
Otto, Crimemarket, About You, UBS, WTO, Konsum, Amazon, Smartphones, Digital Identity Wallet, Rewe, Figure AI, Fraunhofer Institut
Aktuelle E-Commerce-News: Otto, Crimemarket, About You, UBS, WTO, Konsum, Amazon, Smartphones, Digital Identity Wallet und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Marktplatz-Chef verlässt Otto Group
Die Otto Group hat bekannt gegeben, dass sie sich von Bodo Kipper, Vorstand für den Bereich Handel und Marktplatz, getrennt hat. Wie Lebensmittelzeitung.de berichtet, seien „unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung des Einzelunternehmens der Otto Group“ der Grund. Otto hatte im vergangenen Jahr ein Minus von neun Prozent im E-Commerce verzeichnet, konnte aber seinen Marktplatz Otto.de auf 6.500 Drittanbieter ausbauen.
Polizei schaltet kriminelle Plattform „Crimemarket“ ab
Mit über 100 Hausdurchsuchungen und sechs Festnahmen hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen die kriminelle Plattform „Crimemarket“ vom Netz genommen. Crimemarket war im Internet frei zugänglich, hatte 181.000 registrierte Nutzer, die mit Anleitungen für Computerbetrug, Hacking, Drogenversand oder Schutzgelderpressung auf Bestellung 25 Mio. Umsatz machten. NRW-Innenminister Herbert Reul sagte laut Faz.net: „Wir hatten es also nicht mit dem kleinen Online-Händler von nebenan zu tun, sondern mit dem deutschsprachigen Amazon der Cyberkriminalität“.
Cita Maass präsentiert neue Kollektion bei About You
Die Hamburger Modeplattform About You hat in Zusammenarbeit mit der Instagram-Influencerin Cita Maass eine neue Kollektion für die Konfektionsgrößen 44 bis 54 vorgestellt, berichtet Fashionunited.de. Die Kollektion umfasst Tops, Kleider, Röcke, Jeans, Hosen, Kimonos, einen Bikini, zwei Taschen sowie eine Kappe und ist in den Farben beige, hellbraun, rosa, schwarz, schoko, lila und salbei gehalten.
HANDEL INTERNATIONAL
UBS erwartet leichtes Plus im Schweizer Onlinehandel
Die Schweizer Großbank UBS rechnet für das Jahr 2024 mit einem nominalen Umsatzwachstum im Einzelhandel von einem Prozent, was einem realen Wachstum von 0,3 Prozent entspreche, berichtet Carpathia.ch. Der Online-Handel, der bereits 2023 ein leichtes Wachstum verzeichnete, soll sich dieses Jahr weiter verbessern und insgesamt 12,5 Mrd. Franken umsetzen. Die Inflation dürfte von derzeit 1,4 Prozent im Laufe des Jahres nochmals auf 1,6 Prozent ansteigen, die Zwei-Prozent-Marke aber nicht mehr überschreiten. Der Marktanteil des E-Commerce liegt in der Schweiz bei 12 Prozent.
WTO verzichtet weiter auf Zölle im Onlinehandel
Die 13. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Abu Dhabi ist mit wenig greifbaren Ergebnissen zu Ende gegangen, doch konnten die 166 Mitgliedsstaaten sich darauf einigen, die Zollfreiheit für digitale Produkte und Dienstleistungen bis zum März 2026 zu verlängern, um sie dann noch einmal zu verhandeln, berichtet Deutschlandfunk.de. Es gelang also nicht die seit 1998 gängige Praxis ohne Zölle als generelle Praxis festzuschreiben, so wie es sich zum Beispiel die deutsche Industrie gewünscht hätte.
22,9 Prozent der EU-Unternehmen betreiben Onlinehandel
Im Jahr 2022 betrieben durchschnittlich 22,9 Prozent der Unternehmen in der EU Onlinehandel und damit 0,1 Prozentpunkte mehr als 2021, wie Eurostat meldet. Der Anteil war am höchsten in Litauen (38,9 Prozent), Schweden (38,1 Prozent) und Dänemark (36,7 Prozent). Am niedrigsten war er in Rumänien (12,9 Prozent), Luxemburg (13,4 Prozent) und Bulgarien (15,1 Prozent). Deutschland lag mit 22,2 Prozent unter dem Durchschnitt und hinter Estland (22,2 Prozent), Ungarn (23,1 Prozent), Zypern (23,5 Prozent) oder, deutlicher, Österreich (26 Prozent).
Verbraucher planen ihre Ausgaben zu erhöhen
52 Prozent der von der Unternehmensberatung Roland Berger weltweit befragten 1.800 Konsumenten rechnen für das Jahr 2024 mit steigenden Konsumausgaben. Für 32 Prozent stehen dabei Lebensmittel und gesunde Ernährung im Vordergrund, 25 Prozent wollen mehr in Inlandsreisen und 23 Prozent in Auslandsreisen investieren. 45 Prozent möchten wieder vermehrt in lokalen Supermärkten einkaufen, 46 Prozent jedoch beim Online-Shopping. In beiden Fällen werden die Kaufentscheidungen aufgrund des Preis-Leistungs-Verhältnisses (24%), des absoluten Preises (20%) sowie der Qualität und Haltbarkeit (17%) getroffen.
Amazons Durchschnittskunde ist weiß, weiblich und Gen X
Laut eines „Schnappschusses“ der Marktforschungsfirma Numerator ist der typische Amazonkunde eine Amazonkundin, weiß, gehört zur Generation X (Geburtsjahrgänge zwischen 1965 und 1980) und verdient 5.000 Dollar im Monat. Sie bestellt 72 Mal im Jahr bei Amazon und zahlt jedes Mal durchschnittlich 37 Dollar, was sich zu 2.662 Dollar jährlich summiert. Sie gibt 20 Prozent ihrer Konsumausgaben online aus und vergleicht die Preise auf Amazon, selbst wenn sie woanders auf „Kaufen“ klickt. Sie ist markentreu und kauft am liebsten Produkte von Disney, Hanes, Kraft und Apple. Ach, die Eigenmarken von Amazon natürlich auch.
TRENDS & TECH
56 Prozent haben schon im Auto telefoniert
56 Prozent der Smartphone-Nutzer haben schon einmal beim Autofahren telefoniert, 62 Prozent beim Fahrradfahren. Dabei halten 94 Prozent die Handynutzung im Auto für unverantwortlich, so eine Umfrage des Bitkom. 25 Prozent sind schon mit anderen Personen oder der Umgebung kollidiert, während sie aufs Display blickten, 15 Prozent haben sich sogar schon wegen Unaufmerksamkeit verletzt. Jedem Zehnten ist das Handy schon einmal ins Klo gefallen und fünf Prozent versenkten es bereits in natürlicheren Gewässern.
EU Digital Identity Wallet wird umgesetzt
Das Europäische Parlament hat sich laut Pressemitteilung mehrheitlich für die Umsetzung des EU Digital Identity Wallet ausgesprochen. Diese digitale Brieftasche soll ein EU-weites System werden, um digitale Dokumente zu speichern und sich auch online ausweisen zu können. Die eID kann dabei wie ein Personalausweis genutzt werden, aber auch Führerschein, Krankenkarte, Impfpass oder Zeugnisse können integriert werden.Dies kann auch für mehr Sicherheit im Online-Handel sorgen, wenn beispielsweise Händler von hochprozentigem Alkohol durch die eID sicherstellen können, dass sie nicht an Minderjährige liefern.
Rewe lässt Einkaufswagen die Einkaufszettel lesen
In einem Markt in Köln-Bickendorf testet Rewe laut Lebensmittelzeitung.net eine Lösung des israelischen Anbieters Catch Retail mit speziellen Tablets, die am Einkaufswagen befestigt werden. Diese können über die Kamera auf der Rückseite die Einkaufszettel der Kunden lesen und dann per KI nicht nur die beste Tour durch den Supermarkt planen, sondern auf dem Weg auch auf Sonderangebote und Schnäppchen hinweisen.
Figure AI sammelt 675 Mio. Dollar ein
Im Rennen um autonome, humanoide Roboter hat sich das erst 2022 gegründete Unternehmen Figure AI laut Businessinsider.de vorerst abgesetzt und bei einer Bewertung von 2,6 Mrd. Dollar in einer Serie-B-Finanzierungsrunde 675 Mio. Dollar eingesammelt. Die Investoren reichen von Jeff Bezos' Firma Explore und Amazon über Microsoft und Nvidia bis hin zu Intel. Den ersten kommerziellen Vertrag hat Figure AI bereits Mitte Januar mit BMW unterzeichnet. Das US-Werk in Spartenburg in South Carolina, in dem große SUVs produziert werden, wird der erste Einsatzort der Roboter werden, die durch die Kombination von KI und Robotik in der Lage sein sollen, neue Aufgaben durch bloßes Zuschauen zu erlernen.
NACHHALTIGKEIT
Fraunhofer Institut packt mit „Castn“ nachhaltiger ein
Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML hat mit „Castn“ (Carton Set Optimization) eine Software entwickelt, mit der Online-Händler die Kartonsets für ihre Produkte optimieren können. Das funktioniert mit zwei Algorithmen, die evolutionär lernen, das Verpackungsvolumen zu minimieren und ein möglichst geringes Gesamtvolumen zu erreichen. Denn oft genug ist das Verhältnis im Versand 30 Prozent Artikel und 70 Prozent Luft und unnötiges Füllmaterial. In ersten Tests konnten Onlinehändler mit Castn ihre Volumenauslastung um bis zu 45 Prozent steigern und gleichzeitig die Anzahl der eingesetzten Kartonsets reduzieren, teilt das Institut auf seiner Website mit.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
Alle Beiträge