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Aktuelle E-Commerce-News: Otto, Riverty, Beschäftigung, Konsumklima, Habyt, Handwerkerportale, Walmart, Vmware, Bitcoin und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Otto verbucht im Onlinehandel ein Minus von neun Prozent
Die Otto Group wird ihr Geschäftsjahr am 29. Februar mit einem Onlineumsatz von 10,8 Mrd. Euro abschließen, berichtet Textilwirtschaft.de. Das entspricht einem Rückgang von neun Prozent. Zum Vergleich: Der gesamte deutsche E-Commerce musste 2023 laut Bevh ein Umsatzminus von 11,8 Prozent hinnehmen. Otto konnte zum einen durch Kosteneinsparungen wie einen Einstellungsstopp die Profitabilität verbessern und zum anderen seinen Marktplatz Otto.de auf 6.500 Drittanbieter ausbauen – in diesem Jahr sollen es 7.000 werden. Die Gruppe kalkuliert für 2024 aber wieder mit einem wachsenden Online-Umsatz, eine spürbare Erholung erwartet sie aber nicht vor 2025.
Riverty gewinnt E-Commerce Germany Award 2024
Das Fintech-Unternehmen Riverty hat den E-Commerce Germany Award 2024 in der Kategorie „Beste Zahlungslösung“ für sein BNPL-Angebot gewonnen, berichtet Wallstreet-Online.de. Das Baden-Badener Unternehmen übernimmt im Vergleich zur Konkurrenz auch die Verantwortung für gestörte und verpasste Zahlungen und hat zudem eine BNPL-Lösung für den stationären Handel entwickelt, die besonders für Omnichannel-Anbieter geeignet ist.
Unternehmen stellen weniger ein
Ob in der Industrie, im Handel oder im Baugewerbe: Die deutschen Unternehmen bauen Personal ab. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer sinkt im Februar auf 94,9 Punkte nach 95,5 Punkten im Januar. Lediglich im Dienstleistungssektor ist die Entwicklung noch leicht positiv. Die Bereitschaft Berater oder IT-Dienstleister einzustellen, bleibt ungebrochen.
Deutsche hoffen auf mehr Lohn, aber sparen auch mehr
Die Sparneigung der Deutschen macht im Februar im Gfk-Konsumklimaindex einen Sprung um 3,4 Punkte und nähert sich mit 17,4 Punkten immer mehr dem Höchstwert während der Finanzkrise 2008 (21,4 Punkte). Gleichzeitig blicken die Verbraucher optimistischer auf ihre Einkommensentwicklung. Hier liegt der Zuwachs bei 15,2 Punkten und ist mit minus 4,8 Punkten nur noch leicht negativ. Da in diesem Jahr jedoch keine wirtschaftliche Erholung erwartet wird, bleiben die Deutschen bei größeren Anschaffungen zurückhaltend.
Knapp ein Viertel kauft FMCG online
Laut Statistischem Bundesamt hat knapp ein Viertel (23 Prozent) der Deutschen in den vergangenen drei Monaten Waren des täglichen Bedarfs online gekauft, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Am häufigsten wurden jedoch Bekleidung und Sportartikel erstanden (51 Prozent), gefolgt von Filmen und Musik (30 Prozent). 22 Prozent buchten Unterkünfte im Netz, 21 Prozent klickten sich Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, 18 Prozent erwarben Arzneimittel und 16 Prozent Heim- und Gartenartikel.
Habyt sammelt 40 Mio. Euro ein
Das Berliner Start-up Habyt hat in einer Serie-C-Finanzierung 40 Mio. Euro eingesammelt, um sein Geschäftsmodell auf Märkte wie Asien und Nordamerika auszuweiten. Habyt bietet auf seiner Plattform derzeit 30.000 Wohneinheiten in 50 Städten an, die durch die Verkleinerung von Wohnungen in gekauften oder gepachteten Häusern entstanden sind. Obwohl in Deutschland rund 700.000 Wohneinheiten fehlen, ist der Platzbedarf pro Person in den letzten 30 Jahren um 37 Prozent gestiegen, berichtet Businessinsider.de. Bei den Apartments von Habyt sind die Kosten für die wöchentliche Reinigung, neue Möbel, Wlan und Strom im Gesamtpreis enthalten. Eine möblierte 38-Quadratmeter-Wohnung in Moabit kostet so beispielsweise 1.450 Euro im Monat.
Ein Drittel interessiert sich für Handwerkerportale
Knapp ein Drittel der Deutschen hat laut einer Bitkom-Umfrage Interesse an Handwerkerportalen wie my-hammer.de, blauarbeit.de oder deinehelfer24.de, aber nur elf Prozent haben sie bereits genutzt. Von dieser Gruppe waren 61 Prozent mit der Termintreue zufrieden und 47 Prozent bewerteten den erbrachten Service mit „gut“ oder „sehr gut“. Allerdings empfanden auch 61 Prozent den Preis für ihre Handwerkerbuchung als zu hoch.
HANDEL INTERNATIONAL
Amerikanischer Onlinehandel verliert Marktanteile
Der amerikanische Online-Handel hat im Jahr 2023 erstmals Marktanteile verloren, berichtet Digitalcommerce360.com. Lag der Anteil am gesamten US-Einzelhandelsumsatz im Jahr 2022 noch bei 21,2 Prozent, sank er im vergangenen Jahr auf 20,3 Prozent. Zuvor war der E-Commerce in den Staaten durchschnittlich um 0,2 Prozent pro Jahr gewachsen. Zum Vergleich: In Deutschland sank der Online-Anteil 2023 laut Bevh wahrscheinlich auf 10,2 Prozent.
Walmart senkt Kosten für Hauslieferung um 20 Prozent
Laut Retaildive.com konnte Walmart seine Kosten für die Lieferung vom Laden bis zur Haustür um 20 Prozent senken. Im November lag die Einsparung nach Angaben des Unternehmens noch bei 15 Prozent. Grund für die Kostensenkung sind vor allem die steigenden Bestellungen im Online-Handel, die es ermöglichen, die Liefertouren zu verdichten, also mehr Kunden auf einer Fahrt zu bedienen, so CFO John David Rainey.
Broadcom will offenbar das Endkundengeschäft an Vmware abstoßen
Der Halbleiterhersteller Broadcom, der Vmware im Mai 2022 für 61 Mrd. Dollar übernommen hatte, will dessen Endkundengeschäft offenbar separat an den Private-Equity-Investor KKR verkaufen, berichtet Itreseller.ch. Vmware ist vor allem im Bereich Cloud Computing und Servervirtualisierung tätig und insbesondere die Endkundenlösungen wie Workstation und Fusion haben einen ausgeprägten Lock-in-Effekt, der Kunden einen schnellen Wechsel erschwert.
TRENDS & TECH
Bitcoin & Co. als Zahlungsmittel im Onlinehandel: Das sind die Chancen und Risiken
Kryptowährungen sind längst nicht mehr nur für Anleger interessant, sondern gewinnen auch als alternatives Zahlungsmittel an Bedeutung. Einige große Handelsplayer wie Home Depot oder die Plattform Etsy ermöglichen ihren Kunden bereits Bitcoin-Zahlungen. Aber lohnt es sich für Onlinehändler tatsächlich, Kryptowährungen als Zahlungsmittel zu integrieren? Daniel Wenz, Mitgründer von Bitcoin 2 Go, beschreibt in einem Gastbeitrag für Etailment Potenziale und Grenzen von Bitcoin im Onlinehandel.
Inkitt stockt Investitionen auf 117 Mio. Dollar auf
Die Self-Publishing-Plattform Inkitt hat in einer Serie-C-Finanzierung weitere 37 Mio. Dollar Kapital eingesammelt und damit die Gesamtsumme auf 117 Mio. Dollar erhöht, berichtet Techcrunch.com. Inkitt bietet seinen Nutzern die Möglichkeit, eigene Bücher selber zu veröffentlichen. Anschließend wählt eine KI die überzeugendsten Titel aus, optimiert sie und vertreibt sie über eine zweite App, Galatea. Die Verwertung umfasst neben Büchern auch Hörbücher, Games, Videos und im Idealfall auch Serien und Filme. Inkitt will, ganz unbescheiden, mit den Inhalten seiner Nutzer und künstlicher Intelligenz „das Disney des 21. Jahrhunderts“ werden.
Chinas Moonshot AI erhält eine Miliarde Dollar
In einer neuen Finanzierungsrunde haben Investoren wie Alibaba und Hongshan, die chinesische Tochtergesellschaft von Sequoia Capital, dem KI-Start-up Moonshot AI eine Mrd. Dollar Kapital zur Verfügung gestellt, berichtet Scmp.com. Im Oktober hatte das Unternehmen seinen Chatbot Kimi Chat vorgestellt, der auf einem eigenen großen Sprachmodell basiert und Texte mit mehr als 200.000 chinesischen Schriftzeichen verarbeiten kann. Laut einer Studie der Wissenschafts- und Technologiekommission der Stadt Peking gab es im November in China bereits 254 verschiedene LLMs in Entwicklung.
NACHHALTIGKEIT
Sunhat hilft bei Nachhaltigkeits-Fragebögen
Im Rahmen der Lieferkettengesetzgebung werden mittelfristig alle Unternehmen verpflichtet sein, ihre Nachhaltigkeitsdaten offen zu legen und insbesondere Unternehmen in der Mitte der Lieferkette werden eine ganze Reihe von Fragebögen ihrer Kunden ausfüllen müssen. Das Kölner Start-up Sunhat hat eine Software entwickelt, die in der Lage ist, Fragen aus aktuellen Fragebögen zu verstehen, passende Antworten aus bereits ausgefüllten Fragebögen zu finden und zu ergänzen. Laut Businessinsider.de halbiert sich dadurch der Arbeitsaufwand für die Unternehmen.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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