Online-Betrug, Normas Schutzwesten, DHL, DeepL, Investitionen, Microsofts Rechenzentren, Tiktok, Spar, KI-Bluff, Amazon + Starlink

Online-Betrug, Normas Schutzwesten, DHL, DeepL, Investitionen, Microsofts Rechenzentren, Tiktok, Spar, KI-Bluff, Amazon + Starlink

Aktuelle E-Commerce-News: Online-Betrug, Normas Schutzwesten, DHL, DeepL, Investitionen, Microsofts Rechenzentren, Tiktok und weitere Themen im Überblick.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Online-Betrug: Sorglos beim Passwort, wachsam beim Konto
Jeder dritte Deutsche war bereits Opfer eines Betrugs im Online-Zahlungsverkehr, zeigt die aktuelle PwC „Payment Fraud Studie“. Die Befragten fürchten sich am meisten vor Identitätsdiebstahl (32 Prozent), allerdings ändern mehr als die Hälfte ihre Passwörter seltener als jährlich oder gar nicht. 86 Prozent kontrollieren ihre Konten mindestens monatlich , doch nahezu alle (95 Prozent) erwarten von ihrem Finanzdienstleister Echtzeit-Betrugserkennung und sofortige 24/7-Erreichbarkeit bei verdächtigen Transaktionen. Neue Betrugsformen wie Vishing (zwölf Prozent), Quishing (zehn Prozent) und Smishing (neun Prozent) seien hingegen weitgehend unbekannt.

Schutzwesten als Kassenschlager in Normas Online-Shop
Der Discounter Norma verkauft in seinem Online-Shop erstaunlicherweise auch Panikräume oder Schutzwesten, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Das ungewöhnliche Nonfood-Sortiment umfasse etwa 20 Produkte des Berliner Herstellers BSSD-Defence, darunter beispielsweise gepanzerte Notausstiegsdeckel und Atemschutz-Katastrophensets. Die stahlplattenverstärkten Schutzwesten entpuppten sich sogar als heimliche Verkaufsschlager. Bemerkenswert: Sieben von zehn BSSD-Kunden seien Frauen.

DHL-Kleinpaket strapaziert die Nerven der Händler
Das „neue“, die Warenpost ersetzende DHL-Kleinpaket sorgt für erhebliche Probleme bei Online-Händlern, berichtet Onlinehaendler-News.de. Statt der versprochenen zwei Werktage würden Sendungen teilweise bis zu zwei Wochen unterwegs sein. Die Folge seien verärgerte Kunden und explodierende Reklamationsquoten. Einige Verkäufer hätten durch die Verzögerungen sogar ihren Ebay Top-Service-Status verloren. Interessanterweise schwankten die Lieferzeiten stark je nach Region und Bearbeitungsort – manche Briefkästen oder Briefzentren lieferten zuverlässig in 1-2 Tagen, andere bräuchten deutlich länger.

Kölner KI-Juwel DeepL peilt Börsengang 2026 an
Das Kölner KI-Übersetzungsunternehmen DeepL plant einen Börsengang für 2026, meldet Businessinsider.de auf Basis von drei Quellen aus Unternehmenskreisen. Das 2017 gegründete Unicorn, zuletzt mit zwei Mrd. Dollar bewertet, habe im Mai 2024 eine Finanzierungsrunde über 277 Mio. Euro abgeschlossen. Die Mitarbeiterzahl sei auf rund 900 angewachsen. Im Sommer erst habe DeepL ein neues großes Sprachmodell vorgestellt, das laut eigenen Tests die Konkurrenz übertreffe.

Investitionsklima erwärmt sich leicht
Fast ein Drittel der deutschen Unternehmen plant höhere Investitionen im laufenden Jahr, zeigt eine Ifo-Befragung: Der Anteil der investitionsfreudigen Firmen sei um fünf Prozentpunkte auf 29,7 Prozent gestiegen, während die Kürzungswilligen auf 27,3 Prozent geschrumpft seien. Nur der Handel lasse sich aufgrund der wirtschaftspolitischen Unsicherheit nicht mitreißen: 34,5 Prozent der Händler wollen ihre Investitionen senken, nur 24,4 Prozent wollen sie erhöhen.


HANDEL INTERNATIONAL

Trump-Zölle treffen E-Commerce-Software besonders
E-Commerce-Software-Anbieter zählen zu den am stärksten von neuen US-Zöllen unter Trump betroffenen Unternehmen, berichtet Investing.com. Besonders Änderungen bei der zollfreien Einfuhr kleinwertiger Güter könnten laut Bank of America-Analysten Plattformen wie Shopify, Bigcommerce und Lightspeed Commerce erschüttern, die von grenzüberschreitenden Händlertransaktionen abhängig seien. Höhere Importzölle würden Transaktionsvolumen schmälern und Händlerkosten in die Höhe treiben.

Microsoft kappt Rechenzentrum-Pläne weltweit
Microsoft stoppt oder verzögert Rechenzentrum-Projekte weltweit, berichtet Techcrunch.com unter Berufung auf Bloomberg. Ein Unternehmenssprecher bezeichne diese Änderungen als Beweis für die „Flexibilität der Strategie“. Noch im Februar habe der Tech-Riese Investitionen von über 80 Mrd. Dollar für KI-Rechenzentren im Jahr 2025 angekündigt. Ob der Rückzug auf sinkende Nachfrageprognosen oder temporäre Bauprobleme wie Material- und Stromengpässe zurückzuführen sei, bleibe unklar. Microsoft wolle künftig verstärkt bestehende Anlagen aufrüsten statt neue zu errichten.

Tiktok droht europäische 500-Millionen-Rechnung
Die irische Datenschutzbehörde DPC plant eine Rekordstrafe von mindestens 500 Mio. Euro gegen Tiktoks Mutter Bytedance wegen rechtswidriger Datenübertragungen nach China, berichtet Heise.de. Anders als mit den USA existiere für China kein rechtlicher Rahmen für solche Transfers. Der Bescheid solle in den kommenden Wochen nach jahrelangem Verfahren zugestellt werden. Bytedance habe bereits vorsorglich eine Milliarde Dollar zurückgelegt, nachdem der Konzern 2023 bereits 345 Mio. Euro für Datenschutzverstöße bei Minderjährigen zahlen musste.

Amazon erleichtert regionalen Einkauf in Österreich
Amazon Business hat laut Pressemitteilung sein B2B-Angebot in Österreich um eine Funktion für lokalen Einkauf erweitert. Die neue Lösung ermögliche Unternehmen, gezielt bei regionalen Anbietern zu bestellen und somit Versandwege zu verkürzen. Beschaffungsverantwortliche könnten lokale Angebote hervorheben, Preisobergrenzen definieren und mithilfe von Business Analytics Bestellungen nach geografischen Kriterien filtern. Laut Wolfgang Eckert, Director Amazon Business Europe, unterstütze das Tool nicht nur effizientere Beschaffung, sondern stärke auch die lokale Wirtschaft.


Spar Österreich führt digitalen Flaschenpfand ein
Spar führt digitale Pfandbons in seiner App ein, um die wachsende „Zettelwirtschaft“ einzudämmen, berichtet Oe24.at. Die Neuerung ermögliche Kunden, nach der Pfandrückgabe statt eines Papierbons einen QR-Code am Automaten zu scannen, wobei das Guthaben direkt in die App übertragen werde. Der Betrag werde beim nächsten Einkauf automatisch verrechnet. Spar-Vorstand Markus Kaser bezeichne die Lösung als „innovativ und umweltfreundlich“.

KI-Bluff im Büro: Mehrheit täuscht Kenntnisse nur vor
91 Prozent der britischen Tech-Mitarbeiter geben sich als KI-kundig aus, zitiert Techradar.com eine Studie von Pluralsight. Drei Viertel täuschten allerdings mehr Wissen vor, als sie besitzen. Auf der anderen Seite verschleiere wiederum ein Drittel der Mitarbeiter, dass sie KI einsetzen, da dies, besonders in Führungsetagen, als Faulheit gelte. Es geht noch paradoxer: 93 Prozent der Befragten würden trotz angeblicher KI-Kundigkeit befürchten, ihre Jobs an diese zu verlieren.

Amazon fordert Musks Starlink mit Kuiper-Satelliten heraus
Amazon startet nächste Woche 27 Project-Kuiper-Internetsatelliten als Starlink-Konkurrenz, berichtet The Verge.com. Der Konzern habe insgesamt 80 Raketenstarts gesichert und wolle „später in diesem Jahr“ seinen Hochgeschwindigkeits-Internetdienst anbieten. Nutzer benötigten dann spezielle Antennen, wobei schon die kleinste Version für blitzschnelle 100-Mbps-Verbindungen sorgen solle. Die unter 400 Dollar produzierbaren Empfänger sollten künftig von „praktisch jedem Ort der Welt“ aus funktionieren.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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