. Der momentan entstehende Digital Fairness Act der EU verspreche zumindest suchterzeugendes Web-Design zu regulieren.
Dynamische Preisgebung birgt Risiken
Nachdem Delta Airlines letztes Jahr dynamische Preisgestaltung getestet habe, könne sich die KI-gestützte Technologie in Online-Shops und in die Supermarktregale ausbreiten, berichtet T3N.de. Da für die Personalisierung sensible Verbraucherdaten wie Wohnort, Einkommen oder Bonität benötigt werden, verstoße diese Strategie gegen moralische und soziale Normen und sei außerdem „kurzsichtig“ und „riskant“, meine Professorin Nitika Garg von der University of New South Wales. Eine Regulierung sei notwendig, um nicht bestehende Ungleichheiten zu verstärken und das Vertrauen der Verbraucher zu verlieren.

Teilen
Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.