
Otto, Paypack Pay, Mytheresa, Belgien, Shein, Walmart, GU, Youtube Shopping, Nokia + Amazon, FTC, Brasilien, Jobcenter + KI
Aktuelle E-Commerce-News: Otto, Paypack Pay, Mytheresa, Belgien, Shein, Walmart, GU, Youtube Shopping, Nokia + Amazon, FTC und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Otto verliert zahlreiche Händler
Die Zahl der Händler-Accounts auf Otto.de ist deutlich zurückgegangen, meldet Businessinsider.de. Laut einer vom Handelsblatt zitierten Analyse seien zwischen April und August 1178 Accounts gelöscht worden, was die Otto Group jedoch als „unzutreffend“ bezeichnet. Gründe für den Rückgang seien Gebührenerhöhungen, die zur Abmeldung von rund 500 Partnern geführt hätten, sowie Kündigungen durch Otto wegen angeblicher Vertragsverstöße. Die Otto Group verzeichnete im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von 4,7 Prozent auf 6,2 Mrd. Euro.
Payback Pay ab 1. Oktober auch in Online-Shops
Payback Pay wird ab dem 1. Oktober 2024 als Bezahlmethode in Online-Shops eingeführt, berichtet Wa.de. Das bisher nur im stationären Handel verfügbare System startet zunächst im Online-Shop von dm und soll künftig auch bei weiteren Partnern wie Mediamarkt, Saturn oder Amazon integriert werden. Kunden können ihre gesammelten Punkte direkt zum Bezahlen einsetzen oder den Restbetrag mit anderen Zahlungsmitteln ausgleichen.
Mytheresa heißt in China „Mei Lin Shi“
Mytheresa führt in China seinen neuen Markennamen „Mei Lin Shi“ ein und startet parallel ein Wechat Mini-Programm, berichtet Fashionunited.com. Der Name, der für „Schönheit, Auswahl und Welt“ steht, soll die Bekanntheit und Positionierung in China stärken. Das Wechat-Programm bietet über 180 Luxusmarken, personalisierte Empfehlungen und Wechat Pay für den Checkout.
HANDEL INTERNATIONAL
Belgier erledigen 40 Prozent ihrer Einkäufe online
Der belgische E-Commerce-Markt wächst stetig: Im vergangenen Jahr wurden 16,3 Mrd. Euro umgesetzt, ein Plus von 10,7 Prozent, berichtet Gondola.be. 40 Prozent aller Einkäufe werden inzwischen online getätigt, wobei die Belgier vor allem die Möglichkeit des Preisvergleichs schätzen. Bemerkenswert ist, dass 73 Prozent online bestellte Waren selten oder nie zurückschicken. 85 Prozent der Online-Käufer legen Wert auf nachhaltige Geschäftspraktiken, einschließlich effizienter Lieferung, umweltfreundlicher Verpackung und Recyclingmöglichkeiten.
Schweiz: Shein verkauft bereits Adidas, Nike und Tissot
Shein hat in der Schweiz sein Angebot um bekannte Marken wie Adidas, Nike und Tissot erweitert, berichtet Carpathia.ch. Dieser Schritt ähnele der Entwicklung von Amazon vor etwa zehn Jahren und zeige die Herausforderungen der Markenkontrolle im Großhandel. Trotz politischen Drucks und Kritik an seiner Geschäftspraxis zeige sich Shein mit der Integration von Markenartikeln dem Konkurrenten Temu voraus und entwickele sich zu einem ernstzunehmenden Akteur im E-Commerce-Markt.
Walmart verschiebt seinen Verkaufsevent
Walmart startet seine „Holiday Shopping Season“ vom 8. bis 13. Oktober Wochen früher als üblich, berichtet Retaildive.com. Dies scheint eine Reaktion auf den Amazon Prime Big Deal Day am 8. und 9. Oktober zu sein, auf den Target bereits mit seiner „Circle Week“ vom 6. bis 12. Oktober reagiert hat. Walmart plant Rabatte in verschiedenen Kategorien, einschließlich neuer Marketplace-Angebote wie die Sneaker von StockX und den neuen „Collectibles“.
GU bald auch in den USA
Die japanische Modemarke GU expandiert in die USA mit einem 950 Quadratmeter großen Geschäft in New York und einem Online-Shop inklusive App, berichtet Fashionunited.com. Die E-Commerce-Präsenz bietet Kunden in allen US-Bundesstaaten Zugang zu den Kollektionen von GU, darunter eine exklusive Linie mit Undercover. Diese Omnichannel-Strategie, die auf den Online-Erfahrungen in Japan, Taiwan und Hongkong aufbaut, markiert den Beginn einer geplanten Expansion in den USA und Europa.
Youtube Shopping bald auch in Vietnam und Thailand
Youtube Shopping, eine E-Commerce-Plattform von YouTube und Shopee, wird nach der Einführung in Indonesien in den nächsten Wochen auf Vietnam und Thailand ausgeweitet, meldet Theinvestor.vn. In Vietnam dominiert Shopee den Markt mit einem Anteil von 71,4 Prozent, gefolgt von Tiktok Shop mit 22 Prozent. Die vier größten E-Commerce-Plattformen verzeichneten dort im zweiten Quartal 2024 einen Umsatz von 3,56 Mrd. Dollar, ein Anstieg von 10,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Nokia gewinnt Patentstreit gegen Amazon
Nokia hat vor dem Landgericht München einen Patentstreit gegen Amazon gewonnen, bei dem es um Kompressionsverfahren beim Videostreaming geht, berichtet Spiegel.de. Das Urteil könnte zu einem Verkaufsstopp von Fire-TV-Playern in Deutschland führen, wenn Nokia seinen Unterlassungsanspruch durchsetzt. Der Streit dreht sich um die Höhe der Lizenzzahlungen für die betroffenen Patente, wobei Amazon die Forderungen von Nokia für überzogen hält und ein aus seiner Sicht faires Angebot unterbreitet hat.
TRENDS & TECH
FTC: Kinder und Jugendliche „systematisch überwacht“
Social-Media-Plattformen überwachen Kinder und Jugendliche systematisch und monetarisieren ihre Daten, ohne ausreichenden Schutz vor schädlichen Inhalten zu bieten, so ein neuer Bericht der US-Handelskommission FTC, der die Praktiken großer Plattformen wie Facebook, Youtube und Tiktok untersucht. Laut Techradar.com behaupten die Unternehmen, keine Kinder auf ihren Plattformen zu haben, um gesetzliche Schutzmaßnahmen zu umgehen, und weigern sich, Gesetze umzusetzen, die die Nutzung durch Jugendliche einschränken sollen.
Online-Sportwetten gefährden Brasiliens Wirtschaft
Der Boom von Online-Sportwetten in Brasilien könnte sich negativ auf die Wirtschaft auswirken, meldet Reuters.com. Brasilianer haben im ersten Halbjahr bereits 12,2 Mrd. Dollar auf ausländischen Wettplattformen ausgegeben, die Glücksspielausgaben von Familien betragen durchschnittlich 1,9 Prozent des Einkommens, doppelt so viel wie 2018. Auch das geringere Wachstum der Konsumausgaben hängt laut Ökonomen mit dem Glücksspiel zusammen.
Jobcenter arbeiten verstärkt mit KI
Künstliche Intelligenz wird zunehmend in deutschen Jobcentern eingesetzt, um Prozesse zu optimieren und Personalengpässe auszugleichen, berichtet Heise.de. Das Projekt „Adest“ überträgt automatisch Stellenbeschreibungen in das Vermittlungssystem, KI hilft auch bei der Bearbeitung von Anträgen auf Einstiegsgeld und bei der Erkennung von Betrugsversuchen. Die Bundesagentur für Arbeit testet zudem einen Sprachbot für Servicecenter und setzt KI-basierte Spracherkennung in Fachdiensten ein.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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