
Onlinezugangsgesetz, Kununu, Selbstständige, Schweizer Post, JD.com, Airbnb, Amazon, Farfetch, Reddit, KI Kill Switch, USPS + Canoo
Aktuelle E-Commerce-News: Onlinezugangsgesetz, Kununu, Selbstständige, Schweizer Post, JD.com, Airbnb, Amazon, Farfetch und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Einigung zur Erneuerung des Onlinezugangsgesetzes
Die Fraktionen der Regierungsparteien haben sich auf einen Entwurf für die Neuauflage des Onlinezugangsgesetzes geeinigt, wie T3N.de berichtet. Ab 2028 sollen Bundesbürger einen einklagbaren Anspruch darauf haben, Verwaltungsleistungen des Bundes auch digital nutzen zu können. Ausgenommen sind allerdings Leistungen, die „technisch und rechtlich“ unmöglich sind, was noch durch das Innenministerium näher definiert werden soll. Außerdem soll das Bezahlen in Behörden mit Paypal, Apple Pay und Google Pay ermöglicht und die Nutzung des elektronischen Personalausweises vereinfacht werden.
80 Prozent haben schon privat im Web verkauft
80 Prozent aller von Bitkom befragten Verbraucher haben schon einmal privat über das Internet verkauft. 20 Prozent verkaufen häufig, 20 Prozent eher selten und 40 Prozent ab und zu. Am beliebtesten sind mit 76 Prozent Kleinanzeigenplattformen wie Vinted oder Kleinanzeigen.de, gefolgt von den bekannten Marktplätzen wie Ebay oder Hood.de mit 55 Prozent. 30 Prozent wählen Ankäufer wie Momox oder Rebuy, 21 Prozent nutzen Social Media und 12 Prozent verkaufen über Messenger wie Whatsapp oder Telegram. Verkauft werden am liebsten Kleidung (48 Prozent), Bücher (47 Prozent), Möbel und Einrichtungsgegenstände (36 Prozent), Spielzeug (30 Prozent) oder Smartphones (29 Prozent).
Bewertungsplattform Kununu muss Klarnamen mitteilen
Das Oberlandesgericht Hamburg hat entschieden, dass die Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu Unternehmen, die eine schlechte Bewertung erhalten haben, auf Anfrage den Klarnamen des Verfassers mitteilen muss. Arbeitgeber hätten ein Recht darauf, Vor- und Nachnamen zu erfahren, um sicherstellen zu können, dass eine Bewertung tatsächlich von einem aktuellen oder ehemaligen Mitarbeiter stammt, berichtet T3N.de. Durch die Plattform anonymisierte Tätigkeitsnachweise reichten nicht aus, auch der Datenschutz greife hier nicht. Kununu hat angekündigt, die Anonymität seiner Nutzer dennoch zu wahren und hofft auf eine neue Entscheidung in einem Hauptverfahren.
Selbständige klagen über Auftragsmangel
47,9 Prozent der Selbständigen in Deutschland klagten im Januar über einen zunehmenden Auftragsmangel, im Oktober waren es noch 45,3 Prozent. Wie das Ifo-Institut ermittelte, sind auch die Aussichten für die nächsten sechs Monate eher pessimistisch: Der Geschäftsklimaindex fiel im Januar auf minus 22,6 Punkte, nachdem er im Dezember noch bei minus 17,5 Punkten gelegen hatte.
HANDEL INTERNATIONAL
Schweizer Post will Digitalkompetenz vermitteln
Die Schweizerische Post testet in neun Filialen eine persönliche Beratung, die über die eigenen Angebote hinaus auch in digitalen Fragen Orientierung gibt, berichtet Handelszeitung.ch. Obwohl 97 Prozent der Schweizer über einen Internetzugang oder ein Smartphone verfügen, hat ein Viertel der Bevölkerung keine oder nur geringe digitale Kompetenzen. Diese können nun einen Postangestellten fragen, woran man Phishing erkennt, wie man diese blöde App löscht, wie man online einen Platz im Kino reserviert oder wie man das Morning Briefing abonniert.
JD.com interessiert sich für Currys
Die chinesische E-Commerce-Plattform JD.com befindet sich nach eigener Aussage „…in einem sehr frühen Stadium der Prüfung einer möglichen Transaktion“, welche die Übernahme der Elektronik-Einzelhandelskette Currys bedeuten würde, berichtet IT-Times.de. Ein Angebot von Elliot Advisors in Höhe von 0,62 Pfund hatte Currys kürzlich abgelehnt und ein Minimum von 0,75 Pfund gefordert – jetzt ist es an JD.com bis zum 18. März ein alternatives Angebot zu machen.
Airbnb erweitert Aktienrückkaufprogramm
In einem Brief an die Investoren kündigte Airbnb-CEO Brian Chesky ein weiteres Aktienrückkaufprogramm in Höhe von sechs Mrd. Dollar an. Das Unternehmen befinde sich „an einem Wendepunkt“ und: „Wir glauben, dass die Zeit gekommen ist, über unser Kerngeschäft hinaus zu expandieren und Airbnb neu zu erfinden“. Das Unternehmen hatte bereits vergangene Woche angekündigt, KI einsetzen zu wollen, um das Nutzungserlebnis der App komplett zu verändern. Laut Manager-Magazin.de hat Airbnb 2023 bereits eigene Aktien im Wert von 2,25 Mrd. Dollar zurückgekauft.
Amazon entzieht der Schweiz 1,13 Mrd. Franken Umsatz
Nach einer Schätzung von Carpathia.ch hat Amazon im Jahr 2023 dem Schweizer Einzelhandel einen Umsatz von 1,13 Mrd. Franken entzogen. 950 Mio. Franken flossen an Amazon.de, 118 Mio. Franken an Amazon.fr und 60 Mio. Franken an Amazon.it. Es existieren auch weiterhin keinerlei Pläne von Amazon in der Schweiz ein „Amazon.ch“ zu starten, was entweder den Zollvorschriften geschuldet ist oder der Tatsache, dass mit Digitec Galaxus bereits ein zu großer Wettbewerber im Markt ist.
Farfetch entlässt 30 Prozent der Mitarbeiter inkl. Geschäftsführung
Nach der Übernahme durch Coupang entlässt die Luxusmodeplattform Farfetch 25 bis 30 Prozent ihrer Mitarbeiter, um „das Geschäft zu rationalisieren“, berichtet Fashionunited.com. Betroffen sind unter anderem die Bereiche Produktdesign und die „Platform Solutions“ für Drittanbieter. Bereits gegangen sind Farfetch-Gründer und CEO José Neves, Chief Product Officer Hélder Dias, Chief Financial Officer Tim Stone und Chief Marketing Officer Nick Tran.
TRENDS & TECH
Reddit erlaubt unbekannter KI den Datenzugriff
Der Social-News-Aggregator Reddit hat einem nicht näher benannten „großen“ KI-Unternehmen für 60 Mio. Dollar das Recht verkauft, die Nutzerbeiträge zum Training auszuwerten, wie Onlinehaendler-News.de berichtet. Das Unternehmen, das über 430 Mio. monatliche Nutzer hat, die zu mehr als 100.000 aktiven Communities beitragen, plant wahrscheinlich für dieses Jahr seinen Börsengang und strebt eine Bewertung von acht Mrd. Dollar an. Im vergangenen Jahr erreichte Reddit einen Umsatz von 800 Mio. Dollar, ist aber noch nicht profitabel.
Wissenschaftler schlagen „Kill Switch“ für KI-Hardware vor
Wissenschaftler des ChatGPT-Herstellers OpenAI und der Universitäten Cambridge, Harvard und Toronto haben laut Heise.de eine „Kill Switch“ vorgeschlagen, die es möglich machen soll, über ein kryptografisch signiertes Zertifikat spezialisierte Koprozessoren auf Computerchips aus der Ferne ausschalten zu können. Die für den Betrieb einer KI benötigten Chips sollen in einem internationalen Register erfasst werden und müssten sich jährlich neu autorisieren lassen um weiter zu funktionieren, berichtet Heise.de. Auch die Zuteilung von KI-Rechenkraft durch ein politisches Gremium wird im Paper, das noch kein Peer Review hat, vorgeschlagen.
NACHHALTIGKEIT
Amerikanische Post kauft E-Lieferwagen von Canoo
Der amerikanische Postdienst USPS hat sechs Lieferwagen des E-Mobilitäts-Start-ups Canoo gekauft, um sie ausgiebig zu testen, so Thetechedvocate.org. Aufgrund der Zunahme der Paketzustellung durch den E-Commerce muss USPS das Problem der letzten Meile lösen und gleichzeitig die Klimaziele der Regierung einhalten. Das Design der futuristisch anmutenden Lieferwagen von Canoo wurde genau für dieses Problem optimiert. Erst letzte Woche unterzeichnete das Unternehmen einen Vertrag mit Walmart über den Verkauf von 4.500 E-Vans des gleichen Typs.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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